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Terzic ist kein Opfer, sondern mittendrin beteiligt. (Spieltage)

koom, Montag, 23.01.2023, 15:02 (vor 1086 Tagen) @ Kayldall

Was haben wir davon, wenn es bei Terzic "klick" macht? Vielleicht hat es das ja schon lange, aber die Spieler bringen es halt nicht auf den Platz.

Dann muss es "klick" machen, wie er sein Wissen und Vorgaben an die Spieler bekommt. Es gibt etliche Wege, wie du solche Informationen transportieren kannst und ja, letztlich muss ein Trainer schauen, dass er das wissen vermittelt bekommt. Spieler kosten mehr als der Trainer (in Sachen Gehalt), also muss der Trainer flexibel genug sein, damit er die Information rüberbringt.

Nur zur Klarstellung: Für mich schaut es eher so aus, das Terzic kein guter Trainer ist. Zumindest nicht, um einer Mannschaft Organisation auf dem Platz beizubringen.

Gerade der BVB hat in letzter Zeit öfters bewiesen, dass die gleichen Spieler in der Lage sind ein total beschissenes Spiel hinzulegen

Das Problem ist eben der Gegner bei der Gleichung. Was gegen Gegner A toll funktioniert, kann gegen Gegner B extrem in die Hose gehen. So weit scheint Terzic nicht mal zu denken, weil er seine "Lehren" aus dem Bayern und ManCity-Spiel (die beide ganz ok waren) dann auf andere Gegner übertragen wollte, was dann aber auch wieder schief ging.

Ein Psychologe ist vermutlich auch mal kein Fehler, aber wenn die Spieler so wirr und disziplinfrei über den Platz toben, braucht es vermutlich eher einen Trainer, der die Spieler korrekt einnordet, einstellt, organisiert.

ich finde nur, wir haben alle zu wenig Informationen, wie die Dinge intern laufen, um sowas beurteilen zu können.

Richtig. Aber wir sehen das Ergebnis von dem, was intern läuft. Und was woanders läuft. Was andere Trainer und Mannschaften so machen. Und was die BVB-Spieler bei anderen Mannschaften und anderen Trainern bereits gemacht haben. Und man kann davon dann Rückschlüsse ziehen.

Wenn Man City einen Gegner an die Wand spielt, liegt das dann daran, dass Pep sein Wissen so toll vermitteln kann oder daran, dass dort so viele Superstars rumlaufen?

Beides. Das es nur die Superstars richten und der Trainer egal ist, dafür gibt es reichlich Beweise. der BVB, auc wenn natürlich nicht ganz so "super" ist ein Beweis. Aber du hast PSG, Juve und sehr viele andere Teams, die rundherum fantastische Kader haben, aber trotzdem das nicht auf den Platz kriegen.

Am BVB sind jetzt etliche Trainer gescheitert, was schliessen wir daraus? Hat der Verein nur Trainer geholt, die alle keine Qualität hatten?

So einfach ist da die Antwort nicht. Favre, Tuchel und Klopp halte ich für fachlich hochkompetent und auch zweifellos in der Lage, eine Mannschaft zu formen, so dass man deren Fußball erkennt. Das würde ich bei Bosz zum damaligen Zeitpunkt übrigens auch sagen, aber da fehlte die Flexibilität und Anpassung, nachdem die Bundesliga ihn "entschlüsselt hatte".

Das ist dann auch ein Problem: Favre ist ein guter Trainer. Aber für mich zumindest niemand, der ein Spitzenteam trainieren sollte, weil sein Spielansatz zu sehr auf Kontern beruht bzw. das der Gegner mehr macht als nur defensiv zu stehen.


Mal zum Elefant im Raum: Liverpool. Ein Weltklassekader und ein Weltklassetrainer. Warum die gerade straucheln ist eine kompliziertere Frage. Ich vermute mal, dass ein Teil des Problems ähnlich dem ist, was der BVB hat, nur in anderem Maße. Um beim BVB das zu erklären (weil einfacher): Vor der Saison hat man einige Spieler geholt, die direkt als Stamm in die Mannschaft eingeplant sind: Haller, Adeyemi, Özcan, Süle, Schlotterbeck. Sie alle kamen aus Mannschaften, die sehr gut funktioniert haben, größtenteils in einer Spielweise, die auch der BVB machen will: Proaktiv, nach vorne, Pressing, Gegenpressing.

Aber schon Rose zuvor ist an der Aufgabe gescheitert, der Mannschaft die Basis dafür so beizubringen, dass alle das gleiche spielen, weil die meisten von denen einige Jahre Favre-Fußball drin hatten, was in der Herangehensweise einfach komplett gegensätzlich ist. Und zu dem jetzt immer noch nicht "eingestellten" Kader kommen nun Neuverpflichtungen mit STammplatzanspruch, die dominant sind und die jeweils in Teams kommen, wo die ganzen Abläufe sitzen. Die BVB-Führung nahm an, dass man solche Defensivorganisation einfach importieren kann. Wie Stecklinge, die man in den Boden setzt und die dann zurechtkommen. Das tut es aber nicht.

Bei Klopps Liverpool ist das vermutlich noch spezieller: Du hast da die Hälfte des Kaders, die mit Klopp seit gut 7 Jahren zusammenarbeiten und alles gelernt haben. Das sind quasi Spezialisten. Auch eventuell mit dem Nachteil, dass sie vielleicht zu eingefahren sind und die Spielweise manchmal nur noch im Kopf, aber nicht mehr auf dem Platz betreiben. Und dazu kommen seit 1-2 Jahren immer mehr neue Spieler, die ihrerseits top sind, aber die noch wenig bis keine Erfahrung haben mit Klopps Fußball. Pessimisten meinen, Klopp kriegt es nicht mehr hin, weil keine Energie. Ich vermute aber eher mal, dass er gerade mitten im Aufbauprozess ist, quasi ähnlich wie in seinen ersten beiden Jahren bei Liverpool oder dem BVB. Die Zeit wirds weisen.


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