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derweil in den "sozialen" Medien... (Fußball und Sport allgemein)

fallrückzieher, Donnerstag, 06.01.2022, 08:16 (vor 1476 Tagen) @ Frankonius

... kann man sich ein Bild machen, wie es ausgesehen hätte, hätte es 1914 (oder spätestens 1990 beim Zerfall Jugoslawiens) schon Facebook & Co. gegeben. Hass und Nationalismus feiern eine fröhliche Welcome-Back-Party. Begriffe Tschetnik, Ustascha und Faschisten werden mal wieder verwendet. Nationalismus ist einfach ekelhaft - besonders wenn er fast in der nächsten Nähe statt findet.
Die serbische Regierung ist auch "empört".
Was würde passieren, wenn z.B. es bei Alexander Zverev oder Angelique Kerber den gleichen Fall gäbe (also Einreise ohne die erforderlichen Bescheinigungen)?
Würden dann Scholz oder Baerbock auch meinen sich einmischen zu müssen?
Ich hoffe nicht. Bei der Einreise in ein anderes Land, hat man dessen Regeln zu respektieren.

Vorab: Ich habe mich als Tennisfan sehr geärgert, als ich von Djokovics Ausnahmegenehmigung erfuhr und halte den Serben schon länger für einen recht unsympathischen Spinner.

Man muss die Reaktion in Serbien aber ein wenig einordnen und da hinkt ein Vergleich mit Zverev oder Kerber gewaltig. Für das kleine stolze Serbien ist es das Allergrößte, den erfolgreichsten Tennisspieler aller Zeiten hervorgebracht zu haben. Djokovic ist dort Schumacher, Becker, Graf und Beckenbauer in Personalunion. Hoch x. Würde er ein politisches Amt anstreben, hätte er gute Chancen Präsident dieses Landes zu werden.

Hinzu kommt, dass Djokovic und sein Vater Zeit seiner Karriere das Narrativ vertreten, dass er in der Tenniselite eigentlich nicht erwünscht sei und er sich gegen alle Widerstände und gegen die geliebten Federer und Nadal durchsetzen muss. Da spielt ja auch immer bei der Behandlung durch das Publikum eine Rolle.

Bei der aktuellen Posse weiß man ja nicht so recht, welche Signale Djokovic aus Australien erhalten hat, die ihn zur Flugreise bewogen haben. Was die Serben vermutlich richtig sauer macht, ist der Umgang mit ihrem Nationalheld, der sich gestern ja wie ein Drogendealer am Flughafen vorgekommen sein muss. Die Empörung wäre vermutlich ungleich kleiner, wenn man vorab klar gesagt hätte, dass er sich die Anreise sparen kann.


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