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Auch wenn man es immer wieder wiederholen muss,... (Fußball und Sport allgemein)

Philipp54, Freitag, 25.12.2020, 20:07 (vor 1846 Tagen) @ Will Kane
bearbeitet von Philipp54, Freitag, 25.12.2020, 20:11

Man hat es ja eine ganze Zeit mit Tuchel versucht. Nur wenn alle handelnden Personen in eine andere Richtung steuern funktioniert es nicht. Und die Probleme mit Guardiola waren meines Wissens nicht so gravierend wie die DInge die hier rund um Tuchel passiert sind.
Vor allem wir kennen alle die 3,4 Vorfälle die auch bekannt geworden sind.
Und das Interview nach dem Anschlag war halt ein absoluter Vertrauensbruch, selbst wenn man da mildernde Umstände gelten macht wegen der Situation. Das war wissentlich gelogen für seinen Vorteil. Die ganze Situation passt übrigens zu den Aussagen von Webo nach dem Rassismus-Vorfall zuletzt in der CL.
Und was dein Vergleich mit Bayern angeht: Obwohl Tuchel als die Beste Lösung angesehen wurde für den Trainerposten beim FCB hat man sich nach einem Telefonat mit den BVB Verantwortlichen dagegen entschieden, das zu dem Teil.


Viel hat nicht gefehlt, dass Tuchel bei Bayern angeheuert hätte.

Als es um die Neubesetzungen der Trainer- und Sportdirektorpositionen ging, war der Machtkampf zwischen Uli und Kalle (respektive den beiden Lagern) in vollem Gange. Die Neubesetzungen sollten theoretisch einvernehmlich erfolgen, was unter den damaligen Umständen praktisch kaum möglich war.

Nach den Gesprächen mit den infragekommenden Trainerkandidaten hatte sich Tuchel gemäß den entsprechenden Kriterien als der aus Bayernsicht fachlich Beste herauskristallisiert. Das sahen sowohl Rummenigge, als auch Hoeneß so. Dennoch ging man die Vertragsgespräche nur sehr zögerlich an und hielt sich andere Optionen offen. Während Rummenigge unbedingt Tuchel verpflichten wollte, wollte Hoeneß dies unbedingt verhindern. Ob er dies aus purer Opposition zu Rummenigge tat bzw. weil er unbedingt einen ‚eigenen‘ Kandidaten mit Bindung zu ihm durchdrücken wollte, sei einmal dahingestellt. In München hieß es jedenfalls, Hoeneß habe bei Tuchel Bedenken in puncto Menschenführung und Zusammenarbeit und suche daher Argumente gegen ihn, um sich gegen Rummenigge durchsetzen zu können.

Endgültig auf die Palme brachte den guten Uli, dass Tuchel ein sehr weitgehendes Mitbestimmungsrecht bei Spielertransfers (sowohl Kauf, als auch Verkauf) zur Bedingung einer Vertragsunterschrift machte.

Da Tuchel das Ganze irgendwann zu lange dauerte und er auch wohl die Widerstände gegen ihn richtig einschätzen konnte, nahm er das ihm mittlerweile vorliegende Angebot des PSG an. Der Landesfürst wollte es unbedingt mit ihm probieren, die CL zu gewinnen, nachdem die Versuche vorher mit etablierten namhaften Trainern jeweils gescheitert waren. Tuchel sagte den Münchnern ab, was Rummenigge bedauerte und Hoeneß (intern) begrüßte.

Bei Bayern einigte man sich dann darauf, dass Rummenigge die Position des Sportdirektors besetzen durfte und Hoeneßß die des Trainers. Heynckes hatte sich ohnehin nicht mehr zu einem weiteren Interimsjahr drängen lassen, um auf Nagelsmann warten zu können. So drängte die Zeit und es kam dann eben Brazzo und Kovac heraus.

Die Bayernanhänger sind bezüglich der causa Tuchel übrigens gespalten. Die einen sehen es als großes Glück an, dass er nicht nach München gekommen sei, da sie ihn als schwierigen, nicht zu Bayern passenden Charakter einschätzen, mit dem es schnell Probleme im gesamten Club gäbe. Die anderen bedauern seine Absage sehr, da sie ihn für einen der besten Trainer halten, der Bayern an die oberste europäische Spitze führen und dort halten könne.

Aber jetzt haben sie ja ihren Hansi. Quasi ein Tuchel in lieb. ;-)

Sehr ausführlich und 100% richtig beschrieben.

"Wir sind vorher aus Mainz gewarnt worden, dass es schwierig werden dürfte", sagte eine Person "aus dem inneren Kreis des Klubs" der SZ in Anspielung darauf, dass es auch bei Tuchels Ex-Klub interne Reibereien mit ihm gab: "Wir haben darauf nicht gehört. Ein halbes Jahr ging alles gut. Dann war alles wie aus Mainz vorhergesagt."
Einer meiner ersten Beiträge hier im Forum bezogen sich auf eine Zufallsbekanntschaft einer Größe im Fußball Geschäft, der mit Tuchel auf der Schulbank saß. Zu einem Zeitpunkt, als Tuchel erst nur Gespräch in Dortmund war. Das vernichtende Urteil konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.
Während der Tätigkeit in Dortmund fiel mir wöchentlich die Kinnlade tiefer, wenn ich mich an das Gespräch erinnere.

Zum Attentat: Ob in einer Familie, in der Regierung, dem Betrieb, und genauso im Verein. Wenn in einer existentiellen Krise Zerstrittenheit herrscht, bedeutet es am Ende eine Trennung.


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