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Wechseloptionen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Sonntag, 05.05.2019, 14:49 (vor 2560 Tagen) @ CHS

Gestern habe ich das Spiel zusammen mit mehreren anderen geschaut, darunter zwei Werderfans. Befreundete Nachbarn. Ansonsten noch ein Mainz-, ein SGE- und ein Bayernanhänger. Alles gute Jungs. Ist immer lustig, in einer solchen Runde zu schauen, auch und gerade wenn es ‚gegeneinander‘ geht. Vor allem: Es ist wesentlich entspannter. Es sei denn, die Frauen machen Stress. Das hat dann aber weniger mit Fußball zu tun...;-)

So nebenher haben wir auch über die ‚Stimmung‘ in den verschiedenen Fanforen gesprochen. Und siehe da: In anderen Foren geht es z.T. genauso ab wie bei uns. Wir haben nach dem Spiel mal bei Werder hineingeschaut und da ging es in Halbzeit 1 richtig zur Sache. Ein Teil der posts waren der pure Destruktivismus. Nach Spielende war es dann aber nicht unbedingt besser. Da wurde von nicht wenigen beklagt, dass man nicht noch gewonnen habe (nicht gegebener Handelfmeter, vergeigte Kontersituation durch Kruse in einer 3:1-Situation). Erst war alles schlecht, dann (nachdem der Ausgleich erreicht war) alles nicht gut genug. Natürlich gab es auch viele Stimmen, die alles durchaus realistisch einordnen konnten. Die Mehrheit war dies aber eher nicht. Auch witzig, wobei den Bayern so forenmäßig abgeht. Was da an Gift und Galle gespuckt wird, ist schon krass. Da spielt die Mannschaft ergebnismäßig eine der besten Rückrunden überhaupt, aber es geht nur im ‚Kovac-und-Uli-raus‘-Modus ab. Weil unter Guardiola war alles, aber auch wirklich alles besser und nur so habe man zu spielen. Irre!

Apropos Bayern. Meine ‚Werderkumpel‘ haben darauf hingewiesen, dass das Spiel gestern Parallelen zum Pokalspiel gegen die Bayern aufwies. Auch Bayern führte recht souverän mit 2:0 und alle hielten den Käse schon für gegessen. Doch wie gestern schlug das Spiel mit dem Anschlusstreffer sofort um. Und Werder machte wie gestern innerhalb kürzester Zeit dann auch den Ausgleich. Damit hätte absolut niemand gerechnet. Wie gestern gegen uns. Nur gab es dann keinen Elfmeter für uns... ;-)

Dabei ist es schon ein Phänomen, was die Einwechselung von Claudio Pizarro bei den Bremern auslöst. Bei den Zuschauern und bei den Mitspielern. Und es ist auch tatsächlich so, es geht sofort ein Ruck durch die Mannschaft. Dieses positive Gefühl ‚da geht noch was‘, ‚das drehen wir noch‘. Und der Alte Mann ist halt immer noch ein großartiger Fußballer. Das funktioniert natürlich nicht immer, aber es funktioniert oft genug. Pizarro ist ein Spieler, der mit einer einzigen Bewegung genau die Situation schaffen kann, die es vorher im gesamten Spiel nicht gegeben hat. Das wissen die Zuschauer, das wissen aber vor allem seine Mitspieler. Das eine oder andere Mal habe ich dieses Phänomen schon einmal benannt. Ein Mitforist (ich weiß nicht mehr wer) meinte daraufhin, dass wir in der Hinrunde mit Paco ein durchausk ähnliches Phänomen hatten. Auch wenn die Dinge nicht so einfach zu vergleichen sind, so finde ich schon, dass da einiges Überlegenswertes hintersteckt. In der Hinrunde war es doch tatsächlich so, dass mit der Einwechselung des vorher für die allermeisten BVB-Anhänger völlig unbekannten Paco fast immer Tore verbunden waren. Da hat die Mannschaft so einige Spiele noch gedreht. Das sieht in der Rückrunde doch ganz anders aus. Sicherlich ist die Situation eher anders. Wir liegen nicht in Rückstand, sondern wir führen. Wir müssen keinen Rückstand aufholen, sondern eine Führung verteidigen. Was und zu oft nicht gelingt. Aber wen haben wir auf der Bank, der eine solche Zuversicht herbeiführen kann wir Pizza bei Werder oder Paco bei uns in der Hinrunde? Ich sehe da niemanden.

Noch zum Thema ‚Ein-/Auswechselungen‘. Es mag sich für viele nicht nachvollziehbar anhören, aber Werder hatte gestern die besseren Wechseloptionen als wir. Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit, aber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit absolut überlegen. Werder hatte nicht den Hauch einer Chance. Wir haben das Spiel vollkommen kontrolliert und wir hatten die Torchancen (letzteres übrigens auch noch in der zweiten Halbzeit). Kohlefeldt hat dann das einzig Richtige getan und seine beiden größten Schwachpunkte im Spiel (Nuri und Osako) vom Feld genommen. Über die Wirkung von Pizza habe ich schon gesprochen, aber selbst ein Möhwald war für Werder die deutlich bessere Option als es für uns Dahoud darstellt. Nicht nur, weil beide die Tore zum Ausgleich erzielt haben.

Unserer Mannschaft fehlt die Abgebrühtheit, die notwendige Coolness, das Eiskaltsein bis ans Herz, um auf Veränderungen angemessen reagieren zu können. Das ist in meinen Augen ein entscheidender Punkt, der uns von den Bayern unterscheidet. Auch wenn wir einige erfahrene Spieler dabei haben. Selbst wenn die Bayern in dieser Saison öfters gehörig gewackelt haben, so hat doch jeder einzelne Spieler dort eine ganz andere Erfahrung im Umgang mit bedrohlichen Situationen auf dem Feld.

Es ist, wie es ist. Die Meisterschaft dürfte entschieden sein. Ich bin mir sicher, dass die Saisonanalyse unserer Verantwortlichen auch hinsichtlich der Neuverpflichtungen die richtigen Schlüsse ergeben wird. Zwei Siege zum Abschluss wären nicht schlecht, und dann geht es bereits wieder gedanklich Indie neue Saison. Die jetzt zuendegehende war/ist nicht die schlechteste... :-)


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