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Niederlage für die Premier League (WM)

Ulrich @, Mittwoch, 11. Juli 2018, 23:44 (vor 10 Tagen) @ Alones

Du drückst den braunen Kroaten die Daumen ? Mit ihren Ustasha Fahnen und dem Rechtsrock in der Kabine ? Im Ernst ?


Es soll Menschen geben, die das nicht stört oder sogar sympathisch finden. Ist jetzt aber nicht persönlich gegen diesen Foristen gerichtet.


Manche können das auch nicht richtig einordnen. Viele Ustascha-Lieder wirken z.B. fröhlich. Das ist etwas, was man gar nicht so von einem faschistischen Lied erwarten würde. Da kann man schon mal auf die Idee kommen, dass das alles zum Großteil sympathische und nette Fans sind.

Das Problem ist, eine Aufarbeitung hat zwar langsam begonnen, ist abber wohl bisher noch lange nicht abgeschlossen.

Der Konflikt ist uralt. Kroatien gehörte zu (West-)Rom, daher die römisch-katholische Glaubensausrichtung. Serbien zu Byzanz, deshalb ist man dort serbisch-orthodox. Von den Türken wurden beide Nationen überrollt. Während die Kroaten früher von den Habsburgern befreit wurden und Teil von Österreich-Ungarn waren gehörte Serbien länger zum osmansichen Reich. Dafür hat man die Türken dann aber aus eigener Kraft vertrieben. Und hieraus leiteten die Serben nach dem ersten Weltkrieg im ersten jugoslawischen Staat ihren Führungsanspruch ab. Dies haben die Kroaten ihnen nicht vergessen.

In Kroatien lebten viele Serben deren Vorfahren noch zu Zeiten als Serbien unter türkischer Herrschaft stand dorthin geflüchtet waren und von den Habsburgern in Wehrdörfern in Grenznähe angesiedelt waren. Im zweiten Weltkrieg gaben dann die mit den Nazis verbündeten kroatischen Faschisten die Parole aus dass jeder dritte dieser Serben zwangsweise "katholisiert", jeder dritte vertrieben und jeder dritte ermordet werden sollte. Und dies hat man auch umzusetzen versucht.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs nahmen die siegreichen Kräfte dann blutige Rache an den kroatischen Faschisten, an jedem den sie dafür hielten und an vielen die sie dazu erklärten. Dies hat dann dazu geführt dass sich die ehemaligen Täter zu Opfern stilisieren konnte, im Jugoslawien-Konflikt brachen die alten Konflikte wieder auf. Und gerade Freiwilligen-Verbände knüpften an die alten Ustascha-Parolen an.


Den extremen Nationalismus hat man leider niemals wirklich überwunden auf dem Balkan. Schade für die vielen Kroaten, die mit diesem braunen Gedankengut nichts zu tun haben. Aber eine Mannschaft, die offen mit so einer Ideologie sympathisiert, wird niemals meine Unterstützung bekommen. Dementsprechend hoffe ich, dass Frankreich Weltmeister wird.

Das Problem ist in meinen Augen u.a. dass die jugoslawischen Kommunisten eine Art "Friedhofsruhe" geschaffen haben. Und nach dem Ende der Volksrepublik Jugoslawien stiegen die alten Gespenster wieder aus den Gräbern. Teilweise ist allerdings mittlerweile eine Aufarbeitung der Geschichte im Gange, aber die alten Kräfte sind noch stark, insbesondere auch wegen des Opfermythos.

Und auch in Serbien sieht es nicht wirklich anders aus. Dort sind es die Tschetniks um die sich die Mythen ranken und die teilweise ebenfalls mit den Nazis paktiert haben.

 

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