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Niklas Stark (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 06.04.2018, 10:49 (vor 2832 Tagen) @ Scherben

Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man immer klüger. Aber im nachhinein gesehen wäre eine richtige Zäsur nach der Saison 12/13 richtig gewesen.


Man könnte mit einem gewissen Recht behaupten, dass wir momentan darunter leiden, dass es einen ungewollten Umbruch nach der Saison 15/16 gab. Und dann hätte ein Umbruch nach 12/13 richtig sein sollen?

Ich bin in meinem post ein wenig weiter unten etwas näher darauf eingegangen.

Im Kern sage ich, dass man es folgendermaßen sehen kann:

Man kann ein Fragezeichen daran setzen, ob die Mannschaft von 12/13 tatsächlich der von 11/12 überlegen war. Rein von den Leistungen und Ergebnissen spricht das Abschneiden in der CL klar dafür, das Abschneiden in Meisterschaft und Pokal allerdings dagegen. Die Bayern haben es verstanden, ihre Mannschaft durch nur 2 Personaländerungen (Martínez und Dante) auf Schlüsselpositionen deutlich zu verbessern und haben gleichzeitig ihren Fußball angepasst / z.T. geändert. Aber auch wenn man davon ausgeht, dass das Team von 12/13 dem von 11/12 überlegen war, so gab es in 13/14 keine Weiterentwicklung, vielleicht auch schon eine Rückentwicklung. Dies hatte Ursachen. Die sich dann in der darauffolgenden Saison brutal bemerkbar machten. Sicherlich gab es eine Vielzahl von Gründen für diese Krise. Aber dass der Fußball unter Klopp sich nicht weiterentwickelt hatte und eine Reihe von ehemaligen Leistungsträgern an ihrem Limit angekommen waren bzw. sich eher zurückentwickelten, gehört mMn auch dazu. Diesem Trend hätte man begegnen können, wenn man in der Vorsaison mit der Einleitung gravierender Änderungen begonnen hätte.
Solche gravierenden Änderungen können unterschiedlicher Art sein: Ein neuer Trainer. Der Austausch diverser Schlüsselspieler. Ein anderer Fußball. Oder ein Mix daraus. Idealerweise erspart eine kontinuierliche Änderung den großen Schnitt. Diesen Prozess bewusst zu steuern ist allerdings schwierig und gelingt selbst den größten und finanzkräftigsten Teams nicht ohne Dellen. Deshalb erfolgt auch bei diesen Teams oft ein cut nach großen Erfolgen, weil man den Prozess nicht kontinuierlich betrieben hat. Wenn eine Mannschaft auf ihrem Höhepunkt ist, wenn der Erfolg am größten ist, dann müssen Änderungen erfolgen, damit man auch erfolgreich bleibt. Klopp hatte ja von gravierenden Änderungen gesprochen, die notwendig wären. Stay hungry, würde Arnold sagen ;-)
Der cut kam bei uns mit dem Fortgang Klopps. Mit Tuchel kam ein neuer Trainer und mit ihm ein anderer Fußball. Die Abwärtsspirale schien gestoppt und es ging wieder aufwärts. Was durch diverse Dinge dann wieder konterkariert wurde. Unglückliche Transferentscheidungen, Dissenz mit dem Trainer, Festhalten an den falschen Spielern. Dann der Versuch, die ‚alte‘ Spielweise durch einen neuen Trainer irgendwie zurückzuholen. Was in die Hose ging, aus diversen Gründen. Jetzt ein troubleshooting, um noch das Minimalziel zu erreichen. Was durchaus gelingen kann wegen der aktuellen Schwäche der Liga unterhalb der Bayern.

Wenn nun jeder Stein umgedreht werden soll, wie es immer so schön in Krisensituationen heißt, um wieder in die Aufwärtsentwicklung zu kommen, dann muss mMn auch auf dem Prüfstand, ob man nicht auf dem Höhepunkt aufgehört hat, richtig hungrig zu sein und es versäumt hat, frühzeitig durch Änderungen gegenzusteuern. Möglicherweise ist ein Typ wie Sammer da gar nicht verkehrt.

Es geht dabei auch nicht darum, den Bayern Paroli zu bieten, das wäre illusorisch. Aber der Anspruch, die klare Nr. 2 zu sein und vor allem zu bleiben und auch international eine Rolle zu spielen bedeutet nicht, keine harten und konsequenten Änderungen durchzuführen, wenn man oben steht. Im Gegenteil.

Man kann da gegenteiliger Meinung sein, völlig klar. Aber sich damit auseinanderzusetzen finde ich schon hilfreich. Ganz gleich, zu welchem Ergebnis man selbst kommt. Festgefügte Meinungen müssen immer wieder auch hinterfragt werden. Möglicherweise wird man bestätigt, möglicherweise ändert man seine Meinung gänzlich oder in Teilen. Wie auch immer.


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