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Akanji: "Ich habe immer noch Probleme mit Rassismus" (BVB)

Nolte, Montag, 05.03.2018, 15:22 (vor 2859 Tagen) @ Kayldall

Vielleicht verstehen wir das unterschiedlich, aber ich habe es gar nicht so verstanden, dass Akanji überhaupt jemand angeprangert hat. Akanji hat eine Verhaltensweise angesprochen, die ihm oft widerfährt, und geschildert, wie das auf ihn wirkt.

Dass Akanji solche Fälle ansprechen und nicht die "richtig heftigen", die üblen rassistischen Beleidigungen, finde ich übrigens aus zwei Gründen verständlich:

1.) Ich habe schon öfters gehört, dass diese "kleinen" Fälle, die Akanji anspricht, mehr weh tun als die Affenlaute oder N*-Pöbeleien. Letztere Beleidigungen können viele Menschen anscheinend ganz gut ausblenden, weil die wirklich nur stumpfer Mist sind, der von rassistischen A*löchern geäußert wird. Fälle wie das Flugzeug-Beispiel dagegen treffen härter, weil sie (a) viel häufiger sind, (b) von "ganz normalen Leuten" geäußert werden (also eben keinen expliziten Rassisten) und (c) gerade dadurch vermitteln, dass man noch nicht als "normales Mitglied der Gesellschaft" im eigenen Heimatland wahrgenommen wird.

2.) Ein zweiter Grund besteht darin, dass man die normalen Menschen (hoffentlich) einfacher zur Verhaltensänderung bringen kann. Ich sehe das nämlich in manchen Punkten gar nicht so anders als du: Die große Mehrzahl aller Menschen ist ganz bestimmt nicht allzu rassistisch. Und gerade deshalb sollten die doch offen dafür sein, was von Rassismus Betroffene ihnen sagen. Wenn ein Schwarzer einem NPDler und/oder echten Neo-Nazi erzählt, wie er unter Rassismus leidet, wird das bei denen doch nichts bewirken. Wenn der Schwarze es aber "uns normalen Leuten" erzählt und sagt "Bitte behandelt mich nicht wegen meiner Hautfarbe anders als andere Menschen", müsste das doch machbar sein, oder nicht? Ich meine, was ist denn wirklich so schwierig an einer solchen kurzen Unterhaltung: "Bitte sprecht schwarze Menschen in Deutschland grundsätzlich auf Deutsch an" - "Okay, kein Ding, machen wa".

Gerade die ganzen nicht-rassistischen Menschen sollten doch einfach ein offenes Ohr für Menschen haben, die von Rassismus betroffen sind. Und genau deshalb ergibt es Sinn, zu diesen Menschen zu sprechen.

Wenn Akanji stattdessen ein Beispiel genannt hätte, wie er von einem Neo-Nazi bespuckt wird, hätten wir doch alle nur gedacht, was das für ein A*loch war, aber uns gesagt, dass es uns nicht betrifft. Dann wäre das sicher kein großer Thread geworden.

Dass dieser Thread nun so ausgeartet ist, liegt doch meiner Ansicht nach einfach nur daran, dass einige Menschen sich von Akanji zumindest mittelbar angesprochen fühlten. Und genau deshalb war es wichtig und gut, dass Akanji dieses Beispiel brachte.


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