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Aki war gestern in London (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 02.03.2018, 13:16 (vor 2863 Tagen) @ Nolte

Deine Argumentation wiederum ist eine, die ich nicht schlüssig finde. Denn ich sehe nicht, wieso ich nicht gleichzeitig den weltweiten Güterverkehr zumindest in gewissem Maße als notwendiges Übel ansehen und trotzdem private Flugreisen kritisieren kann. Diese beiden Dinge stehen nicht konträr zu einander.
Absurd wäre es natürlich, wenn ich meinen Urlaubsflug nach Thailand aus ökologischen Gründen nicht antrete, aber als Ersatz eine Kreuzfahrt buche. Aber das ist ja nicht das, was du geschrieben hast. Private Reisen und Welthandel sind zwei verschiedene Dinge, die man nicht einfach gegeneinander aufwiegen kann.

Zudem stelle ich mal, ohne dafür direkte Quellen zu haben, die Behauptung auf, dass Menschen, die Flugreisen kritisch betrachten, oftmals auch überdurchschnittlich darauf bedacht sind, regional zu konsumieren und somit ihren Anteil am mit Containerschiffen betriebenen Welthandel zu verringern.

Diese Haltung "Du darfst A nicht kritisieren, wenn du nicht auch B kritisierst" finde ich immer etwas schwierig, weil sie selten inhaltliche Auseinandersetzungen zum Ziel hat, sondern in der Regel den Menschen dahinter diskreditieren soll. Zudem ist sie lupenreiner Whataboutism. "A finde ich schlecht, darüber möchte ich mal sprechen." - "Na und? B ist noch viel schlechter."

Ich kritisiere weder den Menschen hinter einer Aussage, noch nehme ich die von Dir beschriebene Haltung ein. Es geht mir vielmehr um die inhaltliche Auseinandersetzung. Denn gerade in der Fokussierung auf kleinere Teilaspekte ohne sich auch und durchaus schwerpunktmäßig den weitaus größeren Ursachen zuzuwenden liegt die Gefahr, das vom Wesentlichen abgelenkt werden soll. Auch wenn es nur zur Beruhigung des eigenen ökologischen Gewissens dient.

Ich (bzw. wir) kaufe/n sehr viel regional. Und ich rede jetzt nicht nur vom Honig, den ich auf dem Markt vom lokalen Imker erstehe. Und per Flieger war ich hauptsächlich geschäftlich unterwegs in meinem bisherigen Leben. Privat verzichte ich gerne auf Flugreisen, allerdings auch, weil es für mich keinen Verzicht darstellt. Mich kotzt diese ganze Fliegerei einfach an. Wahrscheinlich, weil ich zuviel in meinem Leben beruflich das Flugzeug benutzen musste. Das ist jetzt fast vorbei und da mein bevorzugtes Urlaubsgebiet das benachbarte Frankreich ist, verzichte ich gerne, aber nicht unbedingt aus Gründen des ökologischen Gewissens auf die Fliegerei. Regional ist sicherlich gut, aus vielen Gründen. Aber ein Rundgang durch sein Haus oder seine Wohnung und die Beschäftigung mit den Dingen, die sich darin befinden, und vor allem mit ihrer Herkunft bzw. mit der Herkunft der Teilkomponenten öffnet vielleicht die Augen dafür, wie groß die Menge an Gütern ist, die über die Weltmeere geschippert werden und dann eben bei mir persönlich landen. Und das ist für mich persönlich alles andere als ein notwendiges Übel.


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