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Neu auf schwatzgelb.de: Unwürdig (BVB)

stfn84, Köln, Mittwoch, 31.05.2017, 10:48 (vor 3148 Tagen) @ Redaktion schwatzgelb.de

Die öffentliche Äußerung von Watzke zum 'Dissens' sehe ich aufgrund des Zeitpunkts weiterhin kritisch. Das hätte man vermutlich besser nach dem Ende der Saison gemacht.

Allerdings sollte man auch mal die Kirche im Dorf lassen. In der heutigen Zeit ist alles eine Eilmeldung wert, alles eine neue Stufe der Eskalation und wird entsprechend hysterisch von den Medien, in diesem Forum oder den sozialen Netzwerken begleitet.
Watzke hat letztlich das ausgesprochen, was man seit Monaten erahnen konnte. Auch hier gab es mehrere, die einzelne 'Indizien' (z.B. Beförderung von Mislintat, trotz des öffentlich bekannten 'Dissens' mit TT) dazu bewogen haben, von einem schlechten Binnenverhältnis im Club auszugehen. Andere waren näher dran und haben es aus 'erster Hand' erfahren.

Wenn ich mich richtig erinnere, hat der BVB bis zum Sommer/Oktober 2016 versucht, mit TT zu verlängern. Danach kam die Abkehr, gleichwohl hat man nach außen verkauft, sich nach der Saison zusammen setzen zu wollen um über eine weitere, vertrauensvolle Zusammenarbeit zu beraten. In einem Geschäft, indem gelogen und betrogen wird, bis sich die Balken biegen, waren diese Äußerungen als deutliches Statement zu verstehen. Ein Statement, welches bereits vor zig Monaten auf eine Trennung hindeutete.

Tuchel hat bis zum Winter Nichts getan, was den Eindruck erwecken konnte, dass er längerfristig bei Borussia bleiben möchte. Erste Angebote zur Vertragsverlängerung wurden ausgeschlagen. Im Winter, als sich auch öffentlich der Wind gedreht hatte, kam dann die neue Kommunikationsstrategie von Thomas Tuchel.
Auch an dieser Stelle kann es jeder anders sehen, aber:
Ich traue Thomas Tuchel nicht zu, dass er binnen weniger Wochen eine derartige Wesensänderung vollzieht. Ich misstraue der Authentizität seiner Aussagen. Ich glaube ihm nicht, dass ihm die Südsperrung ernsthaft was ausgemacht hat.
Viel mehr glaube ich, dass er dies zu seinem Vorteil nutzen wollte, um seine Zustimmung unter den Fans zu steigern.
Dies ist ihm offensichtlich sehr gut gelungen.

Ich kritisiere Watzke dafür, dass die sich anbahnende Trennung von TT öffentlich nicht gut moderiert wurde.
Allerdings sehe ich es so, dass sich Tuchel seit Monaten auch öffentlich gegen Watzke & Co. positioniert hat.
Tuchel ist in meinen Augen auch ein Trainer, der sich persönlich für unentbehrlich hält und die Arbeit Anderer ähnlich kritisch beäugt wie es Super-Super-Pep in München getan hat.
Ein Trainer, der seine Person womöglich über das Wohl von Borussia Dortmund gestellt hat, um das eigene Image aufzupolieren.
Ein Trainer, der vermutlich so oder so nach drei Jahren seine Zelte hier hat abbrechen wollen, um den nächsten Karriereschritt zu vollziehen.

Ich vertraue Watzke aufgrund seiner Arbeit und Verdienste um Borussia Dortmund zu 100%. An dieser Stelle der Argumentation ("Watzke kann man vertrauen") wurde im Forum schon öfters der Vergleich zum Sonnenkönig Niebaum gezogen.
Schon komisch, da Niebaum zwar den sportlichen Aufstieg Borussia´s geprägt hat, aber diesen nicht ansatzweise mit wirtschaftlicher Solidität hinbekommen hat.
Deshalb ist Watzke weder außerhalb jeder Kritik noch jemand, dem man blind zu folgen hat: Aber man sollte einem verdienten Borussen wie ihm etwas mehr Vertrauen und Glaubwürdigkeit zusprechen, als einem Trainer der keine zwei Jahre bei uns war und Borussia Dortmund wohl eher als temporäres Projekt gesehen hat.

Zurück zur Trennung von TT: Es wirkt zumindest fragwürdig, wieso der eilig eingerichtete Twitter-Account von TT die Trennung nahezu zeitgleich mit der Springer-Presse veröffentlicht. Auch hier reagiert Watzke auf das Statement von Tuchel und versucht mit dem offenen Brief den Schaden zu begrenzen.
Womöglich hätte es die öffentliche Diskussion um TT aber nicht gegeben, wenn TT die Verantwortlichen seit der Winterpause nicht des Öfteren provoziert hätte.
Auch dann hätte Watzke besser reagieren müssen, obwohl er dann eben nicht als der Aggressor bezeichnet werden dürfte.

Borussia Dortmund ist gespalten, ja das glaube ich auch.
Aber das sehe ich nicht als großes Problem an. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen, auch in der Bewertung der Personalie Tuchel. Das gehört zum Geschäft und ist für einen Verein mit mehr als 140.000 Mitgliedern und Millionen von Fans m. E. eher förderlich, als gäbe es nur einen Einheitsbrei an Ansichten. Zumindest, solange man sich auf die grundlegenden Werte von Borussia Dortmund einigen kann.
Die im offenen Brief genannten Punkte für eine gute Zusammenarbeit beim BVB würde ich so unterschreiben. Diese müssen natürlich nicht nur vom neuen Trainer, sondern (weiterhin) von Rauball, Watzke, Zorc & Co. eingehalten werden. Es liegt an uns zu beobachten, eine etwaige Abkehr dieser Werte öffentlich anzuprangern.


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