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PK mit Tuchel vor Frankfurt (BVB)

Blarry, Essen, Donnerstag, 13.04.2017, 18:34 (vor 3229 Tagen) @ Melange

Am Dienstag oder gestern einmal Dampf abzulassen ist ja okay. Aber wie genau hilft er der Mannschaft bei der Bewältigung der Geschehnisse, wenn er sich wieder und wieder zu den Vorfällen äußert? Das Spiel an sich hat gestern nunmal stattgefunden, und die 2x45 Minuten sollten ab heute dann auch abgehakt sein. Über die UEFA zu motzen hat nullkommanull therapeutischen Wert für diejenigen, die von dem Anschlag betroffen sind.

Was man Watzke und Rauball unbedingt zugute halten muss: die beiden haben ein Vielfaches an Lebenserfahrung als, nunja, ein guter Querschnitt durchs Forum der Psychologen und Terrorismusexperten. Die beiden handeln in einem globaleren Kontext als jeder einzelne von uns denkt.
Wenn Dr. Rauball davon spricht, unsere Spieler seien Profis, dann hat er aus einer übergeordneten Perspektive nur Recht. Nein, sie sind keine Profis im Umgang mit Attentaten auf ihr Leben. Aber es sind Fußballprofis. Als solche sind sie von Kindheit auf darauf konditioniert und ausgebildet, negative Ereignisse zu verarbeiten und ins Positive zu wandeln. Wer keine "Schicksalsschläge" (Scheißwort btw) dauerhaft hinter sich lassen kann, schafft es nicht zum Profi. Natürlich war das am Dienstag eine ganz andere Hausnummer als ein Kreuzbandriss oder ein 1:5 in München, und wer ernsthaft meint, ich würde das Eine mit dem Anderen vergleichen oder in Relation setzen hält jetzt bitte seinen Kopf so etwa 20 Minuten unter kaltes fließendes Wasser, thank you very much. Aber die Grundmechanismen, um so ein Ereignis mental zu verarbeiten, sind in jedem der Jungs verankert. Die haben ihr Leben lang nicht anderes gemacht, nur nicht in diesem obszönen Maßstab wie heute. Und sie werden es schaffen, dieses obszöne Ereignis in Kraft für die Zukunft umzuwandeln. Weil es in der Natur des Menschen liegt, in sowas den Wert des eigenen Lebens erst richtig zu begreifen, und weil sie darüberhinaus von Schwärmen hervorragender Psychologen umgeben sind.

Bitte, Mädels, hört auf die Jungs zu bemuttern. Mitleid ist nichts, woraus man Kraft schöpft. Auch wenn es beim einen oder anderen länger dauert, aber ich weiß, dass sie ihre Dämonen an den Eiern packen und vor die Tür werfen werden. Weil sie größer sind als das da.


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