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Neu auf schwatzgelb.de: Kritik an Hans-Joachim Watzke: Aki auf Abwegen - Richtung Abschied? (BVB)

markus, Freitag, 15.09.2023, 14:34 (vor 1056 Tagen) @ istar

Wenn ein Fußballer sagt, Schwule wären für ihn Dämonen (oder wie auch immer Felix das konkret gemeint hat),dann wird dadurch auch kein einziger Homosexueller bei der Wohnungssuche oder bei Behörden diskriminiert.

Außerdem ist es für Ü60 trotz Fachkräftemangel schwer, einen Job zu finden, bei Krediten wird es schwierig und ab 70 unterstellt man dann gerne-auch bei Behörden- die sind sowieso tüttelig und sie werden wie Doofe behandelt. Gilt natürlich auch für alte,weiße Frauen.

Ich finde es immer schade, wenn dann die Diskussion plötzlich aufhört. Denn in der Tat: Wenn ausschließlich Diskriminierung bei der Wohnungssuche oder bei Behörden gemeint wäre, dann würde das zum einen so in den Gesetzen stehen. Zum anderen wären dann Witze, Beleidigungen oder sonstige Herabwürdigungen im Zusammenhang mit den Diskriminierungsmerkmalen erlaubt. Dann wären auch die Ansichten von Nmecha keine Diskriminierung.

Sämtliche Antidiskriminierungsvorschriften umfassen jegliche Benachteiligungen, also gibt es zum einen natürlich auch verbale Diskrimierung. Zum anderen kommt es nur darauf an, ob ein Bezug zu eines der Diskriminierungsmerkmale hergestellt werden kann. An der Stelle haben wir gleich drei Merkmale (Geschlecht, Herkunft, Alter). Also liegt hier per Definition Diskrimierung vor.

Mir scheint, dass wir noch immer im Lernprozess sind und zum einen noch nicht flächendeckend verinnerlicht haben, dass die Merkmale alle gleichrangig nebeneinander stehen und zum anderen jegliche, also auch verbale, Diskrimierung verboten ist. Es selektiv auslegen zu wollen, ist weder sinnvoll noch glaubwürdig. Ebensowenig ist es sinnvoll, als eine Art ausgleichende Gerechtigkeit damit zu beginnen, Menschen deshalb zu diskriminieren, weil sie bisher in ihrem Leben zu wenig oder noch gar nicht diskriminiert wurden.

Es können sogar gut gemeinte Äußerungen diskriminierend sein. Vor einigen Wochen war das Thema irgendwo im TV. Dort sagte eine asiatisch aussehende und in Deutschland aufgewachsene Frau, dass sie oft mit „Sie können aber gut deutsch“ angesprochen wird. Das mag dann positiv gemeint sein, aber es kommt negativ an. Denn damit unterstellt man, dass man ihr dies nicht zugetraut hätte, bloß weil sie asiatisch aussieht.


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