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Kritik an Hans-Joachim Watzke (BVB)

markus, Mittwoch, 13.09.2023, 19:01 (vor 1059 Tagen) @ stfn84
bearbeitet von markus, Mittwoch, 13.09.2023, 19:04

Kritik ist ja grundsätzlich gut, richtig und wichtig. Aber man sollte dann auch schon fundiert argumentieren können.

Es gibt genügend Dinge bei denen Aki Watzke in seiner Funktion beim BVB Kritik verdient. Das sollte man dann aber eben auch so konkret machen, statt irgendwelche Dinge durcheinander zu werfen oder "ich habe zwar keine Ahnung, aber..." Plattitüden raus zu hauen.

Was denn zum Beispiel? Im Grunde können wir seine Arbeit doch gar nicht fachlich beurteilen. Wenn ich das könnte, wäre ich wahrscheinlich selbst irgendwo Geschäftsführer. Wir können nur auf der gefühlten Ebene Kritik ausüben, zumal die sportlichen und finanziellen Ergebnisse seit vielen Jahren im zu erwartenden Rahmen liegen und somit sogar auch die Resultate passen.

Und dennoch habe ich auch das Gefühl, dass es langsam mal gut sein sollte. Alles hat mal sein Ende, das ist der Lauf der Dinge. Und der passende Moment zum Gehen erscheint mir schon abgelaufen zu sein. Die Äußerungen gerade in jüngster Vergangenheit sind für meinen Geschmack zum Teil gruselig bis populistisch gewesen, z.B. die Aussage, dass es nicht möglich sei, Haaland zu halten, wenn Stehplätze nur acht Euro kosten (zu einem Zeitpunkt zu dem sie bereits mehr als doppelte kosteten und auch der DK Preis anteilig schon bei 14 Euro lag und selbst das reicht nicht aus).

Auch in Sachen Menschlichkeit ließen einige Aussagen zu wünschen übrig. Beispiel Corona: Da hat es selbst ein Uli Hoeneß geschafft, hinter dem Stopp der Bundesliga und der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zunächst ohne Zuschauer zu stehen. Von Watzke kam durchgehend Unverständnis. Umsatz vor Gesundheit war sein Motto.

Dann die Bockigkeit im Zusammenhang mit dem Scheitern des Investorendeals. einschließlich unterschwelligen Drohungen, die niemand der anderen 35 Clubs wirklich ernst nehmen musste, weil das gesamte DFL Konstrukt auf demokratischen Mehrheitsentscheidungen fußt und Watzke in den Abstimmungen auch nur eine von 36 Stimmen hat. Sprich: Ihm hätte bewusst sein müssen, dass er alleine eh nicht ändern kann.

Die Aussagen zu Nmecha (sinngemäß: den normalen Fans ist das Thema egal) waren auch unglücklich. Ebenso der Populismus in Sachen Kinderfußball (Zitat „Demnächst spielen wir dann noch ohne Ball. Oder wir machen den eckig, damit er den etwas langsameren Jugendlichen nicht mehr wegläuft“). Und die Aussagen hinsichtlich Leistungsdruck und Home-Office zeigen dann auch noch mal, dass es ihm schwer fällt, gesellschaftliche Änderungen mitzugehen.

Allerdings finde ich Kritik, die „Alter weißer Mann“ beinhaltet ebenfalls populistisch. Ich kann mich nicht davon freisprechen und mir ist das bestimmt auch schon einmal rausgerutscht, aber das ist formal halt auch Diskrimierung und das gleich hinsichtlich von drei verschiedenen Merkmalen (Alter, Herkunft bzw. Hautfarbe und Geschlecht“). Ist vielleicht nicht so präsent, weil diese Gruppe in der Regel zu den privilegierten gehört, jedoch kommt es immer auf den Kontext an und der ist ja klar negativ.


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