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Der VAR raubt in dieser Form dem Fußball die Faszination (BVB)

burz, Lünen, Donnerstag, 09.03.2023, 12:22 (vor 1260 Tagen) @ Intertanked

"Das einfache Regelwerk bildete über Jahrzehnte die Grundlage für den Siegeszug des Fußballs als Sportart Nummer 1. In Deutschland. In Europa. In vielen anderen Teilen der Welt. Mit Ausnahme der Abseitsregel, die ursprünglich entgegen dem eigenen Mythos recht leicht zu erklären war, gibt es eigentlich nichts, was man selbst als totaler Laie nach kurzer Einführung nicht verstehen könnte."

Das finde ich ebenfalls entscheidend. Man sollte sich mal anschauen wer bei der IFAB für die Regeländerungen zuständig ist. Eigentlich können das nur Lobbyisten von anderen Sportarten sein, die dafür bezahlt werden den Fussball unansehnlich zu machen.

Beim VAR hab ich jede Hoffnung verloren und die Lust auf Fussball wird mir immer mehr genommen.


Ich verstehe und teile die Kritik am VAR dahingehend, dass er allen Beteiligten die spontanen Emotionen raubt.

Wenn aber sowieso ein Eingriff durch den VAR stattfindet, ist es mir weitgehend egal, ob es eine oder 2 Minuten dauert.

Im konkreten Fall ist der VAR ja auch nicht die Ursache des Problems, sondern die zu große Breite an Graubereichen. Die Menge an Graubereichen könnte man reduzieren. Will man aber offenbar nicht oder man ist nicht fähig daz. Und das ist ein Problem, das wir auch ohne den VAR hätten. Es wäre nur nicht so offensichtlich. Der VAR zeigt uns einfach nur sehr transparent, wie hilflos die handelnden Personen ganz generell in Sachen Regeldefinitionen agieren.

Ich glaube eher der Fußball inklusive seiner Regeln bestand seit Jahrzehnten aus Graubereichen die vom Schiedsrichter interpretiert wurden. Der VAR führt mMn eher dazu das Teile der Regeln künstlich überhöht werden, während andere weiterhin sehr fluide angewendet werden.

Die Handregel ist inzwischen vollkommen im Bereich der Hyperrealität angekommen. In SuperSlowMotion mit 240 Bildern der Sekunde wird geguckt, wie Marius Wolf zum Ball stand oder ob Bynoe Gittens noch 1,5 Pixel im Strafraum stand (dass dann auch noch falsch). Ich behaupte aber das hat gar nichts mehr mit der Realität auf dem Fußballplatz zu tun.

Andere Regeln liegen dafür komplett brach, wie z.B. die Torhüter 6 Sekunden Regel, ein Check auf die Rückpassregel hat es in den letzten 5 Jahren nicht gegeben und gelbe Karten im Mittelfeld für taktische Fouls werden weiterhin komplett der Tagesform des Schiris untergeordnet.

Wilder Gedanke: die nicht komplett regelkonforme Grauauslegung des Spiels durch den Schiedsrichter kann zu gerechteren Ergebnissen führen. Beispiel: Emre Can gegen Hoffenheim. Der Schiri gibt Freistoß an der Strafraumkante. Der VAR findet in SlowMo raus, das Bein wird im Strafraum berührt und schaltet sich ein. Der Schiri entscheidet nun, gegen den VAR, dass die Sache nicht für einen Elfmeter reicht und steht in der Kritik. Wäre die Auslegung Freistoß nicht ein gerechtere Lösung - im Sinne der Elfmeterregeln gewesen- obwohl technisch nachgewiesen werden kann, dass ein Fuß beim Verlassen des Strafraums berührt wird?

Klopp hat zum VAR gesagt: "Wer sitzt denn da? Muss es denn unbedingt ein Schiedsrichter sein oder könnte es nicht vielleicht auch jemand sein, der einfach Talent dafür hat, Dinge richtig einzuschätzen?". Der Gedanke ist erst unsinnig, aber dann auch sinnvoll. Zumindest für mich.

Mir ging es in meinen Ausführungen vor allem uns Handspiel. Hier würde ich den Graubereich tatsächlich reduzieren wollen. Und das dann dahingehend, dass es zu weniger Interventionen vom Schiedsrichter kommt, als aktuell. Hier hätte ich dann doch die Hoffnung, dass wir nicht weit auseinander liegen.

Beim Thema Fouls würde mich tatsächlich mal eine breite Diskussion von mündigen (Ex-)Spielern und Trainern interessieren, wie die das Thema sehen. Die Szenen von Can gegen Hoffenheim (der Tritt unten) und das Schubsen gegen Havertz sind m.E. ganz gute Beispiele. Hier würde ich dann schon sagen, dass er seine Gegenspieler in beiden Fällen entscheidend beeinträchtigt haben könnte. Und wenn man zu diesem Schluss kommt, ist es eben auch ein Foul. Ich tendiere hier also anders als beim Handspiel eher dazu auch einzugreifen. Aber die grundsätzliche Beurteilung würde ich eher Praktikern überlassen, als den jetzigen Regelhütern. So oder so hatten wir hier ja auch an anderer Stelle schon diskutiert, dass ein indirekter Freistoß oft eine praxisnähere Lösung wäre, als direkt ein Elfmeter. Oft genug wird ein Schiri sicher sagen "war zwar ein Foul, reicht aber nicht für eine so krasse Bestrafung wie ein Elfmeter". Unter den Umständen kann es dann auch nicht sein, dass es keinen Kompromiss zwischen Elfmeter und Weiterspielen gibt.

Was die anderen Regeln wie 6-Sekunden-Regel, Sperren des Balles bei Freistoß usw angeht, bin ich einfach nur noch sprachlos. Ich habe keine Erklärung dafür, dass diese Themen nicht angegangen werden. Aber das ist eben dann auch ein weiteres Beispiel für die Inkompetenz der handelnden Personen.


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