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Der VAR raubt in dieser Form dem Fußball die Faszination (BVB)

bobschulz, MS, Donnerstag, 09.03.2023, 11:55 (vor 1259 Tagen) @ Intertanked

"Das einfache Regelwerk bildete über Jahrzehnte die Grundlage für den Siegeszug des Fußballs als Sportart Nummer 1. In Deutschland. In Europa. In vielen anderen Teilen der Welt. Mit Ausnahme der Abseitsregel, die ursprünglich entgegen dem eigenen Mythos recht leicht zu erklären war, gibt es eigentlich nichts, was man selbst als totaler Laie nach kurzer Einführung nicht verstehen könnte."

Das finde ich ebenfalls entscheidend. Man sollte sich mal anschauen wer bei der IFAB für die Regeländerungen zuständig ist. Eigentlich können das nur Lobbyisten von anderen Sportarten sein, die dafür bezahlt werden den Fussball unansehnlich zu machen.

Beim VAR hab ich jede Hoffnung verloren und die Lust auf Fussball wird mir immer mehr genommen.


Ich verstehe und teile die Kritik am VAR dahingehend, dass er allen Beteiligten die spontanen Emotionen raubt.

Wenn aber sowieso ein Eingriff durch den VAR stattfindet, ist es mir weitgehend egal, ob es eine oder 2 Minuten dauert.

Im konkreten Fall ist der VAR ja auch nicht die Ursache des Problems, sondern die zu große Breite an Graubereichen. Die Menge an Graubereichen könnte man reduzieren. Will man aber offenbar nicht oder man ist nicht fähig daz. Und das ist ein Problem, das wir auch ohne den VAR hätten. Es wäre nur nicht so offensichtlich. Der VAR zeigt uns einfach nur sehr transparent, wie hilflos die handelnden Personen ganz generell in Sachen Regeldefinitionen agieren.

Ich glaube eher der Fußball inklusive seiner Regeln bestand seit Jahrzehnten aus Graubereichen die vom Schiedsrichter interpretiert wurden. Der VAR führt mMn eher dazu das Teile der Regeln künstlich überhöht werden, während andere weiterhin sehr fluide angewendet werden.

Die Handregel ist inzwischen vollkommen im Bereich der Hyperrealität angekommen. In SuperSlowMotion mit 240 Bildern der Sekunde wird geguckt, wie Marius Wolf zum Ball stand oder ob Bynoe Gittens noch 1,5 Pixel im Strafraum stand (dass dann auch noch falsch). Ich behaupte aber das hat gar nichts mehr mit der Realität auf dem Fußballplatz zu tun.

Andere Regeln liegen dafür komplett brach, wie z.B. die Torhüter 6 Sekunden Regel, ein Check auf die Rückpassregel hat es in den letzten 5 Jahren nicht gegeben und gelbe Karten im Mittelfeld für taktische Fouls werden weiterhin komplett der Tagesform des Schiris untergeordnet.

Wilder Gedanke: die nicht komplett regelkonforme Grauauslegung des Spiels durch den Schiedsrichter kann zu gerechteren Ergebnissen führen. Beispiel: Emre Can gegen Hoffenheim. Der Schiri gibt Freistoß an der Strafraumkante. Der VAR findet in SlowMo raus, das Bein wird im Strafraum berührt und schaltet sich ein. Der Schiri entscheidet nun, gegen den VAR, dass die Sache nicht für einen Elfmeter reicht und steht in der Kritik. Wäre die Auslegung Freistoß nicht ein gerechtere Lösung - im Sinne der Elfmeterregeln gewesen- obwohl technisch nachgewiesen werden kann, dass ein Fuß beim Verlassen des Strafraums berührt wird?

Klopp hat zum VAR gesagt: "Wer sitzt denn da? Muss es denn unbedingt ein Schiedsrichter sein oder könnte es nicht vielleicht auch jemand sein, der einfach Talent dafür hat, Dinge richtig einzuschätzen?". Der Gedanke ist erst unsinnig, aber dann auch sinnvoll. Zumindest für mich.

Zu Klopps Satz: der insinuiert ja, dass ein SR das nicht kann. Also so weit richtig. :-)
Aber ernsthaft: die Einbindung ehemaliger ausländischer Spieler (d.h. ohne Vereinspräferenzen in der Situation/ Liga) könnte doch hilfreich sein, statt eines 2. VAR aus SR-Kreisen.
Natürlich müsste man die Regelschulungen unterziehen, aber grundsätzlich SOLLTE ein Profispieler die drauf haben.


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