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Für Bellingham macht Kloppo eine Ausnahme (BVB)

Zico80, Mittwoch, 28.12.2022, 12:48 (vor 1335 Tagen) @ Davja89

Naja wenn XY sich ein Haus erarbeitet hat:

Hat er das Einkommen mit dem er die Raten zahlt versteuert.

Er bezahlt beim Erwerb Grunderwerbsteuer.

Für jede Reparatur zahlt er Mehrwertsteuer fürs Baumaterial und/oder Steuer auf die Handwerkerleistung.

Warum sollte er dann nochmal Steuer bezahlen beim Vererben auf seinen Sohn? Es ist sei Eigentum das er ordnungsgemäß versteuert hat.

Die Steuer bezahlt ja nicht er, sondern sein Sohn (oder Töchter oder irgendwas dazwischen:-) Bis dahin bin ich aber vollkommen bei Dir. Trotzdem ist das Beispiel mE schlecht gewählt: Kein ernstzunehmender politischer Akteur, der die Erbschaftssteuer reformieren möchte, geht es um XY mit Haus. Im Gegenteil: Diese sind aktuell ja drastisch benachteiligt. Es geht immer Betriebsvermögen > 2 Millionen Euro, bei vielen sogar nur um betriebsvermögen über 10 Millionen Euro.

Beispiele: Frau Klatten bekommt im Jahr ca. 1 Milliarde leistungsfrei aus Dividenden von Firmenanteilen, die sie geerbt hat. Quasi steruerfrei. Wenn Sie all dieses Vermögen irgendwann vererbt, warum soll darauf keine Erbschaftssteuer anfallen? Das BVG hat bereits 2015 festegestellt, dass es absolut keinen Grund für die drastische Bevorzugung von Unternehmensvermögen gegenüber Privatvermögen gibt. Vor allem auch, weil man ja flexibele Regelungen einführen könnte, die eine Zahlung über mehrere Jahre erstreckt. Dann muss auch niemand Opa's Firma verkaufen.

Damit kann er im Zweifel tun was er möchte.

Das ist die Lebensleistung von vielen Millionen Bürgern.

Die sie unter anderem erbringen konnten, weil sie das Glück hatten, in einen funktionierenden Staat geboren zu sein.

Die ist dennen nicht in den Schoß gefallen sondern man hat eventuell auf Sachen verzichtet die sich andere gegönnt haben.

Eventuell, genau. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte man aber viele Chancen, die andere nicht haben. Grundsätzlich wird übrigens der Eigentanteil an der wirtschatlichen Situation massiv überschätzt, aber das nur am Rande.

Nebenbei trägt die Mittelschicht (die Gruppe die meistens in der Lage sind ein Haus an ihre Kinder zuvererben) sowieso schon den größten Teil der Sozialen Sicherungssysteme.

Auch da bin ich bei Dir. Allerdings ist das doch ein Argument für die Erbschaftssteuer: Würden die LEISTUNGSFREIEN sehr hohen Vererbungen und Schenkungen endlich besteuert, wäre es doch fairer gegenüber den Leistungerbingern, die aktuell die ganze Last der sozialen Sicherungssystem tragen und auch den Hauptteil der Erbschaftssteuer. Unter Umständen könnten diese sogar entlastet werden, je nachdem, wie man die neuen leistungsfreien Steuereinkommen verwenden möchte.


Versteh mich nicht falsch: Steuern muss es geben. Diese zahle ich auch gerne wenn ich dafür in einem funktionierenden Staat lebe mit einer eingermaßenen Sozialen Gerechtigkeit.

Auch da bin ich bei Dir.

Aber irgendwo ist auch mal das Ende der Fahnenstange erreicht.

Wie gesagt, damit könnte man die Belastung von Otto Normalbürger senken und sich wieder weiter vom Ende der Fahnenstange entfernen. Deswegen verstehe ich Deinen Punkt hier nicht.


Wenn man mit Geld um sich schmeißt aufgrund von x Krisen dann wird man denn Menschen in diesem Land irgendwann leider sagen müssen: "Und dieses oder jenes ist ab jetzt nicht mehr drinnen. Dafür fehlt uns schlicht das Geld. Das ist Schmerzhaft aber gehört zum Leben halt auch mal dazu."

Aber an Geld mangelt es doch nicht bei uns. Es ist die Verteilung, an der es hapert. Wenn Fride Springer quasi komplett steuerfrei eine Milliarde an den rechten Hetzpapst Döpfner verschenken kann, ist der Gesellschaft mit Sicherheit nicht geholfen. Und dem kleinen Häuslevererber auch nicht.


Das sind leider Wahrheiten die in diesem Land niemand hören möchte.

Was will niemand hören? Das nicht unendlich Geld da ist? Das weiss doch sowieso jeder. Es sei denn, man druckt es, hilft aber mittelfristig auch nicht.

Der Staat ist keine Vollkaskoversicherung die einem gegen jede Unanehmlichkeit des Lebens absichern muss.

Absolut nicht. Wer sagt denn, dass es so sein soll? Ich kenne niemanden, deswegen hört es sich etwas noch Strohmann Argument an.

Der Staat sollte aber einer funktionierenden Demokratie arbeiten. Und wenn ein Grossteil das Vermögens über Generationen in einigen wenigen Familien bleibt, die damit auch viel Macht einkaufen, während die anderen (z.B. die Menschen mit mittleren und hohen EINKOMMEN, nicht VERMÖGEN) alles bezahlen und die wirklich Reichen ohne je eigene Leistung erbracht zu haben auf der faulen Haut liegen, fett kassieren und versuchen, die Gesellschaft zu spalten wie es aktuell der Fall ist, ist das mMn eher kontraproduktiv.

Es gibt gewisse Mindestandarts auf die wir uns als Gesellschaft geeinigt haben.

Welche meinst Du denn genau?

Alles dadrüber hinaus darf man in guten Zeiten gerne machen. Wenn die Kohle fehlt muss man eben sparen und nicht unbegrenzt an der Einnahmenseite drehen.

Aber die Kohle fehlt ja nicht. Sie sitzt halt bei wenigen und viele davon haben dafür nie Leistung erbracht. Als angeblich liberale Partei müsste die FDP eigentlich für höhere Erbschaftssteuern auf hohen Vermögen sein, die gibt es übrigens selbst in den USA und UK. Auch die übliche Unionsfloskel "Arbeit muss sich lohnen" spricht doch eigentlich ganz klar für eine Erbschafts- und / oder Vermögenssteuer. Auch wenn diese die immer nur auspacken, wenn es darum geht, auf sozial schwachen rumzutreten. Dabei schmeissen wir ja schon viele Arme in den Knast, scheint ihnen aber noch nicht zu reichen.


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