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Die Deutschen (Fußball und Sport allgemein)

Argyle, Köln, Dienstag, 20.12.2022, 12:02 (vor 1134 Tagen) @ koom

Tobias Escher - eigentlich eher bei Fußballtaktik etc. unterwegs - hat da in seinem Schluss-Artikel zur WM auch einiges passendes dazu geschrieben:

https://www.laptoptrainer.de/2022/12/19/wm-bilanz-katar-2022-sport-messi-boykott/

Der Fußball ist hier nur ein Schauplatz von vielen. Aber er ist für uns ein wichtiger. Der mittelalte europäische, zumeist männliche Fußball-Fan war es gewohnt, dass sich das Spiel seinen Sehgewohnheiten angepasst hatte. Um ihn drehte sich die Welt – vor allem die Welt der Sponsoren, welche das Geld gaben. Das bedeutete: Weltmeisterschaften fanden im Sommer statt, es wurde Bier getrunken und Schwein gegrillt, während wir die Spiele in Ländern verfolgten, deren Städtenamen uns bekannt klangen.

Doch diese Zeit endet. Für jeden europäischen Sponsor, der abspringt, öffnet eine saudi-arabische, chinesische oder indonesische Firma das Scheckbuch. Es schauen mehr als genug Menschen zu. Die Fifa kann auch mit dieser WM neue Zuschauer- und Einnahmenrekorde vermelden. Das hat viel mit dem Siegeszug der mobilen Bildschirme zu tun. Selbst ärmste Menschen in Afrika besitzen heutzutage Smartphones und können auf den Geräten WM-Spiele schauen. Doch nicht nur so lassen sich die Rekorde erklären. Fußball entwickelt sich zum beliebtesten Sport in Asien, er macht riesengroße Schritte in Nordamerika. Warum sollte es die Fifa jucken, wenn in Deutschland 14 statt 21 Millionen Menschen das Finale schauen? Der potenzielle Markt in Indien, China und Indonesien umfasst drei Milliarden Menschen.

Diese Verschiebungen im Machtgefüge verstehen wir Europäer nur langsam. In Deutschland kommen diese Veränderungen noch langsamer an, solange wir als größtes europäisches Land zumindest auf diesem Kontinent noch großen Einfluss genießen. Irgendwann müssen wir aber anfangen, uns der Frage zu stellen, wie wir in einer globalisierten Welt bestehen wollen. Wie wir Menschen in anderen Ländern überzeugen können, dass wir unseren Weg nicht nur aus Bequemlichkeit gehen, sondern dass es gute Gründe dafür gibt.


Europa ist nicht (mehr) der Nabel der Welt. Wirtschaftlich spielen wir noch mit, aber die Relevanz sinkt beständig. Und gerade im Fußball werden wir da ein böses Erwachen erleben, weil auch in den "fernen" Ligen mehr und mehr Geld bezahlt wird, dadurch Topathleten in dem Sport gehalten werden und die allgemeine Qualität dadurch steigt. Und während wir hier noch drauf pochen, was die einzig wahre Tradition im Fußball ist, machen bald sehr viel andere Länder die Pokale unter sich aus.

Das halte ich für eine kühne These, dass sich die sportliche Relevanz der chinesischen/saudischen/US-amerikanischen [...] Liga irgendwann auf auch nur annähernd ähnlicher Ebene wie die der europäischen Topligen bewegt.


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