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Das ewige Lied vom Neuaufbau (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 18.02.2022, 23:33 (vor 1679 Tagen) @ koom

Allofs war es, der Werder nach furiosen Jahren des erfolgreichen Managements in eine Phase der Stagnation und dann in den Absturz geführt hat.


Jepp. Es war aber auch eine unterschiedliche Aufgabe, die dauernd im Wandel war. Als Fußball noch "billiger" war, Taktik, Scouting etc. noch deutlich in den Kinderschuhen waren, war es vergleichsweise einfach, mit einem kleinen Klub den großen eine lange Nase zu machen. Wenn man da als Manager ein gesundes Verständnis vom Fußball auf und neben dem Platz hatte, hatte man einen Vorteil.

Heute kannst du dir sowas einkaufen und die meisten tun es auch. Kaum ein Fußballer wird nicht in einer Statistik erfasst mit Profil, und sei es, wenn er in Kleinkleckersdorf irgendwo spielt.

Ergo: Alle Vereine herum zogen gleich an technischem Wissen, gleichzeitig wollte/musste Allofs versuchen, den Verein dort zu halten, wo er war: in den internationalen Rängen. Und das an einem Ort mit einem Standortnachteil weit ab vom Schuss. Nicht so schlimm wie Kaiserslautern, aber auch schwierig, dort potente Sponsoren und ein Riesenstadion zu füllen.

Richtig wäre wohl gewesen, sich wie Freiburg einzuordnen. Das wurde dann nach Allofs versucht, aber da war das Kind in den Brunnen gefallen und man versucht immer noch, das so hinzubekommen. Aktuell wird es wieder besser, aber jetzt ist man in der Todesmühle Zweite Liga.

Das Problem war und ist, dass man diese Einordnung immer auch so kommuniziert hat, nie jedoch auch nur den Ansatz einer entsprechenden Umsetzung geleistet hat.

Man hat zwar damit begonnen, Talente für den Nachwuchsbereich konsequenter zu scouten, nur fehlt es seit Jahr und Tag an der notwendigen Infrastruktur im Bereich des NLZ.

Baumann konnte den Aufsichtsrat (nach Aussagen einiger Mitglieder des AR) damit von sich überzeugen, dass er als Zukunftsperspektive u.a. die Nachwuchsförderung benannte. Das tut er allerdings bereits seit Jahren.


Anderer Name: Christian Heidel. Ich halte ihn für genial, aber es dürfte bewiesen sein, dass er auch sein Biotop braucht, um zu funktionieren. In Schalke hatte er nie das Vertrauen bekommen und die Aufgabe, einen stabilen CL-Anwärter zu bauen, funktionierte dann aus etlichen Gründen nicht. In Mainz hingegen hat er erneut ein Wunder geschaffen, muss aber auch noch einen Verein von den Abstiegsrängen fernhalten.

Heidel ist in Mainz der Platzhirsch, der alle kennt und den jeder kennt und auch akzeptiert. Er arbeitet ganz eng mit nur wenigen Menschen zusammen, die er schätzt und denen er vertraut. Das Ganze wird aber nicht zum Klüngel.

In Gelsenkirchen war er umgeben von einer Armada von missgünstigen Clubmitarbeitern und Ex-Spielern, die alle in der Öffentlichkeit ihre Weisheiten zum Besten gaben und dabei auf einen irgendwie gearteten Job im Club hofften. Hinzu kommt, dass dieser Club gefühlt 187 Oppositionsgruppen hat, die alle gerade an irgendetwas sägen.

Heidel hatte nicht die richtigen Vertrauten um ihn herum und machte einige (auch schwere) Fehler. Im Grunde genommen hatte er bei diesem Club nie eine Chance.Es war ein Fehler, das vertraute Terrain zu verlassen.

Jetzt ist wieder zusammengewachsen, was zusammengehört.


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