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Nein. Die individuelle Klasse einzelner Spieler ist besser als unser Konzept (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 08.01.2022, 21:32 (vor 1604 Tagen) @ markus93

Hatte das Gefühl das die Spieler nach dem 2-1, spätestens nach dem 2-2, viel mehr gebrannt hat für den Sieg, das über das komplette restliche Spiel einfach Null zu erkennen. Auch wenn ich mich natürlich freue, aber wirklich verdient ist dieser Sieg nicht, man kann doch nicht nur 15min Fußball spielen, das reicht in den meisten Fällen eben nicht.

Wir haben 75 Minuten lang versucht Fußball zu spielen. Das gelingt uns mal mehr, mal weniger. Da zu viele Spieler in unserem Kader spielerisch-technisch limitiert sind, gelingt uns das öfters (mAn zu oft) nicht.

In der Anfangsphase haben wir viel Druck gemacht, standen hoch und spielten schnell. Die SGE bekam kein Bein an die Erde. Dann leistet sich Can einmal mehr auch aufgrund seine technischen Unfertigkeit ein völlig dämliches und überflüssiges Foul. Freistoß Kostic und ein wenig glücklich landet ein Kopfball der Eintracht im Tor.

Bis dahin war gar nichts von der SGD zu sehen, plötzlich dreht sich das Spiel völlig. Anstatt weiterzuspielen wir bisher, sind wir nur verunsichert und die Eintracht beginnt uns zu dominieren. Und zur Krönung leistet sich Meunier einmal mehr einen Abspielfehler im Spielaufbau. Was im übrigen seine einzige Konstante ist, seit er bei uns spielt. Schwupp, 2:0. Macht die Eintracht dann das 3:0 statt nur den Pfosten zu treffen, wäre das Spiel gelaufen gewesen.

Unser Vorteil diese Saison ist, dass die Spieler offensichtlich über eine gute Kondition verfügen. Wir haben in der 2. Halbzeit versucht, Druck auszuüben und die Eintracht damit konditionell gefordert. Die spielte manche potentielle Kontersituation zu nachlässig, versuchte nicht mehr, das Spiel zu kontrollieren und vor allem zu dominieren.

Roses beste Leistung war die Einwechselung Hazards. Ein schneller Offensivspieler, der auch mit dem Ball etwas anfangen kann. In einer Szene wird er gut eingesetzt und setzt sich dann individuell im Zweikampf mit Chandler durch. Trapp geht der Ball durch die Hosenträger und es steht nur noch 2:1. Der Moment, in dem das Spiel kippt.

Glasner merkt dies, sein Team kann sich nicht mehr von hinten heraus freispielen. Auch Konterversuche funktionieren kaum noch oder gar nicht mehr. Daher nimmt er den ausgepumpten offensiven Kamada vom Feld und ersetzt ihn durch den defensiven Hasebe, der für defensive Stabilität in den Schlussminuten und einen wieder geordneten Spielaufbau sorgen soll. Nicht unlogisch, dennoch ein Fehler. Denn der Eintracht fehlt ein frischer und schneller Spieler für Entlastungsangriffe.

Mittlerweile hat das Spiel des BVB noch mehr die Ordnung verloren. Die Mannschaft steht noch etwas höher, erhöht den Druck damit, die Eintracht kommt noch wenige raus dem eigenen Schlussdrittel. Rose bereitet die Einwechselung von Tigges vor; mit ‚hoch und weit‘ soll wohl der Ausgleich erzwungen werden. Ist aber nicht mehr nötig, weil Bellingham eine Flanke einköpft. Dann gibt es noch einen feinen Schuss von der Strafraumgrenze von Dahoud und das Spiel ist endgültig gedreht. Haaland hatte seine Füße dabei immer im Spiel.

Etwas provokant ausgedrückt:

Spielerisch und mit System funktioniert es nicht bei uns. Wenn wir dem Gegner in der Schlussviertelstunde konditionell überlegen sind, die Ordnung auflösen und einzelne Spieler sich etwas zutrauen, dann drehen wir das Spiel. Mit etwas Glück, aber wir holen die 3 Punkte.

Nicht schön, auch nicht sonderlich durchdacht, auch etwas glücklich - am Ende aber zumindest für den Augenblick erfolgreich.

Was wir allerdings keineswegs als ‚Erfolgsmodell‘ feiern sollten. Das kann auf Dauer nicht der Fußball sein, der uns weiterbringt. Und das Spielglück, das uns in den letzten beiden Spielzeiten zu oft fehlte, wird irgendwann in dieser Saison auch aufgebracht sein.

Jetzt heißt es, sich auf den nächsten Spieltag zu konzentrieren. Rückstand auf Bayern verkürzt, wir haben ein Heimspiel gegen den SCF, Bayern muss nach Köln. Und dies, ohne dass allzuviel Spieler in die Mannschaft zurückkehren werden. ‚Dranbleiben‘ heißtt die Devise.


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