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Eher nicht (Fußball live)

Will Kane @, Saarbrücken, Donnerstag, 08. April 2021, 14:45 (vor 29 Tagen) @ Rupo
bearbeitet von Will Kane, Donnerstag, 08. April 2021, 14:59

Pokal raus, CL raus, 'nur' DM..weil Leipzig und BVB zu blöd waren...

Boateng, Alaba weg nächste Saison...
Lewandowski, Müller, werden älter...

mal schauen, vielleicht dreht sich ja was oder die Bayern legen ihre Kohle auf den Markt und kaufen...

Die Schwierigkeiten der Bayern in dieser Saison haben sehr viel mit ihrer Stärke (nach dem Trainerwechsel) in der letzten Saison zu tun.

Daher gehe ich persönlich auch davon aus, dass es zu einem Trainerwechsel zur neuen Saison kommen wird. Der sicherlich nicht alle vorhandenen Probleme lösen, aber einige entschärfen wird.

Mit der Übernahme der Trainerposition durch Hansi Flick kam es auch zu einer Umstellung der Spielweise und der taktischen Ausrichtung. Kovac hatte eine Abkehr eingeleitet vom ballbesitzorientierten Dominanzfußball, der auf Kombinationen und durchdachter Ballzirkulation beruht, gemischt mit Pressingphasen und Umschaltmomenten. Kovac ließ aus einer verstärkten Defensivposition heraus spielen, wobei das Mittelfeld möglichst schnell mit langen Bällen überbrückt wurde, um so die schnellen Stürmer einzusetzen. Damit konnten sich die Platzhirsche in der Mannschaft nicht anfreunden, das Ende ist bekannt.

Flick hingegen kehrte nicht wie man vielleicht erst vermuten konnte zum Fußball vor Kovac zurück, sondern er setzte von Anfang an voll auf Pressing-/Gegenpressingfußball, bei dem die Mannschaft sehr hoch steht. Damit hatte man auch umgehend Erfolg, auch weil die meisten Spieler die Befähigung zu dieser Art Fußball hatten. Ganz neu war er ja auch nicht für die Bayern; Heynckes hatte immer wieder entsprechende Spielphasen eingebaut. Selbst unter Guardiola war dies zu beobachten. Das Neue war, dass man quasi von der ersten bis zur letzten Minute so spielte und der von hinten aufbauende Fußball nicht mehr dominierte. Auch Phasen der Spielkontrolle, in denen der Ball ohne großen Raumgewinn durch die eigenen Reihen läuft und die auch zur Schonung der eigenen Ressourcen genutzt werden, bekamen Seltenheitswert. Ein sehr intensiver Spielstil, mit dem man die Liga und die CL quasi überrollte. Wobei die ‚Coronapause‘ gerade zur rechten Zeit für die Bayern kam. Man nutzte die Zeit vor allem auch zur Regeneration und konnte somit mit Wiederaufnahme des Spielbetriebs gleich wieder mit ‚Vollgas‘ durchziehen, was dann letztlich zum ‚Triple‘ führte.

Die aktuelle Saison ist anders. Und sie war von vornherein anders und allen waren die entsprechenden Herausforderungen bewusst. Die Enge und Intensität des Spielplans, keine Winterpause, somit so gut wie keine Regenerationsmöglichkeiten, dadurch bedingt höhere Verletzungsanfälligkeiten und entsprechende Ausfälle - damit heißt es umzugehen. Die naheliegenden Maßnahmen lauten Rotation und Anpassung der Spielweise. Und bei Bayern wurde vor Saisonbeginn auch davon gesprochen, hier entsprechende Modifizierungen zu finden. Nur: Flick hat es bis jetzt nicht getan und er wird es auch bis zum Saisonende nicht tun. Er zieht mit den Bayern seinen Spielstil durch, unabhängig von der Belastungsintensität. Keine Phasen der Spielkontrolle, man steht fast durchgängig hoch und entblößt dadurch das Mittelfeld und lässt die Abwehr häufig genug auf sich gestellt, was viele gegnerische Teams im Laufe der Saison auch verstärkt nutzen. Nicht von ungefähr sind die Bayern in der bisherigen Saison so oft in der Anfangsphase des Spiels in Rückstand geraten. Meistens können sie das durch den ungeheuren Druck, den sie mit dieser intensiven Spielweise aufbauen, mehr als kompensieren und erzielen deutlich mehr Tore als sie zulassen. Aber ein Blick auf das Torverhältnis zeigt, dass etwas anders läuft als in den Jahren zuvor.

Dabei kommt den Bayern zugute, dass sie mit Lewandowski über den aktuell wohl weltbesten zentralen Stürmer verfügen und die Offensive generell gespickt ist mit Topspielern, was partiell auch für das Mittelfeld gilt. Und diese Spieler werden von Flick auch immer wieder eingesetzt, eine eigentliche Rotation findet nur in begrenztem Maße statt. Was sicherlich auch daran liegt, dass der Kader zwar eine Top 15 aufbieten kann, in der Breite allerdings zuviel an durchschnittlichen oder weniger geeigneten Spielern aufweist.

Das führt fast zwangsläufig dazu, dass es mehr ‚Aussetzer‘ der Bayern gibt, als man es vielleicht in den letzten Jahren gewohnt war. Da bekommt man schon einmal vier Gegentore in Hoffenheim oder kann gegen den Zweitligisten Kiel in 120 Minuten im DFB-Pokal nicht gewinnen. Fallen wichtige Spieler aus, so hat man Schwierigkeiten, diese einigermaßen adäquat zu ersetzen. Und am Ende der Saison geht dann als Resultat ein wenig die Puste aus.

Die Differnzen zwischen Hansi und Brazzo beruhen nicht allein auf der mitunter seltsam anmutenden Politik der Spielerleihen. Es ist auch so, dass man von Clubseite schon etwas unzufrieden ist mit Flick, weil er zu wenig jungen Spielern (auch aus der Zweiten Mannschaft) oder bestimmten Neuverpflichtungen Einsatzzeiten gibt.

Daher gehe ich davon aus, dass man einen Nachfolger für Flick sucht. Wenn es einen Wechsel von Flick zum DFB geben sollte, dann wären hier alle Gesichter gewahrt. Und ein neuer Trainer würde mMn keinen ‚Vollgasfußball‘ mehr spielen lassen, zumindest nicht permanent.

Ich vermute auch, dass man sich im defensiven Mittelfeld entscheidend verstärken will. Mit Upamecano hat man in der Innenverteidigung schon eine wichtige Verpflichtung getätigt und man dürfte auch das bisher vom Verletzungspech verfolgte Talent Nianzou verstärkt einsetzen. Bei Süle könnte es auf einen Fortgang hinauslaufen, dafür sieht es bei Goretzka nach einem Verbleib aus. Coman hat das erste Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt. Wobei man auf den offensiven Außenpositionen wohl auch z.Zt. an einigen Talenten interessiert zu sein scheint.

Lewandowski und Neuer, die absoluten Topspieler der Bayern, werden vielleicht noch zwei Spielzeiten auf ihrem jetzigen Niveau bestreiten können. Vielleicht mehr, vielleicht weniger; das ist schwer einzuschätzen. Beide wird man nicht 1:1 ersetzen können, aber irgendwann in näherer oder mittlerer Zukunft wird deren Zeit auch vorbei sein. Und das wird eine richtige Aufgabe für die Bayern, wie man diese Positionen hochkarätig besetzen will.

Vom „Ende eines Imperiums“ gehe ich persönlich nicht aus, zumindest nicht auf nationaler Ebene. International könnten die Bayern an Boden verlieren. Vieles hängt von der Trainerfrage ab. Ich persönlich sehe da schon ein Risiko für die Bayern, wenn sie mit Flick weitermachen sollten. Da müssen dann die Transfer nicht nur für die Breite des Kaders in einen sehr hohem Maße ‚sitzen‘ und die Spielzeiten dürfen nicht mehr derart eng und intensiv sein wie es aktuell der Fall ist.

Mit einem flexibleren Trainer wie Nagelsmann könnten die Bayern mMn dabei den richtigen Griff für die Zukunft des ‚Imperiums‘ tun.

 

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