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Der BVB - SC Freiburg - Analysethread (BVB)

Sascha, Dortmund, Sonntag, 04.10.2020, 09:57 (vor 2204 Tagen) @ Will Kane

Eben. Ich verstehe irgendwie nicht, wie das "auf sich selbst konzentrieren" funktionieren soll.


Z.B. indem man sich in der Analyse nach einem Spiel auf das fokussiert, was so gelaufen ist, wie man es sich vor dem Spiel vorgenommen hatte. Was richtig und was falsch war. Was beibehalten werden und was geändert werden sollte. Welche Lehren man daraus ziehen kann. Etc.

Darüber zu lamentieren, was ein Kimmich in Situation X oder wie die Bayern als Mannschaft Spiel Y bestritten hätten, ist mMn kontraproduktiv.

Nach meiner Erfahrung ist der beste Weg zum Ziel, wenn man sich darauf konzentriert, sich selbst stetig zu verbessern. Ohne sich dabei ständig mit anderen zu vergleichen.

Der Sinn eines Wettbewerbs ist doch eben der Vergleich mit anderen.


Der Wettbewerb bildet sich Woche für Woche in der Tabelle ab. Da sehe ich auch, ob ich mich dort befinde, wo ich es mir vorgenommen habe und wo ich im Vergleich mit anderen stehe.

Ich kann mMn aber nur dahin kommen, wohin ich es mir vorgenommen habe (und vielleicht auch darüber hinaus), wenn ich mich in meiner Arbeit eben um das kümmere, was mir im jeweiligen Teilschritt gelungen ist und was nicht.

Es wird in diesem Forum von einigen ja gerne die Kloppära zum Vergleich herangezogen, was ich persönlich im übrigen auch für kontraproduktiv halte. Erstens liegt die bereits eine zeitlang zurück, zweitens waren die Umstände seinerzeit anders als sie es heute sind und drittens lähmt der ständige Vergleich mit der Vergangenheit die Gedanken, die sich eigentlich mit Gegenwart und Zukunft beschäftigen sollten.

Und wenn man schon auf diese Ära zurückschaut, dann kann man sie auch so sehen:
Ein Teil des Erfolges, den Klopp hier hatte, lässt sich darauf zurückführen, dass er seine Vorstellungen von Fußball ohne Wenn und Aber in den ersten zwei Jahren implementiert hat. Ohne auf die Vergangenheit des BVB zu schauen und ohne sich mit Bayern oder anderen Clubs zu vergleichen. Im Prinzip ohne nach links oder rechts zu schauen, sondern nur auf sich selbst, das Heute und das Morgen. Im dritten Jahr war es dann soweit, dass die Dinge weitgehend so funktionierten wie man sich das vorgestellt hatte. Und ohne auf die Konkurrenz zu schauen zog man sein Ding von Spieltag zu Spieltag durch.

In der Saison darauf sah es nach dem ersten Saisondrittel eher danach aus, dass man sich am Ende irgendwo im Mittelfeld und nicht als erneuter Meister wiederfindet. Und was hat man gemacht? Sich zusammengesetzt und analysiert, was man selbst anders und besser machen muss. Und dann hat man diese Dinge ohne nach links und rechts zu schauen gnadenlos durchgezogen und wie eine Maschine gepunktet. Und niemand in Club oder im Umfeld hat den Vergleich zu den Bayern gezogen. Die dann aber von der nur auf sich selbst konzentrierten Borussialokomotive eingeholt und abgehängt wurden.

Und ich glaube, hier liegt du sehr falsch. Es war ja gerade Klopps Spielziel "den Gegner auf unser Niveau runter zu ziehen". Er hat das ganze System also absolut bewusst darauf ausgerichtet, gegen stärkere Mannschaften damit zu bestehen.

Ich halte dieses "wir schauen nur auf uns" eher für Folklore und ein Mittel, Druck von der Mannschaft zu nehmen. Real war das Arbeiten aber in hohem Maße an der Tabellenspitze orientiert.


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