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Der BVB - SC Freiburg - Analysethread (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Samstag, 03.10.2020, 23:45 (vor 2205 Tagen) @ NGM
bearbeitet von Will Kane, Samstag, 03.10.2020, 23:49

Nach meiner Erfahrung ist der beste Weg zum Ziel, wenn man sich darauf konzentriert, sich selbst stetig zu verbessern. Ohne sich dabei ständig mit anderen zu vergleichen.

Wie solls das gehen? Man vergleicht ständig sonst hängt man orientierungslos in der Luft. Woher weisst du was gut oder schlecht ist?

Selbstverständlich muss man vergleichen.

Und zwar mit dem, was man sich vorgenommen hat.

Entspricht das was ich an Leistung zeige dem was ich mir vorgenommen habe, oder entspricht es dem nicht. Und welche Maßnahmen muss ich daraus ableiten.

Jeder Trainer hat genaue Vorstellungen davon, wie er ein Spiel erfolgreich bestreiten will. Heute gerne Matchplan genannt. Nach dem Spiel erfolgt dann der Abgleich (also der Vergleich), wie dieser und die Umsetzung durch die Spieler funktioniert haben und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind,

Der Wettbewerb bildet sich Woche für Woche in der Tabelle ab. Da sehe ich auch, ob ich mich dort befinde, wo ich es mir vorgenommen habe und wo ich im Vergleich mit anderen stehe.


Du siehst nur die Resultate und daraus kannst du nix ableiten.

Doch.

Wo sonst als in der Tabelle bildet sich der Wettbewerb ab?

Ich sehe, ob ich dort stehe wo ich es mir vorgenommen habe. Oder halt woanders.

Ob ich auf dem richtigen Weg bin oder nicht.

Resultate sind schon Indikatoren dafür, ob meine Arbeit fruchtet.

Und ich sehe auch, wo meine Konkurrenz steht.

Am Ende der Saison ist es wichtig, einen bestimmten Tabellenplatz erreicht zu haben. Und die Tabelle bildet nicht nur, aber auch die Qualität meIner Arbeit ab.

Es wird in diesem Forum von einigen ja gerne die Kloppära zum Vergleich herangezogen, was ich persönlich im übrigen auch für kontraproduktiv halte. Erstens liegt die bereits eine zeitlang zurück, zweitens waren die Umstände seinerzeit anders als sie es heute sind und drittens lähmt der ständige Vergleich mit der Vergangenheit die Gedanken, die sich eigentlich mit Gegenwart und Zukunft beschäftigen sollten.


Also jedesmal das Rad neu erfinden?

Wieso das denn?

Man kann natürlich auch der Ansicht sein, dass ‚einmal Klopp‘ soviel bedeutet wie ‚immer à la Klopp‘.

Der Fußball ändert sich aber fortlaufend und auch die Umstände. In 2020 sieht die Fußballwelt schon etwas anders aus als in 2010.

Die Zusammenarbeit mit Klopp war hier in der Saison 2014/15 in eine Sackgasse geraten. Klopp selbst hat wohl erkannt, dass es Zeit für eine Trennung war.

Und es war auch Zeit für neue fußballerische Ansätze. Was in der ersten Tuchel-Saison auch gut funktionierte. Leider wurden dann zu viele Fehler gemacht.

Und wenn man schon auf diese Ära zurückschaut, dann kann man sie auch so sehen:
Ein Teil des Erfolges, den Klopp hier hatte, lässt sich darauf zurückführen, dass er seine Vorstellungen von Fußball ohne Wenn und Aber in den ersten zwei Jahren implementiert hat. Ohne auf die Vergangenheit des BVB zu schauen und ohne sich mit Bayern oder anderen Clubs zu vergleichen. Im Prinzip ohne nach links oder rechts zu schauen, sondern nur auf sich selbst, das Heute und das Morgen. Im dritten Jahr war es dann soweit, dass die Dinge weitgehend so funktionierten wie man sich das vorgestellt hatte. Und ohne auf die Konkurrenz zu schauen zog man sein Ding von Spieltag zu Spieltag durch.


Auch Klopp hat auf andere Mannschaften geguckt wer was richtig macht.
Machen alle Trainer.
Heynckes hat auch von Klopp kopiert.

Selbstverständlich leiten sich die fußballerischen Vorstellungen eines Trainers auch aus dem ab, wie sich der Fußball allgemein entwickelt und welche Elemente, die andere Trainer präferieren, auch für meine Vorstellungen nutzbringend sein können. Allerdings ohne, dass er seine prinzipielle Ausrichtung über den Haufen wirft.

Es ist dabei sogar zwingend notwendig, dass ein Trainer seinen Fußball stetig weiterentwickelt. Stillstand bedeutet Rückschritt. Das hat Klopp auch irgendwann bemerkt. Die Saison 11/12 wäre ohne notwendige Anpassungen wahrscheinlich eher so verlaufen, wie sie nach dem ersten Saisondrittel gelaufen ist. Nur konnten die Adjustierungen, Anpassungen und Änderungen deshalb implementiert werden, weil die grundsätzliche Ausrichtung des Fußballs drei Jahre lang erfolgreich eingeübt worden war und diese sich eben nicht geändert hat.

Und bei Heynckes war es ähnlich. Als er zu Bayern kam, konnte er auf dem von van Gaal implementierten Positionsspiel aufbauen, das seinen Vorstellungen entgegenkam. Diesem fügte er eigene Ideen und ein wenig von dem hinzu, was in Barcelona unter Guardiola zu sehen war. Damit erreichte er dann das ‚Vize-Triple‘.

Das Triple in der Folgesaison erreichte er dann u.a. dadurch, dass er dem bisherigen Fußball Elemente aus dem Kloppschen Fußball hinzufügte. Diese Elemente konnte er auch deshalb erfolgreich implementieren, weil er die grundsätzliche Ausrichtung der Mannschaft beibehielt und die Mannschaft diese ‚intus’ hatte. Sein Team spielte dann einen Mix aus Elementen des van Gaalschen, Heynckesschen, Guardiolaschen und Kloppschen Fußballs, mit unterschiedlicher Gewichtung. Und mit Erfolg.


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