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Der BVB - SC Freiburg - Analysethread (BVB)

Didi, Schweiz, Samstag, 03.10.2020, 20:41 (vor 2204 Tagen) @ fallrückzieher

Ich glaube, es würde hier wohl niemand schluchzend zusammenbrechen, wenn morgen die Ankunft von Pochettino verkündet wird und ich kann die Aspekte der von dir skizzierten "zweiten Fraktion" schon irgendwo greifen.

Da gibt es aber aus meiner Sicht zwei Dinge zu bedenken:

1)
Die "Garantie", dass dieser aktivere und pressingorientierte Fussball jetzt wirklich mehr bringen würde, gibt es ja nicht. Nicht umsonst wurden wir unter Klopp 2013, 2014 etc. mit jeweils etwa 30 Punkten Rückstand auf die Bayern Zweiter und haben auch international nicht mehr überperformt. Ich habe den Impuls, mich zu ärgern, bei gewissen Umschaltsituationen schon auch, aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir unter Klopp teilweise so hilflos am Ball waren, dass wir trotz Gündogan, Mkhitaryan, Aubameyang, Kagawa, Hummels und Reus nicht über ein 0:0 gegen Köln hinauskamen. Da war dem Gegner von Anfang an klar, dass wir nicht viel mehr machen werden als die Gegenpressing-Situationen zu suchen. Von daher ist das vielleicht auch falsche Nostalgie.

2)
Es gibt die offensichtliche und verfügbare Alternative einfach nicht. Es scheint ja wohl klar, dass Favre (auch berechtigterweise) intern einen schweren Stand hat und dies schon länger. Aber abgesehen von Nagelsmann und Streich hat ja irgendwie kein Trainer in der Bundesliga mal 2 Jahre am Stück was gerissen und dementsprechend dünn ist der Markt. Internationale Experimente der Kragenweite Laudrup, Seaone etc. will man (verständlicherweise) nicht eingehen und jemanden wie Pochettino kann man nicht bezahlen, weil der mindestens 15 Mio. pro Saison will.

Ich sehe Favre so als Ganzes wirklich auch eher so bei einer Kicker-Note von 3.5, aber grade ganz unterschlagen, wo er das Ruder übernommen hat und dass wir insgesamt halt schon "ganz vernünftig" abliefern, sollte man dann doch nicht. Insbesondere weil er auch laufend junge Spieler etabliert. Dem steht aber natürlich auch gegenüber, dass so der richtig dicke rote Faden in der Entwicklung der Gruppe fehlt, auch wenn die Defensive sicher besser geworden ist und wir auch kaum mehr Tore nach Standards kriegen wie etwa letzte Saison.


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