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als ob irgendjmd was lernen wird (Fußball und Sport allgemein)

Chappi1991, Dienstag, 14.04.2020, 19:07 (vor 2089 Tagen) @ badevil

Könntest du vielleicht mal kurz(?) erklären, warum es bei denen nie zu den ganz entscheidenden Problemen gekommen ist?

Ich meine mich zu erinnern, dass die schon sehr viele Jahre hintereinander hatten, in denen es ein negatives Eigenkapital gab. Irgendwann hatten sie mal wieder ein positives (müsste wahrscheinlich nach den Verkäufen von Draxler, Sané und Kehrer gewesen sein), aber jetzt haben sie ja wieder ein negatives.

Weil die bilanzielle Situation eben nicht so ganz entscheidend ist. Das war das perfide an der Situation des BVB. Die ganzen Finanzierungsverenkungen haben am Ende dazu geführt, dass man so irrsinnige Kosten hatte, die vom Umsatz bei weitem nicht mehr gedeckt werden konnten. Das war das große Problem. Die Bilanz hat die Lage gar nicht realistisch abgebildet, jedenfalls sehr lange nicht. Es wurde eine immer großere Kostenlawine aufgestaut, im Bestreben, ein weiteres Zampanojahr zu haben. Irgendwann kam sie dann.

Die Blauen rennen nur ihre Kreise auf dem Vulkanrand. Niebaum hat sich ein Sprungbrett gebaut, auf dem er dann ein paar Jahre immer wieder hochgesprungen ist, bevor es in den Vulkan ging. Das war Wahnsinn mit Ansage.

Eigentlich war die Entwicklung seit 2009, in denen die Blauen schon richtig mies aussahen, ganz okay. Sie haben Finanzverbindlichkeiten abgebaut, Zinszahlungen (vorallem relativ zum Umsatz) sehr deutlich reduziert. Es ist eben so, dass sie zwar Verbindlichkeiten haben, aber eben auch operativ Geld verdienen, selbst in Jahren ohne EC. Das brauchen sie aber auch, um die Verbindlichkeiten zu bedienen und investieren zu können. Weil sie keinen sonderlich werthaltigen Kader mehr haben oder auch immer wieder Substanz ablösefrei verlieren. Insgesamt leben sie seit Jahren von der Hand in den Mund, aber irgendwie geht es.

Obwohl manche Kennzahlen deutlich besser geworden sind, bewegt sich das Kreditrating der Blauen seit vielen Jahren auf dem gleichen Niveau. BB oder BB-, aktuell BB-. Das ist der Bereich von spekulativen Anlagen, an der Schwelle zu hochspekulativen Anlagen. Letztlich ist es aber so, dass sie immer genügend Liquidität zur Verfügung hatten. Ich habe in den letzten Tagen mal überschlagen, wie sie ihre Liquidität wohl in diesem Jahr entwickeln könnte, mit den Daten, die ich habe. Und das sah trotz der großen Fälligkeiten eigentlich ganz gut aus. Danach wären sie auch ohne EC-Teilnahme im nächsten Jahr vom 31.12.2019 aus bis in den Herbst ausfinanziert, selbst wenn sie ihre Fälligkeiten nicht refinanziert bekämen. Das wäre schon wirklich gut. Auch wenn ich das natürlich nicht so genau auflösen kann, dass ich Spitzen erkennen kann, die die Liquidität vielleicht schon früher stark belasten.

Also meine Antwort lautet also, dass sie eine gute und breite Liquiditätsteuerung haben, vermutlich weil sie generell wissen, wie eng es sonst werden könnte.

Andereseits sage ich jetzt ganz klar, dass sie, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden, unter normalen Umständen in die Insolvenz gehen.

D.h. sie können dann mit eigenen Mitteln nicht mehr lange durchhalten. Und d.h. weiterhin, dass sie eine normale Finanzierung auch nicht hinbekommen werden.

Wenn sie das dann doch überstehen sollten, dann nur durch besondere Maßnahmen, wie Ausverkauf des Kader, Good-will-Kredite z.B. durch Tönnies oder so, oder tatsächlich staatliche Rettungsmaßnahmen.


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