Profifußball im kapitalistischen Kommerzsystem = Ausweg? (Fußball und Sport allgemein)
Moin,
wie wir jetzt gelernt haben, geht es bei den Protesten um zwei Dinge:
1. Kollektivstrafen.
2. Protest gegen die kapitalistischen Strukturen in der Unterhaltungsindustrie Profifußball, verkürzt Kommerz.Ich würde gerne mal auf den zweiten Punkt fokussieren, diskutieren und nach einem möglichen Ausweg suchen. Mich würden drei Punkte interessieren:
1. Wann habt ihr das erste Mal Kommerz im Profifußball festgestellt, was war euer Erweckungsmoment als ihr gemerkt habt, ok es geht gar nicht mehr um das Spiel.
2. An welchen Kriterien macht ihr schlechten Kommerz (gibt es guten?) fest?
3. Was wäre aus euer Sicht ein möglicher Ausweg um die Dauerschleife Kommerz zu unterbrechen und wieder auf die Schönheit des eigentlichen Spiels zurück zu kommen oder ist es nicht mehr möglich?Ich gehe mal in die Bringschuld:
1. Anfang der 90iger war ich relativ naiv (ja ja ;-) ) und hab mich sehr über die beiden Meisterschaften und den CL Sieg des BVB gefreut, mit allem Drum und Dran. Hab mir auch keine Gedanken gemacht wie die Stars finanziert wurden, wie der Stadionausbau gestemmt wurde, wie die Meisterschaft mit Amoroso (Wahnsinn wie man damals so einen Transfer stemmen konnte) 2002 zu Stande kam. Wir am 18.02.2005 zum Bundesligaspiel nach München unterwegs (19.02.2005-Sa., 15:30 Uhr-5:0 für die Bayern) und der Donnerstag KICKER macht mit dieser Schlagzeile auf:
Borussia Dortmund bemüht sich um eine Riesen-Anleihe - Die Summe in Ziffern: 100.000.000 Euro!
da war ungläubiges ablehnen, Schock, nicht wahrhaben wollen, etc. alles in einem Mix.
https://www.kicker.de/292616/artikel
Was danach kam hat mir den Glauben an den fairen Profifußball genommen, ist alles in der Akte Schwarzgelb nach zu lesen und alles was danach kam. Ausnahme war dann die naive Klopp Zeit, wo ich das einigermaßen ausblenden konnte und wollte.2. Gucken wir mal gar nicht so weit und schauen uns das Unternehmen KGaA an:
a) Stadionnamen verkauft.
b) Sponsorenverträge die für 99% aller anderen ‚Vereine‘ außer Reichweite sind.
c) TV Verträge die für 99% aller anderen ‚Vereine‘ außer Reichweite sind.
d) Internationale Einnahmen die für 99% aller anderen ‚Vereine‘ außer Reichweite sind, Gründe wissen wir.
e) Vermarktung im Ausland, aka Erschließung neuer Märkte.
f) diverse Marketingaktion um noch den letzten Euro raus zu holen, aktuell neuer Trikotsponsor für einen Wettbewerb.
e) Die Krone = Aktien an der Börse, dem kapitalistischen aller Orte :-)3. mögliche Auswege:
Ich kann mich noch gut an die Aktion 12:12 erinnern
http://www.12doppelpunkt12.de/
diese Aktion war richtig und wichtig. Sie war von hinten bis vorne sauber durch kommuniziert und nahm alle Fans mit. Ich hatte damals meine Dauerkarte auf der Westtribüne und es war beindruckend zu erleben wie das ganze Stadion sich solidarisierte für 12:12 Minuten.
Wenn wir es ernst damit meinen, dass der Fußball aus der Kommerzspirale raus soll, dass Vereine gleiche Chancen haben werden, dass auch mal Paderborn deutscher Meister werden kann, dann gibt es aus meiner Sicht nur folgende Möglichkeiten:
a) Verzicht auf Ablöse.
b) Drastische Gehaltsobergrenzen die sich irgendwie an einem halbwegs ‚vernünftigen‘ Maßstab orientieren.
c) Ein Draft System, welches es auch Clubs wie Paderborn erlaubt sich die besten Spieler und Talente für eine gewisse Zeit zu sichern.
Downer: Die drei Punkte sind aber wohl leider illusorisch und Utopie in unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem, also wird es weiter business as usual geben. Btw: Was es ausdrücklich nicht ist also der Ausweg, ist das Placebo 50+1!Meinungen, Kommentare, Ansichten?
Beste Grüße,
Thomas
Punkt zwei ist Quatsch. Es geht nicht um kapitalistische Strukturen, sondern um Clubkonstrukte, die fremdfinanziert durch Mäzene oder Konzerne a la RedBull sind.
Man könnte auch sagen, die ihre Kohle nicht selbst verdienen.
Der Punkt 3.a) ist noch mehr Quatsch (sorry), aber grade Ablösen verhindern, dass Vereine, die Spieler ausbilden und weiterentwickelt haben, nach Vertragsende leer ausgehen, so hat Rot-Weiss Essen z. B. an jedem Özil-Transfer mitverdient.
Die Punkte 3.b) und c) stammen wohl aus dem US-Sport, da ist der Sozialismus noch nicht ausgebrochen Fände ich im Ansatz gut, so einen salary cap jedenfalls.
Die Gelder aus der CL müssten mehr in den Ligen verteilt werden, dann müsste das financiel fair play konsequent angewendet werden.
Wenn ich Spitzenfussball sehen will, dann muss ich es abkönnen, dass da einer auch mal ein paar Millionen verdient. Wenn ich die Unbekümmertheit und Reinheit einer wilden Liga will, dann muss ich da hingehen, dann ist das aber auch kein Spitzensport und alle laufen nichtmal halb so schnell bei eingeschränkter Ballbehandlung.
Den selbst in den unteren Ligen gibt es Financies, die Geld in Vereine stecken, dass andere nicht haben.
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istar,
07.03.2020, 00:40
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