schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
A- A+
schwatzgelb.de das Fanzine rund um Borussia Dortmund
Startseite | FAQ | schwatzgelb.de unterstützen
Login | Registrieren

Profifußball im kapitalistischen Kommerzsystem = Ausweg? (Fußball und Sport allgemein)

Sven, Witten, Freitag, 06.03.2020, 15:34 (vor 2128 Tagen) @ Rupo

Hallo Thomas,

ich schreibe mal nur etwas zu Punkt 3. Ich glaube, dass der Zug abgefahren ist und zwar aus purem Egoismus.

Eine gute Aktion fand ich tatsächlich 12:12. Aber machen wir uns nichts vor: Diese war doch auch nur dadurch möglich, dass alle Lager gleichermaßen betroffen waren. Nur wenn nämlich ganz konkrete Faninteressen aller Lager im Vordergrund stehen, dann halten die Fanlager zusammen. Aus diesem Grund war 12:12 möglich, ebenso wie Hopp.

Man sieht daran, dass der Fan selbst die Fanseite am höchsten gewichtet wird, was auch erstmal nicht erstaunlich ist. Sie sind höher gewichtet gar als diese ekelhaften Affenlaute (die erstmal nichts mit Kommerzialisierung zu tun haben). Aber auch höher als das Thema Kommerzialisierung ganz allgemein. Denn dafür müsste man die eigenen Interessen aufweichen zugunsten von Solidarität, die ich aber nicht im Ansatz sehen kann.

Denn solange wir der Meinung sind, das Verteilungssystem, welches die Schere zwischen reichen und ärmeren Vereinen immer weiter öffnet, sei gerechtfertigt, solange brauchen wir uns über die Verhältnisse auch gar nicht zu beschweren. Solange jeder einzelne Verin mitmacht, was noch höhere Gehälter und Ablösesummen (entweder verlangen oder zahlen) angeht, sind wir selbst Teil des Problems. Solange Geschäfte machen mit künstlichen Konstrukten okay ist, wenn wir nur davon proftieren, wird es dagegen auch keine Proteste geben. Gleiches gilt für Zweitmannschaften im Profifußball, wo der höhere Stellenwert darauf gerichtet wird, dass ambitionierte Erstligisten sich einen Nachwuchs aufbauen können, als dass andere Traditionsvereine zurückkommen können in den Profifußball. Es gibt sicherlich viele, viele weitere Beispiele. Und für jede lässt sich ein Grund (oder eine Ausrede?) finden, warum das hingenommen wird. Und sei es mit dem Totschlagargument "Alles andere ist doch unrealistisch".

Mit anderen Worten: Das Hauptaugenmerk eines jeden Fanlagers ist es, dass zuallererst auf den Nutzen für den eigenen Verein geschaut wird und erst an zweiter Stelle auf die Bedeutung für die ganze Liga. Solange das so ist und ich sehe nun wirklich keinen Trend in eine andere Richtung, wird sich auch nichts ändern, höchstens etwas verlangsamen.

Und auch wenn diese Botschaft hier nicht gern gehört wird. Klar finde ich vieles sehr schlimm vom DFB. Aber man kann sich ja trotzdem mal fragen, wo der eigene Anteil an der Entwicklung ist. Das geschieht mir leider viel zu wenig. Denn nur aus einer solchen Reflektion und Einsicht heraus könnte aus meiner Sicht eine Änderung erfolgen, wenn sie denn überhaupt noch möglich ist.


Antworten auf diesen Eintrag:



gesamter Thread:


1518608 Einträge in 16325 Threads, 14353 registrierte Benutzer Forumszeit: 02.01.2026, 07:25
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Forumsregeln