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Weigl, Watzke und sein Expertenkreis.. (BVB)

Will Kane @, Saarbrücken, Montag, 13. Januar 2020, 12:10 (vor 9 Tagen) @ Bembele

Dass Watzke im Namen seiner Expertenrunde („wir“) auf der Mitgliederversammlung im November eingestand, einen Fehler begangen zu haben, ohne eine zweite ‚Nummer 9‘ in die Saison gegangen zu sein, ehrt ihn, wirft aber Fragen auf. Dass die Verantwortlichen nun den Fehler behoben und den Wechsel von Haaland nahezu geräuschlos und trotz vorher ausgeschlossener Ausstiegsklausel über die Bühne gebracht haben, ist sehr lobenswert.

> Warum der Expertenkreis (Watzke, Zorc, Sammer, Favre) aber nicht vor der Saison einen zweiten Mittelstürmer verpflichtet hatte, bleibt unerklärlich, vor allem angesichts der Tatsache, dass Paco erfahrungsgemäß sehr verletzungsanfällig ist.

Setzt sich dieser ‚Expertenkreis‘ tatsächlich aus diesen Personen zusammen? Ich bin nicht so ‚nah dran‘, dass ich dies definitiv wüsste. Ich erinnere mich an Medienberichte, dass nach dem Spiel in München (?) Watzke sich mit Zorc, Kehl und Sammer in irgendeinem Restaurant getroffen habe, um die aktuelle Situation und mögliche Konsequenzen/Maßnahmen zu diskutieren. Diese Gruppe wurde mWn dabei als die ‚interne Expertenrunde‘ (oder so ähnlich) bezeichnet. Ich meine auch, dass ich mich in irgendeinem post darüber verwundert gezeigt habe, dass der Trainer nicht zu dieser Runde gehört.

Die einfachste Lösung wäre vielleicht Isak gewesen, der in Holland alle 100 Minuten ein Tor erzielt hatte und jetzt nahezu dieselbe Quote (6 Tore in 623 Min) in der spanischen Liga aufweist (Quelle Transfermarkt).
Dass der Bremser beim Verpflichten einer weiteren Nummer 9 vor allem Favre war, scheint evident. Denn er hat ja die einzige Nummer 9 (Paco) in den letzten 7 Spielen kaum eingesetzt (in den letzten 3 Spielen, obwohl unverletzt, nur insgesamt 10 Minuten!). Ich glaube, und da muß man kein Prophet sein, dass ein ausgeruhter Paco allein im Hoffenheimspiel sich in manche Quervorlage mit langem Bein reingeschmissen (Beispiel Akanji-Chance) und vermutlich getroffen hätte. Immerhin hat auch er in dieser Saison mit einer Torquote von einem Tor alle 100 Minuten die beste beim BVB (Reus zum Vergleich nur alle 140 Min. Ohne Vertrauen ist kein Torjäger erfolgreich.

Was „evident“ „scheint“ muss tatsächlich nicht so sein. Weder Du noch ich noch sonst jemand hier war bei den entscheidenden Gesprächen dabei. Vielleicht noch nicht einmal Favre. Wir wissen es schlicht nicht. Er dürfte zu diesem Thema gehört worden sein (auch das ist letztlich nur eine Vermutung), inwieweit er an einer entsprechenden Entscheidung mitgewirkt hat, kann außer den direkt Beteiligten niemand sagen. Genauso könnte man folgendes behaupten: Die weitere Verwendung von Götze beim BVB war zu dem Zeitpunkt, als es um die mögliche Verpflichtung eines zweiten Stürmers ging, ein heikles Thema. Man hat seinen Mehrwert für das Team in Relation zu seinen Bezügen als nicht so hoch eingeschätzt, das man mit ihm zu gleichen Konditionen verlängern wollte. Vielleicht hatte man aber auch schon die Entscheidung getroffen, nicht mehr mit ihm zu planen und versuchte, einen ‚gesichtswahrenden’ Weg zu gehen. Möglicherweise hat man darauf gehofft, dass er noch im Sommer zu einem anderen Club wechselt. Dann wäre nicht nur ein Kaderplatz frei geworden, sondern vor allem ein ordentlicher Teil desBudgets. Dass man in Kontakt zu eventuell infragekommenden Stürmern stand, wurde in den Medien zumindest so kolportiert. Als Götze dann nicht wechselte, entschied man sich dann, keinen zweiten Stürmer zu verpflichten, weil man das Budget nicht überstrapazieren wollte und deshalb Götze diese Rolle (weiter) zuschrieb.

Ob dies so war, weiß ich nicht. Möglich, nicht möglich. Reine Spekulation. Genauso wie eine ‚wenn, dann hätte‘-Aussage über mögliche Torerfolge eines Isak oder Paco. Diverse Trainer mit den unterschiedlichsten Vorstellungen vom Spiel haben Isak seit seiner Verpflichtung nicht als Option für die Stürmerposition gesehen. Die mögen sich sämtlich getäuscht haben, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass Isak den Ansprüchen nicht genügt. Was Paco anbelangt, so bin ich persönlich als Außenstehender vorsichtig geworden, wenn ich Meldungen höre/lese, die ihm Einsatzfähigkeit attestieren. Es ergibt sich für mich die Frage, inwieweit Paco bei seiner offensichtlichen Verletzungsanfälligkeit zügig wieder von Beginn an eingesetzt werden kann, ohne ein zu hohes Risiko einer erneuten Verletzung bei ihm einzugehen. Außerdem hat sich durch die Systemumstellumg nach dem Spiel gegen Paderborn nicht die zwingende Notwendigkeit ergeben, einen ‚reinen Mittelstürmer‘ einzusetzen. Und noch etwas aus der Abteilung Konjunktiv: Wäre die eine oder andere der diversen Hereingaben vom Flügel in die Box überlegter gespielt worden, dann hätte daraus das eine oder andere Tor resultiert.

Wenn die ‚Experten‘ es nun zulassen würden, dass Paco schon zur Winterpause geht, wäre das wieder etwas fahrlässig. Denn erstens ist nicht sicher, wie schnell Haaland einschlägt und zweitens ist auch er offenbar verletzunganfällig. Will man die hehren Ziele weiterhin verfolgen, kann es sich der BVB nicht leisten, plötzlich ohne 9 dazustehen.

Noch ist Paco hier und Haaland muss sich ohnehin erst einmal einfinden. Was seine vermeintliche oder tatsächliche Verletzungsanfälligkeit anbelangt, lässt sich momentan noch nichts sagen. Die deutsche Bundesliga hat eine höhere Intensität als die österreichische, da dürften seine ersten Einsätze eher dosiert erfolgen.

Es war m.E. schon fahrlässig, Weigl nun schon in der Winterpause abzugeben, denn so einen MittelfeldSpielertyp (trotz seiner Schnelligkeitsdefizite) mit der Paßqualität (sowohl, was die Schärfe als auch seine Präzision und den Überraschungseffekt angeht) haben wir nun nicht mehr im Kader (zumal auch Witsel und Delaney noch nicht richtig fit sind, Dahoud nicht unbedingt eine Alternative, Raschl vielleicht zukünftig). Auch im Zweikampf hatte Weigl ordentlich dazugelernt. Grandios sein Spiel gegen Leipzig.

Für Weigl hatte sich kurzfristig eine Chance ergeben, die er nutzen wollte. Ich persönlich hätte ihn in der Rückrunde auch lieber noch im Kader gesehen, weil er gegen stark pressende Teams eine adäquate Option (vielleicht die einzige in unserem Mittelfeld) ist. Man kann aber davon ausgehen, dass die Verantwortlichen Pro und Contra abgewogen haben werden und so zu ihrer Entscheidung gekommen sind, Weigl diese Chance nicht zu verwehren. Dabei werden vielleicht auch Dinge eine Rolle gespielt haben, in die Außenstehende keinen Einblick haben.

 

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