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Neu auf schwatzgelb.de: Der BVB in der NS-Zeit - eine Spurensuche (BVB)

PatBorm, Dienstag, 03.12.2019, 08:47 (vor 2466 Tagen) @ Giog

Ist das nicht auch merkwürdig ambivalent? Auf der einen Seite können wir mit Blick auf die 69er Festschrift (oder auch die späten Äußerungen von August Lenz) einen Mangel an Aufarbeitung der NS-Zeit innerhalb des Ballspielvereins feststellen. Gleichzeitig gibt es gute Gründe davon auszugehen, dass z.B. die Person Busse in einer negativen Weise mit der NS-Zeit assoziiert wurde und das in der Nachkriegszeit zu spüren bekommen hat. Spannend fände ich es daher, inwieweit der BVB in der Zeit kurz nach der NS-Herrschaft vielleicht gerade auch geprägt von genau denjenigen Personen war, die in den Jahren zuvor aus politischen Gründen kalt gestellt worden sind.

Das ist tatsächlich alles total vielschichtig, zumal man bei so kleinen Vereinen (der BVB war dies damals gewiss und scheint es mir heute noch immer zu sein) immer auch in Rechnung stellen muss, dass auch rein persönliche Faktoren eine Rolle spielen.
Egon Pentrup, der 1934 als Vereinsvorsitzender verdrängt wurde, gehörte in der Nachkriegszeit wieder zur Führungsmannschaft. Er ist wohl derjenige, der am ehesten in die Kategorie der "kalt gestellten" gehört und offenkundig dem Regime durchgängig fern stand. Er hätte es sicherlich auch verdient, im Vereinsgedächtnis eine größere Rolle zu spielen. Aber die Quellenlage für die unmittelbare Nachkriegszeit scheint mir noch problematischer zu sein als für die NS-Jahre, weil man nach letzterer zumindest später gelegentlich gefragt hat, aber für die Zeit nach 1945 dominiert ein reiner Wiederaufbaunarrativ, der viel Bekanntes über die Nöte und Lebensumstände der Zeit wiedergibt, aber fast gar nichts über die konkreten Bedingungen bei der Borussia (vom sportlichen einmal abgesehen).


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