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Ausführliches Favre-Interview von Spox (BVB)

Ravenga, In der Ruhr liegt die Kraft, Montag, 04.11.2019, 23:50 (vor 2489 Tagen) @ Maja
bearbeitet von Ravenga, Dienstag, 05.11.2019, 00:02

Das hängt von sehr vielen individuellen Faktoren ab, die bei manchen gar keinen Einfluss darauf haben, bei manchen einen gewaltigen. Das ist einfach unglaublich individuell. Ein paar Faktoren:

- mehrsprachig aufgewachsen?
- allgemeines Sprachverhalten in der Muttersprache (Wortschatz, Grammatik, Ausdruck usw., wurden als Kind Anreize zum Sprechen gegeben?)
- individuelles Bildungsniveau (ist es z.B. die erste Fremdsprache, die gelernt wird? Gibt es individuelle Vorerfahrungen mit der neuen Sprache, evtl. negative Assoziationen?)
- sozio-kulturelles Umfeld / Herkunft
- Alter beim Erlernen der neuen Sprache
- tut sich die Person generell schwer mit dem Erlernen neuer Sprachen?
- die zu erlernende Sprache an sich / Sprachfamilie (kann z.B. auf existierenden Parallelen zu bereits gesprochenen Sprachen aufgebaut werden?)
- Anpassung an den neuen Kulturkreis / Integrationsbereitschaft
- Intensität des Sprachkurses
- eigene Motivation
- Bereitschaft sich selbst und sein Sprachverhalten ständig zu reflektieren und zu verbessern
- persönliches Umfeld / soziale Kontakte
- individuelle Charaktermerkmale (z.B. Extro-/Introvertiertheit)

Im Allgemeinen gilt, dass Menschen eine neue Sprache umso besser sprechen, je wohler sie sich fühlen, aber auch eher offene, extrovertierte Menschen können damit ihre Probleme haben. Auch das hängt von vielen inneren und äußeren Faktoren ab. Schau dir den guten, alten Dede an: Der hat 13 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet, war stets eine Frohnatur, aber bei aller Liebe... sein Deutsch war dann doch eher holprig, auch noch nach all den Jahren. Hängt halt wahnsinnig vom Individuum ab, das auch nicht alle Faktoren bewusst oder selbst steuern kann.

Edit: Hinzu kommt natürlich, dass Menschen, die im Zirkus Profifußball arbeiten, quasi ständig auf gepackten Koffern sitzen. Da halte ich ein wenig Genügsamkeit bzw. das Setzen anderer Prioritäten, vielleicht auch unbewusst, durchaus für nachvollziehbar.


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