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Warum ich so unzufrieden war. (BVB)

Ostentor, Sonntag, 01.09.2019, 10:00 (vor 2455 Tagen) @ CHS

Ich glaube, gestern war so der erste Tag meines Daseins, wo ich am Spieltag selbst während des Spiels ein paar Kommentare hier verfasst habe. Allerdings sitze ich auch selten daheim und verfolge ein Spiel allein.

Ein paar Gedanken habe ich mir darüber schon gemacht. Vor ein paar Jahren wäre ich nach einer solchen Niederlage tagelang sauer gewesen, aber hätte sicher in irgendeiner Form die Mannschaft und den Verein in Schutz genommen und an die Entwicklung geglaubt. Heute bin ich schon heute nur noch achselzuckend, und warte einfach mal ab, was noch kommt. Entweder begeistert es mich, aber wenn nicht, dann isset auch okay.

Im sportlichen Bereich bin ich zu einem echten Erfolgsfan mutiert. Aber gut, irgendwo gehört das zum Dortmunder Fan-Dasein inhärent sowieso dazu. Woran liegt das? Wir hatteb auch hier im Forum die letzten Jahre immer wieder die Diskussion, dass die Distanz zum Fußball allgemein bei vielen größer wird und man nicht mehr mit so viel Herzblut dabei ist, wie man es vorher war. Das ist bei mir auch so. Erst vielen die Spiele der Nationalmannschaft weg, dann immer mehr die anderen Spiele in der Bundesliga, irgendwann war selbst ein BVB Spiel nicht mehr als fester Termin geblockt, sondern der Ticker unterwegs tat es auch.

Das betrifft das Sportliche. Wenn ich im Stadion bin, wenn ich meine Jungs und Mädels treffe, die Atmosphäre am Spieltag selbst, die grundsätzliche Identifikation mit dem Verein - das ist ja alles noch da. Nur zerfällt mein ganzes Fan-Dasein in zwei nicht gut vereinbare Teile. Einerseits das zunehmende Desinteresse am Sport selbst, andererseits liebe ich ja immer noch den Fußball und den Verein an sich.

Aber der BVB spielt halt im Konzert der großen mit. Er zahlt und generiert Ablösesummen, die einem vor wenigen Jahren als absolut absurd erschienen werden und egal, was man int. sagt, für 99,9% Prozent der Clubs sind wir der Haifisch im Fußballbecken. Das ist eine Rolle, mit der ich persönlich leben kann, denn es ist eben, wie es ist. Der Geschäft ist so. Da ich dieses Geschäft aber kritisch sehe, der BVB aber erfolgreich mitmacht, dann ändert sich meine Betrachtung auf die Mannschaft selbst. Natürlich färbt der finanzielle Aufwand in dem Fall extrem auf die Mannschaft ab und sportliche Nachsichtigkeit ist nicht mehr unbedingt angemessen meiner Meinung nach. Wenn mir das ganze Drumherum missfällt, wie so eine Mannschaft zusammengestellt wird und sich finanziert, dann ist für mich wirklich das einzige, was besänftigend wirkt, ein schöner und erfolgreicher Fußball. Das übertünscht dann noch manchmal, dass auch wir mitlerweile auf dem Platz das Produkt eines völlig aus dem Ruder gelaufenen Volkssports erleben - und das zu gepfefferten Preisen.

Die Niederlage gegen Union schmerzt daher doppelt: Das ist nicht nur eine Niederlage gegen einen Verein, gegen den man schlichtweg mit den Ansprüchen und der Ambition eines BVB nicht verlieren darf. In keiner Situation und unter keinen Umständen. Ich habe die Demut zu akzeptieren, dass es so gekommen ist. An der Beurteilung ändert sich aber nichts.

Andererseits ist es natürlich eine Niederlage gegen einen Verein, der als einer der wenigen den Fußball derzeit noch purer empfinden kann. Der noch nicht so zu einem richtigen Player mutiert ist, wo authentische Freude und Identifikation zu solchen Triumphen wie gestern führen kann, aber auch zu einem Abfeiern trotz eines 0:4 gegen Leipzig.

Insofern mit ich gerne mal wieder Jammer-Dortmunder gewesen und bleibe es mit diesem Posting auch. So richtig geil ist das alles irgendwie nicht. Und das hat nichts damit zu tun, dass wir mal Kloppo hatten.


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