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Während einige von Euch sich den Luxus der moralischen Erhebenheit leisten können… (BVB)

majae, Muc, Donnerstag, 08.08.2024, 01:13 (vor 557 Tagen) @ markus

Wirklich seltsame Argumentation. Weil es manchen nicht weit genug gehen könnte, sollte man lieber nichts machen? Und wieso sollte man beim Alkoholverbot landen, wenn man die Verkaufszeiten einschränkt?


Nein, deine Argumentation ist seltsam. Schon das Argument, dass absolut nichts gemacht wird, ist ja falsch. Es gibt bereits Vorschriften in Sachen Alkohol.

Das "nichts machen" war gemeint als "nichts am Status Quo ändern". Deine Argumentation hab ich so wahrgenommen, dass solange man das wissenschaftlich nicht wasserdicht beweisen kann, welche Maßnahme die perfekte ist, sollte man auch nichts verschärfen.
Jetzt kann ich andersrum genauso fragen: Wieso denkst du, dass die aktuelle Regelung die richtige ist?

Beispiele: Du darfst Bier erst ab 16 kaufen, Vodka erst ab 18. Du darfst nur 0,5 Promille im Blut haben beim Auto fahren. Wenn du der Meinung bist, dass das unzureichend ist, musst du das begründen. Da sehe ich bei dir nichts stichhaltiges, es ist eine Argumentation rein aus dem Bauch heraus und ist letztendlich reiner Aktionismus. Und das führt dann eben zu der oben genannten Kettenreaktion. Dann behauptet der nächste ebenfalls, dass „nichts“ gemacht wird (obwohl auch diese Behauptung falsch ist) und fordert die nächsten 5% ein. Und dann bist du doch irgendwann bei einem Totalverbot.

Es geht doch nicht darum, was irgendwer fordert. Irgendwer fordert auch jetzt schon ein Totalverbot ein. Wie vorhin schon geschrieben, Gesetze sind oft Kompromisse. Wie viel Einschränkung bringt wie viel Schutz und wie viel Freiheit muss dafür im Gegenzug aufgegeben werden. Das lässt sich natürlich objektiv gar nicht beurteilen, dafür gibt es den Gesetzgeber (und keine Angst, keine Partei wird sich rantrauen, den "Deutschen das Bier wegzunehmen").

Du willst diese Gesetze aber verschärfen. Und da muss man sich immer die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen. „Jeder schwere Alkoholiker ist einer zu viel“ taugt da nicht als Argument. Denn jeden einzelnen wirst du nur mit einem Totalverbot verhindern können. Also nochmal: Wie viele Fälle haben wir (ich wette, das müsstest du erst googeln), warum ist diese Zahl zu viel und wie viel Rückgang benötigen wir, damit das Verhältnis Freiheit zu Sicherheit noch passt?

"7,9 Millionen Menschen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Ein problematischer Alkoholkonsum liegt bei etwa 9 Millionen Personen dieser Altersgruppe vor (ESA 2021)."
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol

Wie gesagt. Dann liefere konkrete Zahlen und erläutere, warum diese zu hoch sind und wie viel weniger okay wären. Dann bin ich bereit, mich damit auseinander zu setzen. Solange das auf gefühlter Ebene zu viel ist und ich keine konkreten Zahlen zur Einordnung habe, kann ich damit nichts anfangen. Und wenn wir Zahlen haben, hört dann die gefühlte Ebene auf? Auch 1/3 oder die Hälfte weniger kann gefühlt zu viel sein. Du schreibst sogar, dass jeder einzelne zu viel ist, was nur mit Totalverbot verhindert werden könnte.

Es ist echt absurd, wie du wiederholt feste akzeptable Grenzen forderst, wo sich keine objektiv akzaptable Grenzen ziehen lassen. Ja, ich hab geschrieben, dass jeder schwere Alkoholiker einer zu viel ist, aber ich hab auch direkt im Anschluss geschrieben, dass das ein völlig unrealistisches Ziel wäre. Also muss man der Realität in die Augen blicken und einen Kompromiss finden. Bei deutlich über 10% mit problematischen Alkoholkonsum, oder falls dir das zu gefühlt ist: weltweit unter den Top 10 des meisten jährlichen Alkoholkonsums, aber gleichzeitig eben wohl auch weltweit mit die minimalisten Restriktionen für Alkohol, befinden wir uns meiner Meinung nach nicht auf dem richtigen Weg. Das ganze basiert natürlich nur auf dem Gefühl meines Gerechtigkeitsempfinden, genauso wie deine Meinung, dass jedes Maß an zusätzlicher Restriktion ein zu großer Eingriff in die persönliche Freiheit wäre.


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