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Ein Abend in Rom, mit zwei qualitativ gleichwertigen Kadern (Spieltage)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Donnerstag, 15.02.2024, 22:55 (vor 701 Tagen) @ jniklast

Das stimmt schon, aber nach meinem Empfinden spielen die Bayern unter Tuchel eher noch schlechter als unter Nagelsmann.

Kann man mAn schlecht vergleichen, da der fußballerische Ansatz zu unterschiedlich ist. Eher wild und im Zweifel unstrukturiert vs eher kontrolliert und im Zweifel statisch. Da lässt man sich gerne unbewusst vom persönlichen Geschmack in der Einschätzung leiten.

Am Ende zählen die Punkte.

So chancenlos wie gegen Bayer am Wochenende waren sie unter Nagelsmann nie - auch nicht in der CL gegen stärkere Gegner.

Auch unter Nagelsmann hatte man chancenarme Spiele. Am Ende zu viele.

In der CL hat Bayern seit über 20 Jahren immer die Gruppenphase überstanden. Auch unter Flick (zweite Saison), Nagelsmann, Tuchel. Allerdings ist man unter diesen drei Trainern dann auch immer im Viertelfinale ausgeschieden. Und das nicht nur gegen Topteams.

Übrigens ist Bayern in den letzten Jahren auch im DFB-Pokal immer frühzeitig gegen Underdogteams ausgeschieden. Das kann kein Zufall sein.

Und diese Saison hat Tuchel wieder einen Ausnahmestürmer in Kane, der oft noch Probleme überdeckt hat.

Bis zur Winterpause funktionierte die Bayernoffensive unter Tuchel sehr gut, auch weil Kane und der über Monate in Topform spielende Sané ausgezeichnet harmonierten. Wenn Tel und Müller zum Einsatz kamen, war das auch der Fall.

Dabei war Kane systemisch gar nicht richtig eingebundenen in das Offensivspiel der Bayern. Vielleicht war das auch der Grund, warum er im Prinzip überall auf dem Platz zu finden war. In der eigenen Abwehr, in allen Zonen des Mittelfeldes, auf den offensiven Flügeln und natürlich auch im zentralen Strafraum. Und überall war er effektiv; es hatte Hand und Fuß was er machte.

Man könnte sagen, dass Kane das in die eigene Hand genommen hat, was seine Mitspieler versäumt haben. So ein klein wenig wie es bei uns Bellingham getan hat.

Nach der Winterpause befinden sich Sané, Tel und auch Müller im Formtief. Und schon läuft es auch bei Kane nicht mehr, der zwar immer noch versucht, sich fallen zu lassen, aber seine Mitspieler nutzen die Räume nicht.

Wichtiger ist mMn jedoch, dass Bayern mit kontrolliertem Balleroberungs- und Umschaltfußball vor der Winterpause erfolgreich war. Meistens boten die Gegner auch entsprechende Möglichkeiten an. Allerdings wählen die Gegner der Bayern mittlerweile einen klaren Defensivansatz mit Kontern. Gegen diese Spielweise hat Bayern kein Mittel, weil das Passspiel nach wie vor oder nach einem kleinen Hoch wieder zu ungenau, zu langsam und zu wenige druckvoll ist. Das Ergebnis eines jahrelangen Erosionsprozesses. Und bei Kontern zeigt man sich anfällig.

Da die Gegner sich eher zurückziehen, muss Kane zwangsläufig mehr (oder überwiegend) im Strafraum präsent sein und lauern, wo er leicht isoliert werden kann. Ein reiner Strafraumstürmer ist er ohnehin nicht; war er nicht und wird es auch nicht mehr. Auch weil bei Bayern qualitativ hochwertige Flanken so gut wie gar nicht zu sehen sind.


So oder so, auch wenn der Kader unausgewogen ist, Wunderdinge vollbringt Tuchel jedenfalls nicht. Das ist nach meiner Ansicht ähnlich wie Nagelsmann, wenn auch mit anderen taktischen Ansatz.

Mit diesem Kader wird kein Trainer Wunderdinge vollbringen. Mehr oder weniger kurze Phasen von Höhenflügen in einer Saison ja, über eine ganze Saison reicht das aber nicht. Was man nun in der vierten Saison unter dem dritten Trainer sehen kann. Nur konnte bislang nur Leverkusen dies nutzen.

In diesem Kader steckt nicht nur der Wurm, der Verfaulungsprozess ist schon weit fortgeschritten. Um da einen neuen Geist hineinzubekommen, benötigt man mehr als nur einen neuen Trainer.

Der Nachfolger Tuchels wird zwar zunächst von einem ‚Befreiungseffekt‘ profitieren. Abe irgendwann wird auch ihn der fehlende Spirit dieses Kaders einholen.

Es sei denn, der Club sollte sich tatsächlich zu einem großen Schnitt entschließen. Es laufen ja 2025 einige teure Verträge aus; da könnte man zur nächsten Saison handeln. Was bei Uli Hoeneß allerdings mit Fragezeichen zu versehen ist.


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