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Fußball am Dienstag / Länderspiel Österreich - Deutschland (Fußball und Sport allgemein)

koom, Donnerstag, 23.11.2023, 10:36 (vor 798 Tagen) @ 1890er

Bei Auswahlmannschaften habe ich grundsätzlich nicht den selben taktischen Anspruch wie im professionellen Vereinsfußball. Kaderfluktuation, Vorbereitungszeit und vor allem Pflichtspielanzahl sind ja schonmal gar nicht vergleichbar.

Absolut. Aber an sich kamen früher die Spieler mit einem "Grundsetting", wie die Arbeit auf dem Platz ausschaut, das man "nur" noch verheiraten musste miteinander.

Herausragende Spieler sind natürlich einige da, aber eben nicht für alle Positionen. Die stärksten 15 deutschen Spieler decken leider gemeinsam nur 9-10 Positionen ab und dahinter wird es qualitativ ganz dünn.

Richtig. "Qualitativ ganz dünn" finde ich übertrieben. Selbst auf den Problempositionen haben wir solide bis gute Spieler. Füllkrug, Henrichs, Raum sind von ihren Qualitäten in Ordnung. Wenn man sie verwenden würde, wären Weigl oder andere richtige 6er das ebenfalls. Natürlich wäre man mit einem Weltklasse-9er und Weltklasse-6er viel besser, aber das ist auch nicht der Punkt. Die Qualität der Nationalelf kann mit mannschaftlicher Geschlossenheit auch reichen, um eine starke EM oder WM zu spielen. Aber mannschaftliche Geschlossenheit, ein anderes Wort für Eingespieltheit, Defensivarbeit, Aufbauspiel, ist momentan das gigantische Problem.

Die deutsche Nationalelf ist wie ein altes Gymnasium, das in der Außenwirkung noch von seinem früheren Ruf lebt, aber inzwischen völlig marode gespart wurde. Ein paar alte, gut ausgebildete deutsch- und Lateinlehrer genießen ihre Amtsprivilegien, einige junge zuweilen übereifrige Kollegen, wollen sich für höhere Aufgaben bewerben, wechselnde Direktoren versuchen die schimpfende Elternschaften zu beruhigen und leider gibt es nur noch einen einzigen Mathelehrer, der noch nicht mal wirklich gut ist.

Um das Bild abzurunden: Und aufs Gymnasium kommt mittlerweile wirklich jeder, weil die Eltern so viel Terror machen, das auch der stumpfsinnigste Thorben-Kevin dort landet, weil er auf der Grundschule ja nur unterfordert war. Und selbst die nicht-stumpfsinnigen sind teils einfach schlechter ausgebildet und erzogen, weil Klassen zu voll und Eltern mit ihrem Leben überfordert sind.

Übersetzt auf den Fußball: In der Nationalmannschaft hast du ein Rektorrat von uralten Leuten, die noch von damals berichten, wo Gummistiefel noch aus Holz waren und wo man abends saufen gehen musste, damit man am nächsten Tag Weltmeister werden konnte. Der Lehrer ist ein hochmotivierter Wissenschaftler, der eine sehr steile These der Welt beweisen will. Und als Schüler kommen eben Spieler, die im Verein keine notwendige Grundausbildung für ganzheitlichen Fußball haben, sondern im Grunde nur noch offensiv denken können.


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