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Dortmunds Rätselhaftigkeit wird seltener (BVB)

Bembele, Münster, Donnerstag, 09.11.2023, 12:31 (vor 835 Tagen) @ Gazelle

Ich würde ja behaupten, dass vor allem die frühen Gegentreffer - und beide noch relativ "dumm" - eine wesentliche Rolle spielen. Am Ende basiert Fußball oft halt trotzdem noch auf viel "Spielglück" und ein frühes 0:1 ändert die Statik eines Spiels doch wesentlich. Gerade gegen Bayern ist das ein enormer Unterschied, zumal wir da dann schnell noch das 0:2 fangen.


Ganz genau. Und dem Faktor Zufall wird im Fußball einfach zuwenig Bedeutung beigemessen. Und im Gegensatz wird dem Ergebnis oftmals eine zu große Bedeutung bei der Leistungsbewertung beigemessen. Unser Spiel in Newcastle ist da ein ganz gutes Beispiel. Wäre Nmechas Schuss noch geradeso geblockt worden und stattdessen einer von Newcastles Lattentreffern reingegangen, hätten wir ja objektiv kein schlechteres Spiel abgeliefert, aber die Bewertung in den Medien und hier im Forum wäre ein ganz andere gewesen (und auch die kicker-Noten der Spieler wären wahrscheinlich um 0.5 im Durchschnitt niedriger gewesen...). Deswegen sind natürlich ja auch quantitative Ansätze wie xG eine so wertvolle Grundlage um die Leistung einer Mannschaft objektiv zu bewerten.

Das ist ebenso treffend. Die meisten hier und im Sportjournalismus beurteilen fast nur nach Ergebnis. Auch der Kicker begünstigt in 99´% der Fälle den Sieger; selbst wenn die unterlegene Mannschaft 10 hochkarätige Chancen (dabei 3mal Aluminium traf) herausgespielt hat, der Gegner keine einzige, aber von einem Eigentor profitiert beim 1:0 Sieg, dann bekommt die Siegerelf dennoch meistens den besseren Notendurchschnitt.

Aber bei der Niederlage am Samstag gegen die Bayern spielten die frühen Tore sicher eine Rolle, aber würden dieselben Teams 10mal gegeneinander spielen, würde der BVB vielleicht einmal gewinnen und unentschieden spielen, aber 8 verlieren (so wie die letzten Jahre, das kann also kein Zufall sein). Das ist ein Qualitätsunterschied.
Und die Qualität betrifft sowohl die Schnelligkeit/Spritzigkeit als auch die Ballfertigkeit (und damit auch die Gedankenschnelligkeit).

Nahezu jeder Bayern- und Leverkusener Spieler (und auch die meisten der Bullen) ist schneller als ein Borusse auf der gleichen Position. Das allein würde natürlich nicht reichen im Fußballsport. Mit 11 Adeyemis würde man vermutlich kein BL-Spiel gewinnen (Nmecha, auch Wolf, ist zwar auf lange Strecke schnell, aber im Antritt und beim Hakenschlagen/Drehungen des Gegners viel zu unbeweglich. Charakteristisch die Elfmeterszene in Frankfurt: Ehe Wolff mit seiner großen Übersetzung mitten in der Ausholbewegung zum Schuß/ Befreiungsschlag ansetzte, hatte Knauss schon den Ball getroffen).

Wenn man die Geschwindigkeitsangaben der Spieler in der DFL-Statistiken auswertet, findet man kaum ein langsameres Team als das des BVB (und Wolfsburg), (und die schnellen Stürmer kommen bei Terzic kaum zum Zug, selbst gegen Bayern wurde JBG nicht eingewechselt, obwohl er vorher gegen Hoffenheim doch ordentlich Betrieb gemacht hatte; Adeyemie ist schnell, aber (noch nicht ballfertig genug für hohe Ansprüche, dribbelt sich meist fest, verlor 4 von 6 Dribblings gegen Newcastle) .

Doch sind die Spieler der genannten Mannschaften darüber hinaus auch technisch wesentlich versierter, können den Ball in ihrer großen Geschwindigkeit deutlich besser verarbeiten und auch passen (sichtbar bei Bayern am Samstag und gestern bei dem rassigen Spiel gegen Gala). Diese große Fehlpassquote (selbst bei einfachen Pässen) beim BVB war aber nicht nur zuletzt beim Spiel am Samstag oder zuvor in Frankfurt zu beobachten, sondern zieht sich durch die ganze Saison.

Es ist da trotz der Beteuerungen von Kehl und Terzic kaum Entwicklung, außer im oft glücklichen Ergebnis selbst (gegen Köln, Bochum, Heidenheim, Freiburg, Hoffenheim, Frankfurt, Newcastle), zu beobachten, gegen ein schwaches, auch weil stark ersatzgeschwächtes Newcastle gab es vorgestern endlich mal eine überzeugende Leistung über 90 Minuten, die dem Kader angemessen ist; viel mehr ist kaum drin. In den nächsten Spielen können sie mich widerlegen. Ich würde mich freuen.

Klar wird der Unterschied zu den führenden Mannschaften, wenn man sich folgendes überlegt: Kein einziger BVB-Spieler würde einen Platz in den Mannschaften von Bayern oder Leverkusen bekommen. Und die Leverkusener haben vergleichsweise wenig Geld ausgegeben.


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