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Ich kann die ständige Diskussion um unsere Trainer nicht mehr hören. (BVB)

Invis, Montag, 04.09.2023, 11:57 (vor 905 Tagen) @ Ulrich

Dem würde ich zustimmen.

Leider hat man natürlich nur die Sicht von außen (zumindest ich). Über die komme ich aber zu folgenden Schlüssen.

Trainer
Terzic schafft es bislang nicht, dem Team eine klare Spielphilosophie mitzugeben. Das kann entweder daran liegen, dass er selbst keinen wirklichen Plan hat (glaube ich nicht), dass sein Plan nicht ausreichend ist (schon eher möglich) oder aber die Mannschaft den Plan nicht wirklich umsetzt. Ich würde vermuten, es ist eine Mischung aus Punkt 2 und 3. Meiner Ansicht nach fehlt es in vielen Situationen an Lösungsmöglichkeiten. Wir spielen hinten vogelwild weil der Plan nicht für jede Art von Gegner funktioniert UND weil die Spieler zusätzlich noch entscheidende Fehler machen, die das ganze noch verschlimmern. Wir spielen vorne nicht gut, weil einstudierte Spielzüge und abgestimmte Laufwege fehlen, weil wir zusätzlich keine technischen Ausnahmekönner mehr haben dies das kompensieren und weil auch hier die Spieler teilweise entscheidende Fehler machen.

Terzic hatte jetzt mehr als 1 Jahr Zeit hier seine Linie reinzubringen und ein funktionierendes Spielsystem zu schaffen. Das ist - Stand jetzt - absolut nicht gelungen. Selbst in der punktetechnisch vollkommen ausreichenden Rückrunde waren die Spiele zu großen Teilen nicht gut. Bestimmte Probleme gab es immer wieder zu beobachten (Gegner kommt wieder ins Spiel selbst bei großer Überlegenheit / Gegner kommt selbst in überlegenen Spiele zu zahlreichen Torchancen / Abhängigkeit von Ausnahmekönnern).

Bosse (insbesondere Watzke)
Meiner Meinung nach das größte Problem. Der Verein hat Watzke viel zu verdanken und in seinem eigentlichen Themengebiet hat er sicherlich herausragende Arbeit geleistet. Man kann ihm da gar nicht dankbar genug sein. ABER: Er hat mittlerweile eine völlig falsche Rolle eingenommen und schadet damit dem ganzen Verein. Meiner Ansicht nach mischt er sich viel zu stark in die operativen Abläufe ein und führt das ganze wie ein mittelständisches Unternehmen. Wir wollten Deutschlands Nr. 2 sein, sind aber teilweise unprofessionell aufgestellt was die internen Abläufe angeht. Man hat den Eindruck dass nichts geht ohne das Watzke seinen Daumen hebt. Kritische Denkweisen und neue Ideen haben von vornherein wenig Chance.
Dazu passend ist er auf die Idee versteift seinen neuen Jürgen Klopp zu finden. Den gibt es aber nur einmal und wird es in der Form auch nicht mehr geben. Und: Borussia Dortmund BRAUCHT das auch gar nicht. Wir sind mittlerweile ja schon viel zu groß. Wir könnten einfach professionell arbeiten und hätten einen extrem guten Stand. Wir sind eben nicht mehr der schlafende Riese wie es vll. 2008 der Fall war, der den großen Motivator benötigt. Wir bräuchten jetzt einfach nur noch gute Leute auf allen Ebenen. Das wird aber durch HJW verhindert. Wir stecken hier in einer Vergangenheit fest die nicht mehr wiederkommen wird.

Identität / Zielbild
Es fehlt eine klare Identität und ein Zielbild wo man mit dem Verein hin will. Jedes Jahr arbeitet man sich wieder daran ab, dass die Bayern ja viel mehr Geld haben (haben sie) und dass es unrealistisch ist Meister zu werden (ist es). Aber was ist denn realistisch? Wo will man denn den Verein hin entwickeln? Mit welchen Spielern? Sind wir ein Ausbildungsverein? Wollen wir Supertalente am laufenden Band entwickeln und dadurch Erfolge feiern oder wollen wir mit gestandenen Spielern den Erfolg zementieren? Ist das überhaupt realistisch? Wo will man den Verein in 5-10 Jahren sehen? Was erwartet man von seinen Trainern und seinen Sportdirektoren? Was ist das große Leitbild?

Das ist nullkommanull klar. Mal holt man die großen Talente, dann will man wieder mit gestandenen Spielern vorankommen. Dann merkt man wieder dass das nicht klappt und am Ende arbeitet man sich wieder an den Bayern ab.

Macht doch erstmal eure eigenen Hausaufgaben. Gebt dem Verein Borussia Dortmund klare Ziele und den Verantworltichen klare Vorgaben. Und messt sie daran. Daran könnte man jetzt bspw auch Terzic messen:

- 75 Punkte in der Liga? Nein, aber 71 also Note 2.
- Achtelfinale in der CL? Ja
- Schlagbaren Gegener im Achtelfinale der CL besiegt? Nein ==> insgesamt Note 2
- Pokal? Note 3
- Spieler weiterentwickelt: Note 2
- Gute und überlegene Spiele gezeigt: Note 4

Sowas in der Art. Für diese Bewertungen ist es vollkommen egal ob Bayern München 200 Mio mehr hat. Weil das für UNSERE Ziele erstmal gar keine Rollen spielen darf.

Das gleiche könnte man jetzt auf allen Ebenen machen und bspw auch Sebastian Kehl daran bewerten. Aber da ja gar nicht klar ist wo wir überhaupt hin wollen ist das natürlich schwierig.
Es fehlt schon am großen Zielbild. Angefangen wird meist schon im Detail (beim Trainer oder einzelnen Spielern).


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