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Hoffentlich ist das Fax kaputt... (BVB)

Brulence, an der Ruhr, Donnerstag, 31.08.2023, 12:36 (vor 907 Tagen) @ Unterhändler

Ich betrachte das Forum ja zunächst mal als Ort des Austauschs, wo es glücklicherweise verschiedene Ansichten gibt. Ich bin mir auch durchaus im Klaren darüber, dass der Fußball inkl. der zu treffenden Entscheidungen sicherlich deutlich komplexer ist, als dass meine Beurteilung in zehn Zeilen der heilige Gral wäre.

Meine Sicht habe ich ja durchaus ausführlich dargelegt (und eigentlich hätte sie noch durchaus länger werden können), möchte dann aber mal kurz den Blick nach vorne (und in Teilen etwas zurück) werfen und um Deine Einschätzung dazu bitten. Ich versuche es auch mal etwas sachlicher und ohne den Zynismus, der mir im vorherigen Post gelegentlich rausgerutscht ist.

Zunächst mal steht die Frage im Raum, wo man denn als BVB eigentlich hin will. Die letzte Saison mag die Hoffnung genährt haben, dass Platz 1 wieder regelmäßiger in Reichweite liegen könne. Ich glaube das grundsätzlich erstmal nicht (ich sehe unsere Chancen bei 1 aus 10), verstehe aber durchaus, dass man sich in der Führungsetage nach außen aus vielerlei Gründen als "ambitionierter Herausforderer" geben muss. An sich wiederholende Chancen glaube ich nicht, da ich den Kader für deutlich zu schwach halte, wenn ich den vergleichenden Blick Richtung Süden werfe (nur am Rande: diesen Blick halte ich für grundverkehrt).

Wir haben uns die letzten 10 Jahre vor allem dadurch ausgezeichnet, dass wir jungen, aufstrebenden Talenten ausreichend Spielzeit und eine (teils) spektakuläre Bühne bieten konnten. Das fängt an bei dem jungen Götze, über den Jahrhundert-Transfer Kagawa bis hin zu Sancho, Haaland und Bellingham wenn ich mal nur die letzten Jahre dazu nehme. Da kann man auch noch Aubameyang, Dembele und Pulisic mit rein werfen. Im Großen und Ganzen waren das im Zweifel natürlich Wetten darauf, dass die erhofften Potenziale sich entfalten, die Mannschaft somit verbessern und am Ende der (naturgemäße) Transfer für X Millionen steht, um dann praktisch wieder von vorne zu beginnen. Man hat diese Spieler (auch deshalb) geholt, weil sie bereits in jungen Jahren in kleineren Teams auf sich aufmerksam gemacht haben.

Gerade drehen wir uns aber komplett und wechseln in den Verwaltungsmodus. Unter der Maßgabe, vor allem robuster und widerstandsfähiger zu werden. Das ist so nen bißchen ja das Mentalitäts-Thema, was man seit Jahren mit rum schleppt. Dafür setzt man dann auf den 30jährigen Füllkrug, den 29jährigen Sabitzer sowie den 28jährigen Bensebaini. Ja, alle bundesliga-erfahren und irgendwie weiß man, was man bekommt. Genauso wie man weiß, was man nicht bekommt - und das ist individuelle Entwicklung und Transfererlöse (was ich nicht als übergeordnetes Ziel definieren will). Diese Robustheit hat man sich vor Kurzem und zuletzt auch über Ryerson, Özcan, Haller, Meunier und Wolf ins Boot geholt.

Und jetzt wirds einfach:
Am Ende entscheidet der Erfolg darüber, ob die jeweilige Strategie richtig ist. Ich wünsche es mir, glaube aber nicht daran und gehe darauf auch gerne nochmal kurz ein.

Zum Einen sehe ich viel fußballerischen Durchschnitt i.V.m. einem Trainer, der seitens Aki hier praktisch schon vor Amtsanstritt heilig gesprochen wurde, der neue Klopp, derjenige, der den Verein kennt, der die Brücke zwischen Mannschaft und Fans ist. Ich habe von den Verantwortlichen aber noch nie ein Wort dazu gelesen oder gehört, was ET als Trainer denn wirklich außergewöhnlich macht. Die letzte Aussage Watzkes dazu war ein "ich bin schon so lange dabei, ich kann gute Trainer mittlerweile erkennen". Inhaltlich ist das dennoch ne Fehlanzeige und ich halte diese pro forma Nibelungentreue für absolut fatal. Zumal ET bislang nicht den Beweis erbringen konnte, ein außergewöhnlicher Taktiker o.ä. zu sein.

Zum Anderen komme ich nochmal auf die Transferpolitik zurück. Nächstes Jahr verlassen uns Hummels, Meunier, Reus, Morey und Hazard ablösefrei. Bei Wolf steht die Entscheidung aus, ob der Vertrag noch verlängert wird. Mit Füllkrug, Sabitzer und Bensabaini hat man drei Spieler um die 30 geholt, die individuell keinen großen Sprung mehr machen werden und entsprechend als große Transferziele rausfallen. Gleiches gilt für Can, Özcan, Haller und Ryerson. Gleiches gilt für Süle, da man ihn als langfristige Säule sehen wird, ebenso wie Brandt.

Spieler, denen man also noch qualitative Schritte zutrauen kann bzw. die kurz- bis mittelfristig für andere attraktiv werden könnten, sind Kobel, Schlotterbeck, Adeyemi, JBG, Malen und Duranville (sofern sich die Hoffnungen ihn ihn erfüllen). Das sind, Stand heute, aber per se erstmal keine 100 Mio. Transfers sondern landen (gefühlt) eher in der Bandbreite 50-60 Mio. EUR.

Worauf ich hinaus will:
Aktuell sieht es so aus, als würde man die nächsten Jahre eher weniger Transfereinnahmen generieren können, mangels "Highflyer". Gleichermaßen muss man quantitativ aber auch qualitativ erheblich nachlegen wenn sich meine Prognosen bewahrheiten. Dann geht es nämlich nicht um punktuelle Ergänzungen, sondern viel mehr wieder um generelle Fragen rund um den Trainer, Spielausrichtung etc..

Ich irre mich gerne. Wirklich gerne. Meine Sicht auf Borussia ist aktuell getrübt, weil ich für mich meine erkennen zu können, dass wir diffuse Flickschusterei betreiben.


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