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BVB-Chef Watzke verteidigt Nmecha-Transfer: "Ein ganz normaler Junge" (BVB)

stfn84, Köln, Freitag, 30.06.2023, 16:12 (vor 1138 Tagen) @ markus

Ich weiß, dass das inhaltlich jetzt alles nicht viel Neues zu Tage bringt, aber mich ärgern einige Aussagen dann doch zu sehr, als dass ich da jetzt einfach drüber weg gehen könnte.

Die Sache ist dann aber doch zu eindeutig, als dass man sie derart abwägen könnte. Du sagst doch auch nicht bei strahlendem Sonnenschein „och, eigentlich gibt es auch gute Argumente dafür, dass es gerade dunkel ist und regnet“.

Worum geht es Dir dabei genau?
Meinst Du die geteilten Beiträge? Selbst die sind interpretationswürdig. Denn da stand nirgendwo das was man daraus machte, nämlich dass er LGBTQIA+ irgendetwas absprechen würde oder diese Personen geringschätzt oÄ.

Ähnlich eindeutig ist die Sachlage. Es gibt einen Kodex, der sich gegen Diskriminierung ausspricht, u.a. ausdrücklich auch gegen Homophobie. Dann teilt ein potentiell neuer Spieler einen diskriminierenden Beitrag auf Instagram, entschuldigt sich halbherzig.

Der Kodex ist da zwar recht klar, aber wo steht denn nun wer das bestimmt inwieweit ein Vergehen vorliegt? Nirgends. Also muss ich doch irgendwo akzeptieren, dass es dann wohl der oberste Vertreter des Vereins entscheiden muss. Oder soll es in diesem Fall dann ein*e Betroffene*r sein? Wer hat das festzulegen?
Zudem sind natürlich keinerlei Sanktionspakete im Kodex vorgesehen, die aber ja bei so eindeutiger Sachlage dann Anwendung finden sollten.

Eine Entschuldigung ist ja zunächst mal an die Betroffenen gerichtet. Wer von diesen Betroffenen dann die Entschuldigung annimmt oder ausschlägt und inwieweit diese dann als gut, schlecht oder halbherzig empfunden wird, ist ja sicherlich höchst subjektiv.
Warum man dann festlegt, dass das objektiv gesehen eine halbherzige Entschuldigung sein muss, will mir nicht in den Kopf.

Wenn nun also der Präsident sagt, dass entweder gar kein Fehlverhalten vorliegt oder aber Nmecha einfach unglücklich kommunizierte, aber im Kern dann doch akzeptabel und mit den Werten des BVB vereinbar ist, dann habe ich das gerade in Bezug auf den Kodex ja auch zu akzeptieren.

Im Juni teilt er erneut einen diskriminierenden Beitrag, um dann zu behaupten, er liebe alle Menschen. Und (der für mich wichtigste Punkt): Die Rainbow Borussen fühlen sich als Teil des Vereins und als direkt Betroffene diskriminiert, sprechen sich ausdrücklich gegen(!) eine Verpflichtung aus.

Unabhängig davon, dass Du auch hier wieder interpretierst und seine Antwort auf die Kritik zur vermeintlich nächsten Nonpology verklärst, haben die Rainbow Borussen doch zumindest mal klar gemacht, dass es auch eine Exit-Option in der Causa gibt. Das rechne ich "den Betroffenen" auch sehr hoch an, da ich finde, dass bei aller Kritik auch immer ein realistischer Ansatz verfolgt werden sollte. Die Rainbow Borussen sprechen sich zwar gegen die Verpflichtung aus, erwarten bei einer Verpflichtung aber dann eben eine intensive Aufarbeitung mit dem Spieler. Die es ja anscheinend gab und aufgrund derer man als e.V. und KGaA zum Schluss kommt, dass man diesen Spieler verpflichten kann und will.

Dann kommen Leute um die Ecke, die noch nie in ihrem Leben diskriminiert wurden, weil sie das Glück hatten männlich, weiß und heterosexuell geboren zu sein, und meinen es besser zu wissen, sagen sinngemäß „jetzt stellt euch mal nicht so an, den normalen Leuten unter uns ist dieses Thema nicht so wichtig“. Das hat dann nichts mit Abwägung zu tun. Eher mit Gleichgültigkeit. Kann man ja machen, aber dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und den Kodex wieder begraben, wenn man ihn, wenn es darauf ankommt, eh mit Füßen tritt.

Auch hier muss man ja mal differenzieren.
Die Wortwahl von Aki hinsichtlich "normale Fans" und "kein Thema" ist Mist. Aber wenn er es so meinen würde, dass es ja eh keinen interessiert und man sich nur nicht anstellen müsste, hätte es doch wohl kaum derartige Gespräche mit Nmecha gegeben die es nach Medienberichten aus dieser Woche eben gab.
Wie bereits mehrfach betont finde ich diese selektive Wahrnehmung maximal anstrengend und in der Sache nicht zielführend.

Würden die Rainbow Borussen als Betroffene sagen „Schwamm drüber, wir glauben er kann sich bessern, gebt dem Jungen eine dritte Chance“ wäre das ja was anderes. Aber die sprechen sich - stand heute - gegen eine Verpflichtung aus.

Da ist und bleibt dann aber natürlich die Frage welche Konsequenz daraus erwächst und erwachsen sollte.


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