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BVB-Chef Watzke verteidigt Nmecha-Transfer: "Ein ganz normaler Junge" (BVB)

markus, Freitag, 30.06.2023, 15:31 (vor 1138 Tagen) @ Nietzsche

Fakt ist doch erst einmal, der BVB untergräbt mit der Verpflichtung seine Werte, die er sich auf die Fahnen geschrieben hat.


Nein, das stimmt nicht. Wenn der Verein sich damit auseinandersetzt, kann es auch sein, dass man zu dem Ergebnis kommt, dass irgendwas mit dem Kodex vereinbar ist.

Hier wiederum kann man dann unterschiedlicher Ansicht sein. Aber eben auch, dass es mit dem Kodex vereinbar ist.

Also nix Fakt, sondern eine Abwägung, die beide Ergebnisse erlaubt.

Die Sache ist dann aber doch zu eindeutig, als dass man sie derart abwägen könnte. Du sagst doch auch nicht bei strahlendem Sonnenschein „och, eigentlich gibt es auch gute Argumente dafür, dass es gerade dunkel ist und regnet“.

Ähnlich eindeutig ist die Sachlage. Es gibt einen Kodex, der sich gegen Diskriminierung ausspricht, u.a. ausdrücklich auch gegen Homophobie. Dann teilt ein potentiell neuer Spieler einen diskriminierenden Beitrag auf Instagram, entschuldigt sich halbherzig. Im Juni teilt er erneut einen diskriminierenden Beitrag, um dann zu behaupten, er liebe alle Menschen. Und (der für mich wichtigste Punkt): Die Rainbow Borussen fühlen sich als Teil des Vereins und als direkt Betroffene diskriminiert, sprechen sich ausdrücklich gegen(!) eine Verpflichtung aus.

Dann kommen Leute um die Ecke, die noch nie in ihrem Leben diskriminiert wurden, weil sie das Glück hatten männlich, weiß und heterosexuell geboren zu sein, und meinen es besser zu wissen, sagen sinngemäß „jetzt stellt euch mal nicht so an, den normalen Leuten unter uns ist dieses Thema nicht so wichtig“. Das hat dann nichts mit Abwägung zu tun. Eher mit Gleichgültigkeit. Kann man ja machen, aber dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und den Kodex wieder begraben, wenn man ihn, wenn es darauf ankommt, eh mit Füßen tritt.

Würden die Rainbow Borussen als Betroffene sagen „Schwamm drüber, wir glauben er kann sich bessern, gebt dem Jungen eine dritte Chance“ wäre das ja was anderes. Aber die sprechen sich - stand heute - gegen eine Verpflichtung aus.


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