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Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! (BVB)

arnaud, Ort, Donnerstag, 29.06.2023, 18:43 (vor 1140 Tagen) @ tim86
bearbeitet von arnaud, Donnerstag, 29.06.2023, 18:49

Um nochmal zu sortieren:
Anlass war zunächst die Behauptung, Walsh sei ein theokratischer Faschist auf der Grundlage einer sarkastischen Selbstbezeichnung in seiner Twitter Biografie. Du liegst damit falsch, insofern, als dass es absurd ist, eine nicht ernst gemeinte Selbstbezeichnung heranzuziehen, um die Person damit zu diskreditieren. Daher auch mein Verweise auf das Erdogan-Gedicht und Böhmermann und dass wohl auch du es absurd fändest, Böhmermann auf Grundlage dieses Gedichts als Türken-Hasser zu framen.

Jetzt zu Uganda. Ausgang war, dass du geschrieben hast, Walsh würde die "Todesstrafe für Homosexualität" verteidigen. Auch das ist unlauter und mMn falsch. Es suggeriert - davon gehe ich aus - bei den meisten Menschen, die von der Thematik nichts mitbekommen haben, dass Walsh es gut findet, dass Homosexuelle grundsätzlich zum Tode verurteilt werden. Das stimmt natürlich nicht. Der Artikel, den du reingestellt hast, nimmt Bezug auf ein Video von Walsh, der in diesem wiederum Bezug nimmt auf einen Artikel vom CNN (Schlagzeile: "Uganda parliament passes bill criminalizing identifying as LGBTQ, imposes death penalty for some offenses"). Darin kommt folgender Absatz vor:

"According to the bill, the death penalty can be invoked for cases involving “aggravated homosexuality” – a broad term used in the legislation to describe sex acts committed without consent or under duress, against children, people with mental or physical disabilities, by a “serial offender,” or involving incest."

Walshs Kommentar dazu ist diesbezüglich gar kein wertender hinsichtlich der Güte des Gesetzes an sich, sondern hinsichtlich der Praxis des CNN in der Schlagzeile Erwartungen zu schüren beim Leser, die sich dann weiter unten im Artikel als trügerisch erweisen. Es beträfe laut Walsh nämlich "nur" Verbrechen wie Vergewaltigung, Vergehen an Kinder etc. und nicht die homosexuelle Praxis an sich.

Die metapolitische Kommentierung schließlich (und das ist ja auch die Botschaft des Tweets, de er retweetet hat), dass der Westen als Erziehungsberechtigter der Welt aufträte, ist meiner Meinung nach streitbar, denn Verletzung von universellen Menschenrechten gehören mMn immer angesprochen, da kann es keine Relativierung etwa durch kulturelle "Eigenarten" geben, aber es ist eine Perspektive, die man durchaus in einer Gesamtbetrachtung reflektieren sollte.


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