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Watzke pro Investoren im Profifußball (BVB)

Sascha, Dortmund, Montag, 17.04.2023, 15:33 (vor 1218 Tagen) @ Phil

1. Gibt es mehr Beispiele für Fälle, in denen das mit dem Investor (und hier geht es ja um mehr, nämlich über das Ausgeben zukünftiger Einnahmen) nicht funktioniert hat.


Ist das so? Oder ist das nur gefühlt so? Unter dem Strich tragen Investoren doch fast überall im heutigen Fußballgeschäft einen guten Teil zur Kapitaldeckung bei.

Es wird dann halt lieber über Fälle wie bei Hertha BSC geredet, als über Fälle wie Union Berlin.

Was die Ausgestaltung betrifft: Weder du, noch ich, wissen, wie dieser Investoreneinstieg ausgestaltet wäre. Wenn es keine Pflicht der Gewinnausschüttung z.B. gibt, dann ist das einfach eine ganz normale unternehmerische, aber befristete, Beteiligung, mit allen Risiken und Pflichten. Aber sicherlich auch Rechten, die der Anteilsumfang hergibt.

Ich sehe einfach keine Möglichkeit, bei der Private Equity Gesellschaften Renditen von 10 % und mehr über die TV-Rechte erwirtschaften wollen, ohne dass es massiv zu Lasten der Fans geht.

Und da man seine Schweine am Gang kennt, glaube ich auch nicht an eine zeitlich begrenzte Beteiligung. Sobald sich die Vereine an Geld gewöhnt haben, wollen sie mehr.

Ich bin sogar fast bereit, Geld auf folgenden Ablauf zu setzen:

In fünf Jahren haben die Vereine das Geld komplett aufgezehrt und stellen fest, dass ihnen jetzt auf einmal ein Teil der Einnahmen fehlt - weil sie es bereits frühzeitig ausgegeben haben. Als Lösung wird jemand vorschlagen, doch einfach weitere 12,5 Prozent Anteile zu verkaufen. Für fünf Jahre, damit man eine einheitliche Laufzeit hat. Und am Ende der zehn Jahre wird man wieder Geld brauchen und dann gleich die 25 % wieder verkaufen. Und so weiter. Und damit steigt dann auch die Abhängigkeit.

Ansonsten hat es natürlich etwas von einem Vorgriff auf zukünftige Einnahme, das ist keine Frage. Aber das liegt in aller Regel einer "wir lassen einen Investor rein" eben auch immer zugrunde.

2. Einen für mich ganz gravierenden Unterschied. Hier geht die DFL zwar als eine Körperschaft vor, ist aber im Kern ein Sammelsurium unterschiedlicher und sich widersprechender Einzelinteressen. Es ist im Fußball schon schwer genug für einen Verein, das Geld nur für sich langfristig nachhaltig einzusetzen. Und hier soll das gleich mit 36 Vereinen gleichzeitig funktionieren? Die Vereine bekommen doch nicht einmal den Zielkonflikt gelöst, dass da du einerseits nur eine spannende Liga vermarkten kannst, andererseits aber auch nur Aufmerksamkeit bekommst, wenn du zwei, drei Zugpferde hast.


Das ist natürlich eine völlig offene Fragestellung, die auch in diesem Interview mit Watzke und co. nicht beantwortet wurde. Die auch sonst (mir bekannt zumindest) keiner wirklich darlegen konnte.

Am Ende aber nur bedingt mein Ding. Muss die DFL ja selbst wissen, so lange Sie nicht zulässt, dass es z.B. zur Zersplitterung von Spieltagen etc. kommt.

Das lässt sich in meinen Augen nicht mit üblichen Investorengeschäften vergleichen.


Naja. Mit was sonst?

Mit nichts. Man experimentiert herum, weil man das Geld braucht, oder will, hofft das alles gut geht und wenn nicht, ist es das Problem der Nachfolger.


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