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Watzke pro Investoren im Profifußball (BVB)

Phil, Montag, 17.04.2023, 08:09 (vor 1220 Tagen) @ Franke

Ich will einmal die nüchterne Position versuchen einzunehmen.

Unter dem Strich geht es um 1,5 - 2,0 Mrd. EUR, welche sich zunächst gewaltig anhören, aber ja über eher 20 Jahre angelegt sind. Also in 20-30 Jahren wird man sie "zurückzahlen" müssen/sollen/wollen. Beziehungsweise, der Investor wird schlicht über diesen Zeitraum an den Erträgen aus den TV-Rechten partizipieren.

Ziel ist es dabei ja, dass dieser Investor nicht nur ein Geldgeber ist, sondern auch Expertise bei der Vermarktung (vor allem im Ausland, wo die Liga einfach komplett am Boden liegt) einbringt.

Mag man von halten und denken was man will, aber das ist ja etwas, was im Grunde alle Klubs vor einigen Jahren schon einmal taten (auch der BVB) - und was im Prinzip auch funktionierte.

Vorteilhaft daran ist natürlich, dass der Investor eben auch ein Interesse daran hat, die Erträge zu steigern und nicht "nur" eine Bank ist, die Geld gibt und dafür Sicherheiten verlangt. Dies ist aber zugleich auch ein Nachteil, denn darin liegt die Gefahr, dass dieser Investor mit dafür sorgt, dass z.B. die Vermarktungsmöglichkeiten gesteigert werden (Zerstückelung Spieltage, Anstoßzeiten etc.).

DIES gilt es zu verhindern, indem man es eben vernünftig vertraglich gestaltet. Und wenn dies nicht möglich ist, muss man es lassen. Das jedenfalls sollte wohl die Position der Fans und Vereinsmitglieder sein.

Wofür man das Geld braucht/will? Darüber gibt es im Grunde gar keine Einigkeit. Fakt ist aber, dass fast alle Klubs der DFL gewaltig finanziell unter Druck stehen. Da spielt selbstredend Corona eine sehr große Rolle. Aber halt auch, dass man das Geld in der Vergangenheit mit kübelweise ausgegeben hat - in der Annahme, dass Einnahmen immer weiter steigen/sich steigern lassen. Dem ist aber nicht so. Die Tendenzen sind da eher überall klar rückläufig, bzw. man kann bereits erahnen, dass dies so weiter geht. De facto sind aber sehr viele Klubs eher kurz vor der Insolvenz, als dass sie noch großartig Geld verpulvern könnten. Dies ist diese Branche natürlich kaum noch gewohnt.

Klar ist aber auch: Investoren gibt es im Fußball schon sehr lange. Auch im deutschen Fußball. Der BVB würde gar nicht mehr ohne solche existieren. Er wäre, als BVB von 1909, einfach verschwunden ohen die Kapitalerhöhungen, ohne Florian Homm und Morgan Stanley.

Und er wäre schon zum Zeitpunkt des Börsengangs, ohne diesen, bereits kurz vorm Kollaps gewesen, weil der Verein es in den 90iger Jahren einfach gewaltig überzog.

Und siehe da: das Prinzip Investor funktionierte durchaus. Ohne diese hätte es gar kein "Klopp Märchen" gegeben.

In diesem aktuellen Fall ist die Situation natürlich noch einmal komplexer. Denn hier muss das erlöste Geld auch erst einmal verteilt werden. Auch da liegt natürlich vieles noch offen auf dem Tisch. Verteilt man es derart, und völlig offen in der Verwendung, dass der Wettbewerb noch weiter beschädigt wird? Oder nutzt man es wirklich, um das Fundament zu stärken? Sich zu entwickeln?

Alles recht schwierig. Dass ein "Unternehmen" (und als solches bezeichne ich diese Kartell DFL mal) aber Geldquellen für Investitionen erschließen will, ist erst einmal nichts verwerfliches oder ungewöhnliches.

Es wird eher entscheidend sein, wie man es ausgestaltet. Sowohl bei der Mittelverwendung, als auch bei der Beschaffung. Da weiß man aber, ich zumindest, noch gar nichts genaues. Nehme an, die "Manager desssen" auch nicht :-)

MFG
Phil


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