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Bitte doch! Warum ich mich auf Bensebaini freue (BVB)

Balin, Donnerstag, 23.02.2023, 17:34 (vor 1274 Tagen) @ koom

Es ist nunmal aus Fansicht ein Unterschied, ob da jemand einen "handwerklichen" Fehler macht, also den Ball wegspringen lässt oder nen 11er versemmelt oder ob man das Gefühl hat, er holt nicht alles raus, was er könnte.


Kleinlich sage ich mal: Du benennst das Problem: Das "Gefühl". Es haben dynamische, schnelle Spieler auf der Ebene IMMER einen Vorteil bei den Fans, auch wenn sie sonst die größte Scheisse bauen. Hauptsache, der Spieler fetzt da mit Leidenschaft auf dem Sprint-Button ins Verderben.

Da geb ich dir grundsätzlich recht, siehe Brandt. Aber 1.) Guerreiro würde nicht ins Verderben rennen sondern der Defensive helfen und 2.) bin ich der Meinung, dass ein Fußballspieler grundsätzlich nach hinten so schnell rennen kann, wie nach vorne. Und dass nach hinten ist bei Guerreiro in der Regel nicht seine Höchstgeschwindigkeit.

Apropos arrogant: Und ich bin immer noch fasziniert, wie wenig Leute das merken, dass...
Du hast echt einen Hang dazu, den anderen Leuten subtil mitzuteilen, dass du sie für doof hältst.


Ich halte sie ja nicht für doof. Ich finde es nur immer bemerkenswert, wie viel immer auf eine individuelle Person runterdiskutiert wird, anstatt das mannschaftliche Verhalten als Ganzes zu bewerten. Das passiert ja durch die Bank. Es entspricht nicht meinem Verständnis vom Fußball, aber ich hab auch eben mal den Unterschied bemerkt, als Wolfgang Frank oder später Klopp mit Mainz 05 einen krassen Unterschied gemacht hat, weil halt eben nicht mehr Leitwolf, Heldenspieler etc. das Thema war, sondern eine geschlossene Einheit von Mannschaft. Das ist halt auch mein Faible, seitdem interessiere ich mich für den Fußball.

Dann solltest du deinen Sprachstil ändern, denn genau das suggerierst du mir.
Das was du ansprichst, ist ja Aufgabe eines Trainers. Die Schwächen der Einzelnen möglichst aufzufangen, damit sie nicht zum Tragen kommen (oder, noch besser wenn möglich, die Schwächen wegtrainieren). Wenn ich einen Messi vorne drin habe, arbeite ich nicht mit hohen Flanken. Wenn ich einen Modeste vorne drin habe, hat man in der Hinrunde gesehen, was passiert, wenn der nichts auf den Schädel bekommt.
Und jetzt haben wir mit Guerreiro einen mit einer "ökonomischen Rückwärtsbewegung", wie du es ausdrückst. Ich behaupte mal, dass Guerreiro da leichter dran arbeiten könnte, als Messi an seiner Kopfballschwäche. Vielleicht geht es auch nicht, so wie Brandt mal sagte, dass er nie ein Defensivmonster wird (und seitdem defensiv viel klüger agiert), dann ist das halt so.


Und es ist halt befremdlich, wenn man so eine Szene herauspickt, wo ich problemlos 2-3 Spieler genauso schlecht oder schlechter bewerte als der primär Kritisierte. Und es stimmen ja Leute zu, dass Schlotterbecks Paß eher mittelmässig ist, Özcan ohne große Notwendigkeit den eigentlichen Abschlusspieler freilässt oder Adeyemi einfach nur stehenbleibt.

Es ist befremdlich, dass du immer noch nicht verstehst, dass es nicht darum geht, wer in dieser Szene wie einen Fehler macht. Ich hätte sie auch posten können, wenn Ziyeck von rechts abgezogen hätte und Kobel den Kullerball durch die Hosenträger rutschen lässt. Die Szene steht beispielhaft für Guerreiros lethargische Rückwärtsbewegung. Dass er in dieser Szene meiner Meinung nach klares Eingreifpotenzial gehabt hätte, verdeutlicht das nur.

1.) Mein Problem ist es, wenn man einen Spieler übertrieben angreift. Und ja, ein YT-Video zu posten, wo man etwas kritisiert, ist schon recht viel. Vor allem, wenn diese Situation aufzeigt, dass da einfach als Mannschaft schlecht gearbeitet wurde. Nicht wahnsinnig schlecht, aber in der Summe zu viele Fehler, die in dem Fall dann wenigstens nicht zum Tor führten.

Ich weiß immer noch nicht, wo ich Guerreiro "übertrieben" angreife, wenn ich sage, dass er dort eine Schwäche hat und dies in einer Videoszene darleg.
Wenn ich ein Video poste, wo Weidenfeller eine Flanke unterläuft, dann kannst du auch anführen, dass diese Flanke ja gar nicht hätte passieren dürfen, wenn Verteidiger XY den Zweikampf besser führt. Aber das ändert doch nichts an Weidenfellers Schwäche bei Flanken und das man die bennenen darf. Ich will weder Guerreiro vom Hof jagen, noch ihm irgendwas böses.


2.) Bestimmte Spielertypen stehen eigentlich immer in der Kritik. Manchmal wegen übertriebener Erwartungshaltung ("Der hat 30 Mio gekostet!"), manchmal, weil man gerne irgendwas anderes auf der Position gerne hätte oder er einfach nicht zur Spielweise oder generell zum Verein passt.

Wobei hier Guerreiro jahrelang eher wegen seiner Verletzungsanfälligkeit/Nationalmannschaftsausflügen in der Kritik stand. Wenn er gespielt hat, kam er häufig recht positiv weg. Da wurden hier andere Säue übertrieben und zu Unrecht durchs Dorf getrieben.


Die ganze Diskussion dreht sich hier wirklich nur darum, dass Guerreiro nicht dynamisch zurückrennt. Das ist alles. Und das finde ich aus meiner Sicht halt extrem übertrieben und fehlgeleitet. Er ist kein Sprinter, es ist weder seine Stärke noch eine Qualität. Er arbeitet defensiv "solide" mit, ist aber vom Spielertyp kein "Ausputzer", der mit extremen Einsatz irgendwas retten will, sondern wird sich recht sicher eher als Teil einer funktionierenden Maschine sehen, wo er auch durchaus einen guten Job macht.

Das ist ja eine berechtigte Sicht der Dinge. Ich sehe ihn ja auch so stark, dass ich bei einer VVL nicht die Hände über den Kopf zusammengeschlagen hätte. Im Endeffekt ist es eine Kosten-Nutzen-Rechnung: Was bringt mir der Techniker Guerreiro und was kostet mich der "statische" Guerreiro?


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