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Gräfe kritisiert Aytekins Leistung (BVB)

Ricola1, Ort, Freitag, 14.10.2022, 10:39 (vor 1414 Tagen) @ Vati Morgana

Es geht dabei weniger ums Rechtfertigen, als um Transparenz.
Ich gehe auch vom Guten im Menschen aus und gehe daher mit, dass ein Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen pfeift. Dennoch wurden am Anfang der Saison bereits völlig unterschiedlich interpretierte Handspielsituationen beobachtet, die sich so nicht mit einem einheitlichen Regelverständnis erklären lassen. Am Ende entsteht ein dunkler Schleier und die subjektive Bewertung eines jeden Zuschauers nach Gefühl.
Wie aktuell zu entscheiden ist und weshalb in dieser Situation so entschieden wurde - möglicherweise im Nachhinein auch zu Unrecht - kann jedoch nur von offizieller Seite zurechtgerückt werden.
Ich habe das als sehr hilfreich empfunden um bei diesem Beispiel zu bleiben.

Andere Situation ist die Nagelsmann-Aussage Fuß im Gesicht sei laut Schiedsrichter-Schulung immer rot, die ebenfalls direkt vom Schiedsrichter korrigiert wurde.
Diese Form der offenen Kommunikation fördert das Vertrauen immens und kann nur von offizieller Seite erfolgen. Aus Sicht von Vereinen oder Journalisten ist es lediglich eine subjektive Meinung.


Aber um den Punkt der Rechtfertigung nicht ganz wegzuwischen. Na klar, wenn ich mir ein Statement vom Schiedsrichter und VAR wünsche nachdem beispielsweise der Fußtritt von Kimmich oder das Handspiel von Boateng nicht geahndet wurde, erwarte ich mir keine Aufklärung anhand des Regelwerks. Aber wer ganz grob daneben liegt, sollte halt auch zu seinen Fehlern stehen.
Aber dieser Aspekt ist zweitrangig, wesentlicher ist der Punkt Transparenz für ein besseres Regelverständnis.

Den Punkt "Regelverständnis" gehe ich mit. Aber den kann man ganz anders lösen: Mittlerweile kann man sich über Youtube aus dem nichts auf eine Abi-Mathe-Prüfung vorbereiten (lassen). Da wird es wohl möglich sein, ein relativ simples Regelwerk mal für die Öffentlichkeit aufzubereiten - gilt ja auch für die Kreisklasse. Und gut.

Wenn jeder Schiedsrichter sich für irgendetwas rechtfertigt, jeder Fernseh-Stammtisch seine "Meinungen" dazu ausbreitet, kommerzielle Online-Portale davon leben, dass wie über Krieg und Frieden diskutiert wird, ist mir das entschieden zu viel.

An Stelle der Klubs würde ich mir wünschen - wenn meine ideale Welt in dem Punkt entstehen würde -, dass man anerkennt, was Respekt bedeutet, dass das ganze Regelwerk darauf angelegt ist, subjektive Entscheidungen und Wahrnehmungen zuzulassen. Rehhagel hat mal gesagt (wie wahrscheinlich viele, aber mir ist das in Erinnerung geblieben): Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.

Wir sind zwar schon lange die Deppen dieser speziellen Unterhaltungsindustrie, die praktisch ausschließlich von solchen permanenten "Skandalen" lebt, wäre aber schön, diesen Leim mal zu verlassen.


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