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Gräfe kritisiert Aytekins Leistung (BVB)

Ricola1, Ort, Donnerstag, 13.10.2022, 20:55 (vor 1415 Tagen) @ Vati Morgana

Unabhängig davon, wie man die Einzelentscheidungen Aytekins vom Wochenende bewerten möchte, kommt mir ein Punkt entschieden zu kurz:

Mir gefällt es außerordentlich, dass Aytekin sich nach dem Spiel gestellt und seine Entscheidungen nachvollziehbar erörtert hat. Natürlich weiß ich nicht, ob ich das Ganze immer noch gut fände, wenn es sich hier um Kimmich und nicht Bellingham gehandelt hätte, aber es hilft wenigstens dabei zu verstehen, wie ein Schiri so "tickt" und es nicht nur zu mutmaßen.
Das sollte doch gewürdigt werden, da es unser aller Hobby nachvollziehbarer macht und man so eher mit einer Schirientscheidung umgehen kann, wenn man um die Beweggründe weiß und automatisch den Menschen dahinter sieht, der eine komplexe Situation bewerten musste, die nicht immer schwarz oder weiß ist. Wäre das - vor allem auch bei diskutablen Eingriffen des VAR - Usus hätten wir alle die Chance, erheblich schneller wieder auf ein akzeptables Pulsniveau zu kommen und unseren Frieden mit einem Spielausgang zu machen.


Absolute Zustimmung. Wenn sich ein Schiedsrichter nach dem Spiel - gerne auch mit einem Tag Abstand - stellt und erläutert wie er zu bestimmten Entscheidungen gekommen ist, ist das für mich in erster Linie ein Zeichen von Stärke und Professionalität.

Ich verstehe, was Ihr meint (und vielleicht auch alle anderen).
Just my 2 Cents: Mir gefällt das überhaupt nicht.

Es wäre mir lieber - von allen Seiten -, wenn man der Angelegenheit mal wieder etwas Respekt entgegen bringen würde. Ganz naiv unterstelle ich im Großen und Ganzen, dass jeder Schiedsrichter sein bestes gibt und nicht wie früher der Herr Ahlenfelder besoffen auf dem Platz rumrennt. Es gehört zur Natur der Sache, dass es "Fehlentscheidungen" oder auch nur unterschiedliche Deutungen gibt. Es ist Teil der Regeln, dass man sich den Schiedsrichter-Entscheidungen beugt - idealerweise auch auf dem Platz, spätestens aber hinterher. Mir wäre es recht, wenn sich kein Verein mehr zu irgendwas äußerte und noch lieber, wenn Schiedsrichter sich nicht noch "erklären" müssten.

Schiedsrichter werden gerne deshalb als Grund für Misserfolge genommen, weil sich so schön mit dem Finger auf Dritte zeigen lässt. Es ist die mit Abstand billigste Weise, irgendetwas "erklären" zu wollen.

Bsp. Bayern, um das jüngste Beispiel zu nehmen: Der Schiedsrichter hat eben entschieden, dass er Bellingham keine gelb-rote Karte zeigt. Na und? Was hindert Mané daran, mit dem Kopf aus 4 Metern das leere Tor zu treffen und die Partie zu dem Zeitpunkt leicht und locker zu entscheiden? Von einem 3:0 hätte sich Borussia wahrscheinlich eher nicht erholt. Welche Szene verdient es denn dann aus Kahn-Sicht eher, mal beleuchtet zu werden?

Auch bei den Top-Mannschaften sind in jedem Spiel so schlechte Leistungen einzelner Spieler oder vom Trainerteam dabei, dass ich mich immer frage, ob das ernst gemeint ist, für irgendeine Kann-Situation tage-, wochen- und leider sogar jahrelang den Schiedsrichter verantwortlich zu machen. Kein einziger Spieler steht auch nur im Ansatz derart am Pranger, obwohl die teils unfassbare Fehler produzieren (und die Trainer auch gerne) - anders als bei Schiris braucht auch kein Mensch einen VAR, um die dann zu erkennen.

Gut, die Aufregung gehört ja zum Business und dann hat man hat den billigsten Schuldigen. Aber dass sich ein Schiedsrichter, dem man sich - s.o. - qua Regelwerk letztlich beugen sollte, später auch noch rechtfertigen soll und öffentlich alles im Detail erläutert, geht mir viel zu weit. Und es lenkt ab von den viel gröberen Schnitzern der Profis auf und neben dem Platz.


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