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BVB-Zeit zu Ende bevor sie begonnen hat (BVB)

Brulence, an der Ruhr, Mittwoch, 08.06.2022, 14:58 (vor 1551 Tagen) @ FliZZa

Das ist ja schon ne komische Geschichte rund um Moukoko und fast ein Stück weit einzigartig. Ein Kind und Jugendlicher, der in all seinen Jugend-Mannschaften völligst unterfordert ist, frühzeitig in ältere Altersklassen geschoben wird und auch dort alles kurz und klein schießt.

Als Verein weißt Du:
Wenn der 16 wird, musst(!) Du ihn zwangsläufig von der Leine lassen und versuchen, ihn in die Profi-Mannschaft zu integrieren. Wie willst Du einem solch scheinbaren Talent schmackhaft machen, sich doch bitte im Jugend-Bereich noch 1-2 Jährchen in Ruhe weiter zu entwickeln oder mal in Liga 3 schnuppern zu dürfen. Nahezu unmöglich und schließlich will man sich als Verein ja auch nicht vorwerfen lassen, dieses Talent nicht ausreichend gefördert zu haben oder sogar einen Abgang in Kauf zu nehmen. Also nochmal: Du musst ihn hochziehen, ohne jegliche Alternative.

Dann rauscht es vor dem 16. Geburtstag ne Weile im Blätterwald, pflichtschuldig wird YM mit 16 Jahren und einem Tag zum Profi und danach wird es durch Verletzungen und weniger Spielzeit naturgemäß auch erstmal ruhiger.

Urplötzlich scharrt Moukoko mit den Hufen, will mehr Spielzeit, mehr Geld und vergisst, dass man ihm möglicherweise einen Gefallen damit getan hat, ihn nach jeder Verletzung nicht permanent wieder rein zu werfen. Dass er natürlich mehr spielen will, geschenkt und völlig logisch.

Und doch ergibt sich daraus jetzt nicht mehr nur die rein sportliche Perspektive. Wer jetzt, mit 17, einigermaßen forsch auftritt, der muss liefern. Da steht dann nicht mehr der 17jährige unbedarfte Moukoko auf dem Platz, dem man seine noch sehr offensichtlich jugendliche und teils eigensinnige Spielweise mit Verweis aufs Alter durchgehen lässt. Der Blickwinkel könnte sich unter den jetzigen Gegebenheiten schnell drehen. Dann wird aus dem jugendlichen Talent "der Profi". Und zwar mit allem was dazu gehört. Der Ruf nach mehr Spielzeit und besserer Bezahlung - dann verschiebt sich auch der Maßstab. Möglicherweise. Das könnte in Summe eine recht gefährliche Gemengelage für Spieler und Verein werden, wenn der Fokus sich permanent darauf richtet wieviel Spielzeit YM denn erhält und ob er trifft. Oder eben nicht.

Dass jugendliche Talente beim Sprung zu den Profis einen angepassten Vertrag und Perspektive aufgezeigt bekommen möchten, das ist klar. Schwierig wird es erst dann, wenn dies in Teilen öffentlichkeitswirksam ausgebreitet wird.

Mir ist darüber hinaus noch gar nicht klar geworden, welche Intention YM denn abseits des BVB verfolgen könnte. Auf welchem Niveau sieht er sich? Will er Spielzeit in Mainz oder Hoffenheim? Oder soll es schon Spielzeit auf äquivalentem BVB-Niveau sein? Und wenn ja, welcher Verein soll sein Wohl und Wehe denn dann von einem 17jährigen Talent abhängig machen? Auch dort wird er mit enormen Widerständen zu kämpfen haben und hätte dazu ein mittelschweres Preisschild um den Hals hängen.

Unter den aktuellen Umständen ist (mir persönlich) das schon zu viel Bohei um zu viel "hätte, wäre, könnte". Ich sehe die Gefahr, dass das "Fass Moukoko" immer mal wieder aufgehen könnte, obwohl die Personalie für uns gar nicht mal akute Relevanz hat, sodass ich aktuell klar dazu tendieren würde, sich vor Saisonbeginn zu trennen.

Ob YM gut beraten ist, weiß ich nicht. Derzeit halte ich die Wahrscheinlichkeit eines Karrierewegs à la Donis Avdijaj für höher, als dass uns hier der kommende Weltstar von der Stange geht.


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