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Unnötig, unsportlich, unfair (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 25.02.2022, 16:02 (vor 1667 Tagen) @ Trainer09

Link geht zu 11Freunde, die ein Video von Twitter eingebunden haben.


Auch wenn er in der Sache nicht ganz falsch liegt - aber sollte das in Richtung Schulz gehen, geht das einfach gar nicht und wäre ein alarmierendes Zeichen dafür, wie es intern als Mannschaft aussieht.


Ach komm, haste selbst mal gekickt? Aufm Platz kann man den Frust in so einem Moment durchaus mal so rauslassen. Das ist nach dem Spiel vergessen und das nimmt einem auch kein Mitspieler übel. Aus so einer Szene braucht man nun echt kein Drama machen und irgendetwas in das allgemeine Klima innerhalb der Mannschaft interpretieren.

Und weiß Gott, ich kann Bellinghams Frust verstehen.

Nico Schulz ist ein Mitspieler aus der Hölle.

In einer anderen Quelle gab es übrigens die Theorie, er hätte am Ende "Every fucking game" gesagt. Das wäre irgendwie sogar noch passender.


Natürlich nimmt man das einem übel, wenn einer über einen sagt, dass man immer scheiße ist und eigentlich nichts kann.


Aber vielleicht weiß Schulz ja sogar selbst, dass er Scheiße ist und eigentlich nichts kann? Und für ein Jahresgehalt von sechs Millionen Euro kann man sich das dann nach dem hunderttausendsten Fehlpass von einem frustrierten Mitspieler auch mal anhören.

Den Menschen Nico Schulz kenne ich nicht, den Fußballer Nico Schulz sehe ich seit einigen Jahren bei nationalen und internationalen Spielen und erlaube ich mir daher eine Einschätzung seiner fußballerischen Fähigkeiten.

Wie immer eine solche (immer auch subjektive) Einschätzung des Fußballers Schulz aber auch ausfallen mag, ich bleibe bei meiner vor längerer Zeit getroffenen nur auf den ersten Blick banalen Feststellung:

Schulz kann nichts dafür, dass er Schulz ist.

Wohlgemerkt geht es um Schulz als Fußballer.

Wenn nun ein Mitspieler sich über die fußballerischen Qualitäten eines Schulz aufregt, dann sollte er auf gar keinen Fall diesen als Menschen herabwürdigen. Das ist auch nicht mit ‚in der Hitze des Gefechts‘ zu entschuldigen. Das war auch schon vor 50 Jahren einfach - ja, Scheiße.

Verantwortlich für die Tatsache, dass der Fußballer Schulz für den BVB spielt, sind andere. Bellingham kann sich gerne beim Trainer beschweren, dass er ihn aufstellt. Der wird ihm seine Gründe schon nennen. Und er kann sich bei Zorc und Co beschweren, das sie einen solchen Fußballer verpflichtet haben.

Schulz selbst kann es nicht besser. Kein Grund seinen Mitspieler als Menschen derart herabzuwürdigen.


Es gibt Sachen, die nicht passieren dürfen, aber trotzdem mal passieren sollten. Ein gutes Zeichen ist das für eine Mannschaft nicht, aber was genau soll schlimmer werden? Bellingham hat hier sicherlich auch nicht den Menschen Nico Schulz gemeint. Die Interpretation der Aussage "du bist scheisse" ist hier ja offen, und die höhere Wahrscheinlichkeit ist, dass das als synonyme Aussage für "du spielst scheisse und bist ein scheiss Fußballer" gemeint war.

Im privaten Bereich braucht man sowas nicht... Aber ehrlich gesagt, ich freue mich darüber, dass es mal für den ein oder anderen etwas ungemütlicher wird. Spieler wie Schulz, Brandt, Bürki, Guerreiro über Jahre in Wohlfühllagen zu belassen muss auch mal ein Ende haben. Ich finde sowieso, dass bei den teilweise eklatanten Fehlverhalten es eigentlich noch viel zu gesittet zugeht auf dem Platz.

Ich habe selbst lange genug wettkampfmäßig Fußball gespielt. Dies liegt zwar schon recht lange zurück, nichtsdestoweniger ist mit noch sehr präsent, dass die Sprache auf dem Platz nicht gerade gentlemanlike war. Sätze wie „Äy, spiel doch endlich mal ab, Du Idiot!“, „Was soll der Scheißpass schon wieder?“, „Du spielst Dir heute wieder eine Kacke zusammen…“ waren nicht selten gehörte Sätze. Die dann auch locker mit Repliken wie „Du musst auch mal dem Ball entgegenkommen, Du Willi“ gekontert wurden. Alles völlig normal und nach dem Spiel ohnehin vergessen.

Was Bellingham sich da allerdings gegenüber seinem Mitspieler erlaubt hat, hat eindeutig eine andere, negative Qualität. Das ging nicht gegen den fußballerischen Holzfuß Schulz, sondern den Menschen Schulz. Das war zu tief unter der Gürtellinie.


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