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Souveränität (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Freitag, 17.12.2021, 21:06 (vor 1765 Tagen) @ TrainerFuxx

Manchmal musste ich hier in den letzten Wochen die Adresszeile überprüfen, ob es noch schwatzgelb.de oder schon House-of-(G)uschi.de ist, bei dem ganzen mimimi³.

Da hat der Schreiber mMn einen wunden Punkt getroffen. Und wie manche Kommentare zeigen, mag man es nicht, den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

PS: House of Gucci ist absolut sehenswert (insbesondere L. Gaga) und nach Dune ein absolutes Highlight in diesem Kinojahr.

Bei allem was da in letzter Zeit, aber auch früher schon so über dieses gesamte Thema wo auch immer geschrieben wurde und bei allem was ich so mitbekomme ist in mir der Eindruck gewachsen, dass es uns auf allen Ebenen vor allem an einem fehlt: Souveränität.

In der seit einiger Zeit andauernden coronabedingten Situation kommt es bei mir nicht mehr zu dem intensiven persönlichen Meinungsaustausch mit ebenfalls fußballbegeisterten Freunden und Bekannten. Dies finde ich per se bedauerlich, aber es gibt dabei auch einige Aspekte, die man zunächst gar nicht so bedenkt. Z.B. die Tatsache, dass man selbst als Anhänger eines ganz bestimmten Clubs auch einmal die Sicht von Anhängern anderer Clubs auf ‚seinen‘ Club mitbekommt. Diese Diskussionen fehlen mit, das muss ich zugeben.

Dennoch ist man natürlich irgendwie im Austausch, wenn auch leider nicht so intensiv. Und ja, der BVB wird aus der Perspektive von Anhängern anderer Clubs anders wahrgenommen als es bei BVB-Anhängern der Fall ist. So weit, so normal. Allerdings sollte es mMn schon etwas nachdenklich machen, wenn die Selbstwahrnehmung der Fremdwahrnehmung diametral entgegensteht. Und genau das ist bei uns der Fall. Nicht erst seit heute, aber ich persönlich habe den Eindruck, dass es immer extremer wird.

Im Grunde werden wir (natürlich auch ein wenig verallgemeinernd gesprochen) von den Anhängern der anderen Clubs als Miniaturausgabe der Bayern angesehen. Bayern Erster, BVB Zweiter. Und so wie die Bayern sich gegenüber den anderen Clubs verhalten, würden wir es halt auch tun. Nur mit dem Unterschied, dass wir uns ständig als die großen Benachteiligten gegenüber den Bayern darstellen würden. Was uns unglaubwürdig machen würde.

Wohlwollende Bayernfans (ja, die gibt es in der Tat auch) würden sich gerne einen tatsächlichen Herausforderer BVB auf nationaler (und internationaler) wünschen. Weil denen auch an mehr Spannung gelegen ist und ständiger Wettbewerb die Qualität insgesamt hebt. Sicherlich wissen die auch um die wirtschaftlich-finanziellen Unterschiede und die daraus resultierenden Konsequenzen. Aber mit ‚ständiger Lamentiererei‘ und ‚Herumgejammer‘ würde man nie die Voraussetzungen schaffen, um wenigstens ab und an mal ein ernsthafter Gegenspieler zu sein. Zuletzt sei dies in der Saison 18/19 der Fall gewesen. Anstatt den knappen Ausgang als Anreiz zu nehmen, würde bei uns nur darüber lamentiert, dass es dann doch nicht geklappt hätte. Oder aktuell würden wir nur auf allen Ebenen über Schiedsrichterbenachteiligung reden, anstatt über die individuellen Fehler z.B. von Hummels im Spiel gegen die Bayern. So schaffe man nicht den notwendigen Geist, der einen Club weiter nach vorne bringe.

Ich persönlich sehe nicht alles so. Allerdings so einiges. Und wenn wir das ändern wollen, dann brauchen wir - mehr Souveränität.


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