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Faktor "Absicht" (BVB)

Candamir85, Siegen, Mittwoch, 08.12.2021, 12:38 (vor 1780 Tagen) @ quincy123

Das schlimmste daran ist - und ich kann Zwayer wirklich nicht leiden und fand sein Auftreten nach dem Spiel fürchterlich: Es war doch alles richtig! Den Elfer muss man nicht geben, aber die Regeln geben das her - keine Fehlentscheidung. Auf der anderen Seite lag vorher eine Abseitssituation vor. Selbst wenn der Schiri hier falsch gehandelt hat und es sich nicht angesehen hat (weil er dachte, er hätte eine klare Wahrnehmung), dann hätte es eh keinen Elfer gegeben.

Die Elfmeterentscheidung war eben nicht richtig. Das Regelwerk stellt die Absicht, Hand spielen zu wollen, als entscheidendes Kriterium in den Vordergrund. Und auch wenn der DFB natürlich sagt, es sei Absicht gewesen, auch wenn das Didi Hamann sagt, wird es für mich nicht richtiger.

Man kann Hummels womöglich Fahrlässigkeit vorwerfen, aber Absicht? Nach meiner Einschätzung ist, klar erkennbar, die Absicht in dem Moment den Ball mit dem Kopf zu klären, was aber misslingt. Vielleicht weil er sich verschätzt, vielleicht weil es Bedrängnis durch diverse Körperkontakte gibt. Das Ausfahren des Arms ist eine völlig normale Stabilisationsbewegung beim Sprung, schließlich springt Hummels hier nicht kerzengerade hoch, sondern hechtet zur Seite. Gegen eine Absicht spricht für mich ferner, dass Hummels nicht auf den Ball schaut, dass man eher nicht den Oberarm für eine absichtliche Abwehraktion nutzt und auch, dass es total behämmert wäre, hier absichtlich Hand zu spielen.

Vermutlich aus alter Gewohnheit wurden hier vielfach noch veraltete, meines Wissens nach aus dem Regelwerk gestrichene Argumente wie die Vergrößerung der Körperfläche herangezogen. Sinnvoll im Sinne des Fußballspiels ist dies aber nicht, weil man so Zufallsprodukte begünstigt, die nichts damit zu tun haben, ob eine Mannschaft besser Fußball spielt als die andere. Aus dem gleichen Grund würde ich mich über so einen Elfmeter für uns auch nicht freuen. Aus einem Meter den Ball an die nah am Körper geführte Hand geschossen zu bekommen, wird ja gottseidank normalerweise nicht mehr gepfiffen. Das ist gut so und ich wünsche es mir auch für Situationen wie diese.

Denkbar wäre natürlich schob, dass bei einer wie von mir angedachten Absichts-Auslegung irgendwann die Verhaltensmuster umkehren, dass nicht Sprünge mit verschränkten Armen hinter dem Körper sondern mit bewusst leicht vom Körper abstehenden Händen Usus wird. Das müsste man abwarten. Aber noch mal: In diesem konkreten Fall sehe ich das nicht.


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