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Neu auf schwatzgelb.de: Freischaltung der Sitzplatzdauerkarten - Ja, is denn heut scho Vollauslastung? (BVB)

bobschulz, MS, Montag, 15.11.2021, 20:14 (vor 1803 Tagen) @ stfn84
bearbeitet von bobschulz, Montag, 15.11.2021, 20:18

Ok, habe ich dann anders aufgefasst. Allerdings kann ich bei Sitzplätzen ja - Stand heute - auch von Vollauslastung sprechen, da jeder Sitzplatz besetzt werden darf. Es ist für mich dann kein massiver Wortbruch, sondern optimierungsbedürftige Kommunikation. Vielmehr ist es jetzt für uns alle auch eine Umgewöhnung, dass wir - überspitzt gesagt - jetzt auch wieder das Spiel gegen Fürth zahlen, auch wenn wir nur gegen Bayern hin wollen.


In der ursprünglichen Zusage stand ausdrücklich, dass unter Vollauslastung alle 81.365 Plätze gemeint sind und dass vorher auch kein Geld abgebucht wird. An diese Zusage fühlt man sich nun nicht mehr gebunden. Das mag allen egal sein, die auch unterhalb der Vollauslastung gerne hinwollen. Aber es wird Dauerkarteninhaber geben, denen die jetzige Lage zu unwohl ist, die aber gerne, wenn die Lage es wieder zulässt, bei Vollauslastung zurückkehren würden. Das geht nun nicht mehr, weil man sich an diese Zusage plötzlich nicht mehr gebunden fühlt. Man muss seine Dauerkarte jetzt für die gesamte Saison abgeben. Oder die Kröte schlucken und jetzt schon Geld bezahlen müssen.

Niemand hat den BVB gezwungen, eine solche Zusage zu machen. Das war freiwillig. Ich war, als ich das las, auch überrascht, dass man sich derart festgelegt hat, insbesondere weil klar war, dass die Stehplätze aufgrund der besonderen Enge, eine besondere Herausforderung sein wird und möglicherweise die Sitzplätze zuerst wieder voll besetzt werden dürfen. Aber wenn man das exakt so zusagt, dann erwarte ich auch die Einhaltung der Zusage. Schon allein aus Prinzip (ich selbst bin als Südsteher ohnehin nicht davon betroffen). Wenn man sich nämlich auf Zusagen nicht mehr verlassen kann, schafft das kein Vertrauen bei zukünftigen Verlautbarungen.


Also bitte.
Letztlich ist es doch so, wie es auch zum damaligen Zeitpunkt war. Kein Dauerkarteninhaber muss die Karte abnehmen. Er musste es nicht im Sommer und auch jetzt nicht. Trotzdem wird der Dauerkarteninhaber nicht vor dem Stadion sitzen, wenn er denn rein möchte - denn hierfür gibt es nun ja auch noch die Möglichkeiten der Verkaufsfenster im Vorfeld. Ich würde erst einmal davon ausgehen, dass jeder DK-Inhaber auch ins Stadion kommt, wenn er es denn will.

Es ist ja nun nicht so, dass man sich bei den Sitzplätzen nicht mehr an Zusagen hält. Diese Art und Intensität der Kritik hätte ich verstanden, wenn man - entsprechend der rechtlichen Möglichkeiten - nun gesagt hätte: "Vollauslastung der Sitzer ist möglich, wir buchen den fälligen Betrag am kommenden Mittwoch ab."
Tut man aber nicht.


2G/3G ist doch zum einen der anderen Lage (zum jeweiligen Zeitpunkt) und zum anderen der politischen Situation geschuldet. Da geht es doch nicht um „man kann sich nicht mehr auf den BVB verlassen“, sondern um eine dynamische Situation. 2G war auch deshalb zum Zeitpunkt richtig und wichtig, weil man noch Impfanreize schaffen wollte (und die beim BVB auch als Vorreiter geschaffen hat), die aber kaum bis gar nicht mehr angenommen wurde.


Als Watzke auf 2G gesetzt hat, gab es dazu keinerlei gesetzliche Vorgaben. Das war eine freiwillige Regelung mit der Begründung, dass die Sicherheit der Zuschauer höchste Priorität habe. Es war nicht so, dass der Gesetzgeber aus 2G 3G gemacht hast. Auch da ist man plötzlich umgekippt.

Offensichtlich hat der Umsatz die allerhöchste Priorität.


Man kann gerne verkennen, dass die Situation im August eine andere war als im September/Oktober. Als 2G kam konnte man gerade von 10.000 und 25.000 Zuschauern auf einen "normaleren" Spielbetrieb umstellen. Man hat im Sommer ein Impfzentrum im Stadion hochgezogen und sich durch 2G beim Stadionbesuch sicherlich auch erhofft, dass die Massen zur Impfung laufen. War aber dann nicht so. Stattdessen ermöglichte die Politik, dass man 3G auch bei fast 70.000 Zuschauern machen kann - mit einem 48 Stunden alten "Selbsttest". Daraus hat der BVB dann noch eine Verschärfung gemacht.
Es wäre schön, wenn man auch mal anerkennen könnte, dass auch der BVB ständig mit neuen Bedingungen leben und arbeiten muss.

Mir geht die Kritik hier aber mittlerweile eben zu weit. Nicht, weil es nicht auch in Ansätzen besser hätte laufen können, sondern weil es immer absolute Weisheiten sind die hier zum Besten gegeben werden.
Warum vergleicht man es nicht wenigstens mal mit anderen Bundesligisten, die nicht derart fanfreundliche Regelungen für die DKler geschaffen haben? https://www.bvb-forum.de/index.php?id=2190196#:~:text=das%20hier%20geben%3A-,watch%20v%3DErSa78vYTCk,-antworten

Würde der BVB dem Umsatz immer die allerhöchste Priorität zuweisen, hätte man die Sitzplatzdauerkarten nun einfach freigeschaltet und das Geld abgebucht. Inkl. Sonderkündigungsrecht. Inzwischen scheint es sich bei manchen aber so entwickelt zu haben, dass ich als Dauerkartenkunde ein situatives Vorkaufsrecht zum Vorzugspreis erhalten möchte und ein Fehlen dieser Option kritisiere. Dafür fehlt es mir dann doch an Verständnis (und der logischen Herleitung).

Es gibt sicher auch gute Gründe, so zu agieren, wie es der BVB tut. Normalerweise hat er ca 2/3 seiner Saisonticketeinnahmen im Vorhinein, und derzeit eben nicht.
Ich hätte es begleitend gut gefunden, auch einen neuen Ansatz bei der Mannschaft und der GF zur Senkung der Ausgaben (Gehaltsverzicht, nicht nur der freiwillige Verzicht auf Punkteprämie vs Ajax) zu sehen, so dass der Verein etwas mehr Planungssicherheit gehabt hätte, indem er a) mehr Einnahmen schon sicher hat und b) weniger Ausgaben zu leisten hat.
Also neben "etwas Geld fließt in die Bubble unsererseits" auch "etwas Geld entweicht aus der Bubble von den Bubble-Profiteuren" . :-)
Und natürlich ist dass nur meine Idee, aber so abwegig finde ich die gar nicht.


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