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wann begann eigentlich das Phänomen (BVB)

Will Kane, Biosphärenreservat Bliesgau, Dienstag, 09.06.2020, 10:22 (vor 2306 Tagen) @ simie

Wobei es mittlerweile doch wieder überraschend viele jüngere Eltern gibt, die wieder solche Namen vergeben. Immer noch relativ selten, aber längst nicht mehr so exotisch, wie noch vor einigen Jahren.

Eltern der akademischen Mittel- und Oberschicht geben ihren Kindern bereits seit längerem wieder Vornamen, die im Deutschland des 19. Jahrhunderts üblich waren; oft auch in Form von Doppelvornamen. Dieses Phänomen ist auch auf eine unbewusst/bewusste Abgrenzung zu anderen sozialen Schichten zurückzuführen. Diese nehmen diesen Trend irgendwann mehr und mehr auf. Was in der Folge dazu führt, dass die Ober- und Mittelschicht beginnt, ihren Kindern wieder andere Vornamen zu geben.

Das ist kein neues Phänomem. Der weibliche Vorname ‚Minna‘ z.B. war im 18. Jahrhundert ein typischer Vorname des Adels (Minna von Barnhelm / Lessing). Er wurde dann verstärkt von den Dienstboten übernommen, die ihre Töchter Minna nannten, um ihnen zumindest den Anschein eines höheren Status zu geben. Was wiederum dazu führte, dass der Adel seine Töchter nicht mehr Minna nannte und dieser Name im 19. Jahrhundert ein typischer Dienstbotenname wurde. Die Ausdrücke ‚meine Minna‘ oder ‚zur Minna machen‘ dürften noch dem einen oder anderen geläufig sein.

Es kommt auch noch hinzu, dass jüngere Generationen sich gerne von ihren Elterngenerationen absetzen und ihre Kinder dann auch anders benennen. So kommt es zu den typischen ‚Generationennamen‘, die dann immer wiederkehren. Wobei es in unserem Kulturkreis auch Konstante gibt, wie z.B. biblische Namen. Die werden mal mehr und mal weniger vergeben, aber haben immer einen nicht geringen Anteil.

In meiner Generation sind häufige männliche Vornamen z.B. Peter oder Klaus (gerne auch in der Kombination Klaus-Peter); Mädchen wurden häufig Monika oder Gabriele (Gabi) genannt. Eine Franziska oder einen Friedrich findet man da so gut wie nicht; so hießen die Großeltern. Die eigenen Kinder wurden dann gerne mit skandinavischen Namen bedacht oder man blieb bei biblischen Namen; es gab aber auch schon den Trend, die Vornamen der Großelterngeneration aufzugreifen.

Ist wie beim Fußball. Irgendwann kehrt alles wieder. Etwas anders in Form und Stil (und anders benannt), aber im Grunde das Gleiche.


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