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wieso "Blanker Hohn gegen­über der Gesell­schaft"??? (Fußball und Sport allgemein)

istar, Freitag, 17.04.2020, 14:08 (vor 2086 Tagen) @ Sascha

Sehr merkwürdig. Jeder Dienstleister ist abhängig von zahlenden Kunden.


Vielleicht lest ihr erstmal den gesamten Text. Auszug aus dem Text:

„Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.“

Vergleiche mit einem Friseursalon sind unpassend. Friseure werden nur mit Auflagen wie Schutzmasken wieder öffnen dürfen und mit Sicherheitsabständen arbeiten. Derartige Schutzmaßnahmen sind bei einem körperbetonten Sport mit Zweikämpfen nicht möglich. Es ist doch völlig absurd, dass eine nicht systemrelevante Unterhaltungsbranche auf Schutzmaßnahmen kacken darf, nur damit die Millionen weiter fließen. Fußball ohne Fans ist ebenso absurd. Die einzig sinnvolle Lösung wäre daher ein Abbruch der Saison. Und gäbe es ausreichend Rücklagen aus dem Milliardengeschäft, würde die DFL diese Entscheidung auch so treffen.


Ich finde weiterhin, dass dieses "systemrelevant" sprachlich eine absolut üble Fehlentwicklung aktuell ist.

Jedenfalls wird es deutlich überstrapaziert.

Ich frage mich auch, welches System gemeint ist? Das System "funktionierender Staat"?
Dann ist jeder Job systemrelevant, auf den Steuern und Sozialabgaben fällig sind.
Selbst Leute aus Osteuropa oder woher auch immer, die schwarz in der häuslichen Pflege arbeiten, sind systemrelevant,obwohl sie nicht darunter fallen, weil ohne sie Angehörige viel öfter zuhause bleiben müssten und dementsprechend keinen sozialversicherungspflichtigen Job ausüben könnten.

Aber LKW-Fahrer sind auch systemrelevant, heißt es jetzt. Also so richtig systemrelevant.
Gilt das für alle oder nur für die, die Lebensmittel transportieren? Wer Stahlteile fährt, also nicht?

Weil die einen braucht man grade dringend, die anderen grade weniger oder vielleicht im Moment gar nicht.

Apropos LKW-Fahrer: hoffentlich erinnert sich der eine oder andere Kommunalpolitiker nach der Krise auch noch an die Systemrelevanz der Trucker, wenn mal wieder in einem Gewerbegebiet ein Parkverbot für LKWs beschlossen werden soll, damit da bloß kein Fernfahrer im Fernverkehr in seiner Kabine übernachtet.


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